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Schweigen, Freude und viele Analysen

Streifzug durchs Netz Schweigen, Freude und viele Analysen

Die einen freuen sich schon mittags mit einem Bier in der Hand, die anderen warten lange mit einer ersten Stellung­nahme im Netz. Ein Streifzug durch die heimischen Politiklager.

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Am Online-Desk in der OP-Redaktion laufen die Mitteilungen und Nachrichten aus den Social-Media-Kanälen ein. Unter anderem Statements aus der Whatsapp-Gruppe (links). Fotos: Richter /Sreenshot

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Hanke Friedrich Bokelmann freut sich. In erster ­Linie natürlich über das gute Abschneiden der Liberalen bei der Bundestagswahl. Auf Facebook zeigt sich der FDP-Mann als ­einer der ersten heimischen Direktkandidaten im Netz. In lässiger Pose steht er vor der Marburger Kneipe Pegasus und erhält erste Gratulationen für den Wiederaufstieg seiner Partei.

Ebenfalls bester Laune scheint Julian Schmidt von der AfD, der im Kraushaus mit einem breiten Grinsen die mehr als 13 Prozent seiner Partei feiert. Auch er wird beglückwünscht.

Und auch Direktkandidatin ­Elisabeth Kula ist ­zufrieden. Stolz ist sie sogar, wie sie ihre Facebook-Freunde wissen lässt. Stolz auf Marburg. Denn an der Unistadt hätte es nicht gelegen, dass die Partei es auf Bundesebene nicht geschafft hat, drittstärkste Kraft zu werden. In Marburg zeichne sich ein „überragendes

Wahlergebnis für die Linken ab“, zeigte sich Kula unmittelbar nach den ersten Auswertungen euphorisiert. Bereits am Sonntagmittag herrschte ausgelassene Stimmung im Lager der ­Marburger ­Pogo-Anarchisten: Auf dem Weg zum Kreishaus twitterte die APPD vielsagend unter dem Hashtag #säuftbeiuns.

Auffallend ruhig war es dagegen lange Zeit am Sonntagabend um die Hauptkontrahenten um den direkten Einzug in den Bundestag: Sören Bartol (SPD) und Dr. Stefan Heck. Am Abend war ein einzelner, recht höhnischer Kommentar auf der Facebook-Seite des CDU-Kreisverbands zu lesen.

Unter dem Post zum Wahl-Aufruf für die Union schrieb Nutzer „Fred Aster“: „Tja, ­hätte sich Stefan Heck stärker von seiner Bundesvorsitzenden abgegrenzt, wäre er wohl direkt gewählt worden. Nun müssen wir den Schwiegersohndarsteller Bartol mal wieder ertragen.“ Letztgenannter zeigte sich ebenso wie sein Kreisverband besonders zurückhaltend. Auch bis zum späten Abend gab es keine Netzreaktion des SPD-Mannes, der auch in Zukunft in Berlin aktiv sein wird.

Daniel Baron von den Freien Wählern und Rainer Flohrschütz von den Grünen haben ihrerseits auch komplett darauf verzichtet, noch einmal etwas über die öffentlichen Kanäle zu versenden. Muss ja auch nicht.

In der Redaktion laufen die Kommentare der Nutzer ein

Während die Kandidaten die sozialen Kanäle also äußerst unterschiedlich in Anspruch nehmen, sind die Freunde und Follower der OP aussagefreudiger und gehen teilweise bereits kurz nach der Wahl tief in die Analyse hinein. Hier genannt sei ein Beispiel aus der OP-Whatsapp-Gruppe.

Dort schreibt Leser Uwe Gerhard, dass der erneute Einzug der FDP in den Deutschen Bundestag besonders wichtig sei, da dadurch die Möglichkeit zu einem „Jamaika-Bündnis“ be­stehe. „Dieses jedoch muss nun auch wirklich gelingen. Denn eine Neuwahl hätte aus meiner Sicht nur zwei Gewinner. Dies wäre sicherlich die AfD und auf der anderen Seite wäre es die Politikverdrossenheit, die zunehmen würde“, erklärt Gerhard. Weitere Reaktionen ­finden sie unten im Feedback-Kasten.

von Dennis Siepmann

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