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Schüler wählen "ihren" Bundestag

U-18-Wahl in Michelbach Schüler wählen "ihren" Bundestag

Michelbacher Grundschüler sowie Gymnasiasten der Marburger Elisabethschule stellten am Freitag sechs Bundestagskandidaten und Politikern ihre Fragen und stimmten ab

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Erneuerbare Energien, der Konflikt zwischen Donald Trump und Kim Jong Un sowie Hauptinvestitionen – die 75 Schüler interessierten sich für zahlreiche Themen.

Quelle: Elvira Rübeling

Marburg. Sören Bartol (SPD) erhielt von den Schülern in der U18-Wahl des CVJM Michelbach mit Abstand die meisten Stimmen. Seine Partei belegte hingegen nur den vierten Platz. An die zweite Stelle wählten die Schüler die Linken-Kandidatin Elisabeth Kula, gefolgt von Stefan Heck (CDU), Rainer Flohrschütz (Grüne) und Hanke Friedrich Bokelmann (FDP). Zwei Stimmen gaben die 75 Schüler auch dem AfD-Kandidaten Eric Markert, während seine Partei keine Stimme erhielt. Die meisten Zweitstimmen bekamen die Grünen und die CDU, gefolgt von der Linken, der SPD, der FDP und der AfD.

Bevor die Schüler ­ihre Stimme abgaben, stellten sich die Politiker und Bundestagskandidaten ihren Fragen. Für die Beantwortung wurde den sechs Kandidaten jeweils eine Minute Redezeit zur Verfügung gestellt. Dabei achteten die beiden Moderatoren Brigitte Götz, Vorsitzende des CVJM Michelbach und der vierzehnjährige Ron Mahmoodi peinlichst darauf, dass die vorgegebene Redezeit auch eingehalten wurde.

„Was halten Sie von erneuerbaren Energien?“, wollten die Schüler zum Beispiel wissen. FDP-Kandidat Hanke Friedrich Bokelmann sprach sich ­gegen den Bau der besonders hohen Windräder aus, da damit ­allein die Energiewende nicht ­gelingen könne. Der AfD-Kandidat Eric Markert lehnte Windkraft schlichtweg ab, weil er sie für nicht effizient halte. Stefan Heck (CDU) schloss sich dieser Meinung an. Nur Sören Bartol (SPD) sprach sich eindeutig dafür aus: „Da es den Planeten auch in Zukunft noch geben muss, müssen wir sauberen Strom produzieren“, so der Kandidat. „Darum muss Schluss sein mit Atomkraftwerken und Kohleenergie.“

Bei der Frage, wie die Politiker dem Konflikt zwischen Donald Trump und Kim Jong Un gegenüberstehen, konnte keiner seine Besorgnis verbergen. Die Kandidaten waren der Meinung, dass dadurch die Kriegsgefahr gewachsen sei (Linke), dass beide „durchgeknallt“ wären (FDP), eine „unkluge“ Politik betreiben würden (AfD), dass Trump seine Emotionen nicht im Griff habe (SPD) und Europa zusammen mit der UNO und UN zur Entspannung beitragen müsse (Grüne).

„Wofür sollte die Regierung das meiste Geld ausgeben?“, wollten die Schüler außerdem wissen. Die AfD- und FDP-Kandidaten sprachen sich für die Investition in Bildung und Infrastruktur aus. Stefan Heck (CDU) würde den Haushaltsüberschuss von 15 Milliarden Euro zu drei gleichen Teilen für die Rückzahlung von Schulden, zur Entlastung der Bürger und für Zukunftstechnologien aufwenden.

Sören Bartol (SPD) hingegen möchte Menschen, „die es nicht alleine schaffen“ unterstützen und in die Sozialsysteme investieren. Rainer Flohrschütz (Grüne) bevorzugt Investitionen gegen den Klimawandel, zur sozialen Absicherung und für „Gerechtigkeit“. Elisabeth Kula (Die Linke) meinte, dass sich Deutschland „kaputtgespart“ habe und in Infrastruktur, Bildung, Pflege, Gesundheit und die Umverteilung von Arm und Reich investieren müsse.

Nach der Beantwortung des vorgefassten Fragenkatalogs konnten die Schüler der Elisabethschule­ noch mit den Politikern persönlich ins Gespräch kommen. Die Grundschüler konnten währenddessen Michelbachs Ortsvorsteher Peter Aab Fragen stellen. Sie wollten viel über die Themen Flüchtlinge, ­Umwelt, Sporthalle in Michelbach, Atomkraftwerke und ­Natur wissen.

von Elvira Rübeling

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