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„Wir stehen für die Gleichheit aller Menschen“

SPD-Wahlparty „Wir stehen für die Gleichheit aller Menschen“

„In Ruhe aufarbeiten“ und sich auf eigene Werte besinnen - das waren Schlüsse, die SPD-Politiker aus der Wahlpleite zogen.

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Konnte sich nach einer Zitterpartie zum Schluss doch freuen: Sören Bartol mit Landrätin Kirsten Fründt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Stimmung: mies“, fasst Sören Bartol den Abend im Hinblick auf das Ergebnis der Zweitstimmen zusammen. Auf der Wahlparty im Rotkehlchen sagt der Direktkandidat, das Wahlergebnis sei ein klares Misstrauensvotum für die große Koalition. „Wenn man schon so lange dabei ist wie ich, ist das ein sehr trauriger Abend“, so Bartol. Wenn die auf die Wand projizierten Zahlen für Bartol leicht ansteigen, klatschen einige der rund 50 Gäste jedes Mal.

Dass es für ihn gut aussehe, könne von dem Partei-Ergebnis aber nicht ablenken. „Den schlechtesten Nachkriegswert“ hat ARD-Moderator Jörg Schönenborn das SPD-Ergebnis genannt.

Bartol sagt, im Anschluss an die Wahl müsse man „in Ruhe aufarbeiten“, woran das gelegen und wie viele Stimmen man an die AfD verloren habe. „Wir müssen den Kampf um die Demokratie aufnehmen und der AfD klare Kante zeigen, das erwarte ich von meiner SPD.“ Es sei gut, wenn es jetzt keine große Koalition mehr gebe. Der Meinung schloss sich auch Landtagsabgeordnete Angelika Löber (SPD) an.

Hans-Werner Schreiner vom Vorstand der Marburger SPD erklärte, in der Koalition seien „alle Ideen von der SPD eingebracht und von der CDU kleiner gemacht“ worden. „Und dann schreibt sich die Kanzlerin noch unsere Erfolge auf die Fahnen.“

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies erklärte, Grund für die SPD-Wahlschlappe sei „eine andauernde Vielleicht-Politik“. Die Partei habe zu viele inhaltliche Abstriche gemacht und in Berlin „keine Traute gehabt“, sozialdemokratische Programmatiken „klar zu benennen und gegen den Partner CDU durchzusetzen“.

Die Stadtverordnete Anna Rembas (SPD) sagte mit Blick auf den Zuwachs der AfD, in der Opposition habe die SPD nun die Chance, den Leuten klarzumachen: „Wir hören eure Sorgen und arbeiten daran.“

Die künftige Stadträtin Kirsten Dinnebier erklärte, Aufgabe der SPD sei es nun, sich auf ihre Stärken zu besinnen: „Generationengerechtigkeit, Gleichheit der Menschen, egal welchen Geschlechts, Hautfarbe oder Religion - dafür stehen wir.“

von Freya Altmüller

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