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Was die kuriosen Parteien fordern

42 Parteien treten zur Wahl an Was die kuriosen Parteien fordern

Insgesamt 42 Parteien treten bei der Bundestagswahl am 24. September an, darunter einige Kleinparteien mit ­wenig Chancen auf einen Einzug in den Bundestag – doch umso ­kurioseren Plänen.

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Seit 2013 hat für sie der Schutz von Schrebergärten höchste Priorität für die Magedburger Gartenpartei.

Quelle: Sebastian Kahnert

Magdeburger Gartenpartei

Der Name klingt eher provinziell. Doch die Partei steht für gleich zwei gesamtdeutsche Phänomene, die an Gemeinde­grenzen nicht halt machen: Kleingärtner und Wutbürger. Entsetzt über Pläne der Stadt, eine Kleingartenanlage einem Bauprojekt zu opfern, wurden die Kleingärtner erst zu Wut­bürgern, dann zur Partei. Seit 2013 hat für sie der Schutz von Schrebergärten höchste Priorität und steht im Wahlprogramm an erster Stelle – noch vor Positionen zur Rentenpolitik, Migration oder Energiethemen.

Die Violetten

Die Violetten wünschen sich mehr Spiritualität in der Politik. Zu den zentralen Forderungen der Esoteriker-Partei gehört die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Das befreit von Existenzängsten und schafft Zeit und Raum, sich der individuellen spirituellen Entwicklung zu widmen. Daneben wollen die Violetten alternative Energiequellen wie die „Raumenergie“ erschließen, das „Wir-Gefühl stärken“ und aus der Nato austreten. Das Partei-Wappen ist ein lila Schmetterling.

Die V-Partei

Die Partei der Vegetarier und Veganer ist die einzige, die vorrangig dafür kämpft, Fleisch aus den Supermarktregalen zu verbannen. Dabei sollen niedrige ­Steuern für pflanzliche Bio-Lebens­mittel helfen.

Die Urbane

Er liebe es, „mit dem Fahrrad durch ­Berlin zu cruisen“, schreibt Frithjof ­Zerger, Direktkandidat der Hiphop-Partei in Berlin-Friedrichshain. Das klingt stark nach dem Langzeit-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele (Grüne), der nach fast zwei Jahrzehnten im Bundestag nicht mehr zur Wahl antritt. Auch dessen berühmter Aufruf „Gebt das Hanf frei“ findet sich so ähnlich im Programm der Urbanen. Weitere Probleme der Menschheit lösen sich dann bei tiefenentspannten Breakdance-Sessions oder Rap-Battles in Rauch auf.

Die Bergpartei

Mit Sprüchen wie „Fehlbar aber wählbar“ oder „Pleite aber auf Deiner Seite“ wirbt die Gruppe um die Mitglieder „einer ent­politisierten Spaß/Party/Kunst-
Gesellschaft“, um diese mit „Spaß, Party und Kunst“ wieder für aktuelle politische Entscheidungen zu interessieren. Dabei will die „BergPartei“ genau das nach eigener Auskunft nicht sein: eine Spaß-Partei. Die „BergPartei“ fordert neben dem Austritt aus der Nato unter ­anderem die „Förderung des Formationstanzes“.

Die Partei

Die Satire-Partei unter Führung des Europaab­geordneten und Ex-Chefredakteurs des Titanic-Magazins, Martin Sonneborn, setzt ganz auf die Gruppe der Nichtwähler. „Wenn es dir egal ist, wer im Bundestag sitzt, wäre es dann nicht schön von jemandem vertreten zu werden, dem es egal ist, dass er im Bundestag sitzt?“, fragt der Berliner Spitzenkandidat Nico Semsrott. Als „Kancler“-Kandidat schickt die Partei den Comedian Serdar Somuncu ins Rennen. Die Gruppe fordert unter anderem „universelle Gesamtgerechtigkeit“, den jährlichen Zwangsabstieg des Hamburger SV, eine „Bierpreisbremse“ sowie eine Rückkehr zum Notabitur aus Kriegszeiten.

(dpa)

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