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Bedingungen für TV-Duell umstritten

Direktes Kräftemessen Bedingungen für TV-Duell umstritten

SPD-Kanzlerkandidat Schulz will am Sonntag beim einzigen direkten Kräftemessen mit der Kanzlerin im Fernsehen die Stimmung drehen. Merkel konnte die Modalitäten bestimmen – das sorgt für Ärger.

Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Kritik an ihren Bedingungen für das TV-Duell mit SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zurückgewiesen. Es sei „guter Stil, dass man über die Modalitäten spricht, wie die Dinge ablaufen können“, sagte Merkel gestern. Die Diskussion über das Format stehe aus ihrer Sicht nicht im Gegensatz zur Pressefreiheit. Die Freiheit, darüber zu entscheiden, ob man eine Einladung zu einer solchen Sendung annehme oder nicht, sei „ja immer genauso wichtig wie die Freiheit der Presse und die Unabhängigkeit“.

Bei dem einzigen direkten TV-Duell zwischen Merkel und Schulz an diesem Sonntagabend werden sich die zwei Moderatorenpaare von ZDF, RTL, ARD und Sat.1 wie im Wahlkampf vor vier Jahren abwechseln. Das Duell sollte zunächst nach dem Willen der Sender an zwei Abenden – einmal im öffentlich-rechtlichen und dann im privaten TV – ausgestrahlt werden. Das Modell fand im Kanzleramt keine Zustimmung.

45-Minuten-Blöcke abgelehnt

Auch die Idee, die beiden Moderatorengespanne (Maybrit Illner mit Peter Kloeppel sowie Claus Strunz mit Sandra Maischberger), nacheinander in 45-Minuten-Blöcken fragen zu lassen, wurde von Vertretern der CDU-Chefin abgelehnt, Merkel drohte mit einer Absage.
Die CDU-Chefin sagte nun, das Format der Vergangenheit habe sich sehr gut bewährt. Es biete die Möglichkeit, sich stark auf den Dialog zwischen beiden Kontrahenten zu konzentrieren. „Deshalb war unsere Vorstellung davon, dass wir das auch im Kern so beibehalten.“

Zudem gebe es eine Vielzahl anderer Interview-Formate, wie etwa Townhall-Gespräche mit Publikum, „so dass auch das Gespräch mit dem Bürger nicht zu kurz kommt“. Der Frage, ob sie der Einladung zum TV-Duell nicht gefolgt wäre, wenn ihre Bedingungen nicht erfüllt worden wären, wich Merkel aus. Sie antwortete: „Das heißt erstmal, dass ich mich auf das Duell am Sonntag freue.“

Die Menschen sollten sich ein Bild von den Konzepten und Vorstellungen der Spitzenkandidaten machen, „die eine realistische Chance darauf haben, das Amt des Bundeskanzlers auch auszuüben“.

Unterschiede in politischen Vorstellungen

Bei dem Duell werde sicher auch herausgearbeitet, wo es Unterschiede in den politischen Vorstellungen gebe. „Das versteht sich von selbst, unbeschadet dessen, was der Herausforderer nun sagt oder nicht sagt.“ Sie habe in der Vergangenheit bei Umfragen nach Duellen nicht immer gewonnen. „Es war nicht so, dass ich sagen konnte, dass das für mich immer nur super ausgegangen ist.“

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte den Modus des TV-Duells. „Ich wundere mich, dass der Regierungssprecher den Sendern offenbar vorschreiben kann, wie das Fernsehduell ablaufen soll“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. „Die Sender hätten im Zweifel lieber auf das Duell verzichten sollen, als sich den Wünschen der Kanzlerin zu beugen.“

(dpa)

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