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Sören Bartol sieht "knallharte Unterschiede"

SPD-Wahlkampf Sören Bartol sieht "knallharte Unterschiede"

Am Mittwochabend folgten etwa 50 Interessierte der Einladung, mit Sören Bartol und Thorsten Schäfer-Gümbel in Kirchhain ein Feierabendgetränk zu sich zu nehmen.

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SPD-Direktkandidat Sören Bartol (links) und der hessische Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel beim Feierabendgetränk in Kirchhain. Foto: Stefanie Wellner

Marburg. Der Direktkandidat der SPD, Sören Bartol, machte seine rund 50 Gäste im Unikat am Kirchhainer Bahnhof darauf aufmerksam, dass es „knallharte Unterschiede“ in den Wahlprogrammen der Parteien gebe. Er könne dieses „ist doch alles gleich“ nicht mehr hören. Bartol gab zu, dass es in der Großen Koalition Kompromisse gab, bekräftigte aber, dass es nicht Ziel der SPD sei, die große Koalition fortzusetzen. „Das Ziel ist, dass Martin Schulz Bundeskanzler wird.“

Sowohl Bartol als auch Thorsten Schäfer-Gümbel, Fraktionsvorsitzender und Landesvorsitzender der hessischen SPD, war es ein Anliegen, alle unentschlossenen Wähler erneut vor der AfD zu warnen. „Es besteht die große Gefahr, dass das erste Mal nach 1945 wieder Nazis im Bundestag das Wort ergreifen“, sagten beide einhellig. Schäfer-Gümbel rief die Wahlberechtigten auf, die Wahlbeteiligung möglichst hoch werden zu lassen, damit die AfD in der Relation nicht so viel Gewicht bekäme.

Man dürfe nicht zulassen, dass der Wesenskern der Demokratie - der Kompromiss - angegriffen werde. „Das ist für mich das Wichtigste in diesem Wahlkampf“, so Schäfer-Gümbel. Er folgerte, solche Parteien fänden dann Zuspruch, wenn in wirtschaftlich guten Zeiten die beiden großen Blöcke im Bundestag nicht mehr über die großen Zukunftsthemen redeten.

Eines dieser Themen, die das Leben voraussichtlich grundlegend verändern werden, sei die Digitalisierung. Sie werde auf viele gesellschaftliche Bereiche fundamentale Auswirkungen haben, positive wie auch negative. Man könne den Prozess nicht aufhalten, aber man müsse ihn gezielt gestalten. In diesem Zusammenhang sieht er den SPD-Vorschlag für ein sogenanntes „Arbeitslosengeld Q“ unterschätzt. In Zukunft werde sich der Arbeitsmarkt verändern, das Arbeitslosengeld Q würde das Recht auf Weiterbildung garantieren.

Ein zweites wichtiges Thema ist für Schäfer-Gümbel der Klimawandel. Auf die Frage einer jungen Besucherin, warum es keine Klimapolitik gäbe, die den Namen verdient, antwortete Schäfer-Gümbel mit einem Beispiel zum Verbrennungsmotor.

Dass der ein Auslaufmodell sei, sei keine Frage. Man müsse sich aber überlegen, wie lange man diese Technik zum Übergang noch brauche, bis alternative Möglichkeiten in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

Bei einem Problem, wie dem Dieselskandal, könne eine Volkspartei nicht nur auf Umweltschutzbelange eingehen, sondern müsse zudem immer auf die Interessen mehrerer Bevölkerungsgruppen eingehen. In diesem Fall wären das auch die Beschäftigten in der Autoindustrie und die Autokäufer. Wenn man in Zukunft klimaneutral wirtschaften wolle, müsse man einen langfristigen Fahrplan erarbeiten.

Weitere Punkte, die mit dem Publikum diskutiert wurden, waren das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz, die Rückgewinnung von Glaubwürdigkeit und Wählervertrauen sowie die Prognosen. Auf Fragen zu Koalitionen und Plänen, falls Schulz nicht Kanzler wird, antwortete Bartol: „Jetzt ist erst einmal wichtig, dass wir die Partei werden, die Koalitionsgespräche führt.“

von Stefanie Wellner

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