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Immer im Dienst für mehr Gerechtigkeit

Direktkandidatin Elisabeth Kula (Die Linke) Immer im Dienst für mehr Gerechtigkeit

Politisch aktiv ist die 27-jährige Elisabeth Kula bereits im Stadtparlament Marburg. Das macht ihr sehr viel Spaß. Sie studiert zwar Politikwissenschaften, aber die Praxis ist dann doch irgendwie mehr ihr Ding. Gerne auch in Berlin.

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Elisabeth Kula kommt gebürtig aus Grünberg. In Marburg fühlt sich die Politikwissenschafts-Studentin sehr wohl. Gerne verbringt sie ihre Pausen im Café am Grün.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Sie kommt aus einem „typischen Arbeiterhaushalt“ wie sie selbst sagt. Dort lernt sie schon früh viele Dinge für‘s Leben, nimmt klare Positionen ein. Sozial sein, gefällt ihr, ist ihr ein echtes Anliegen. Wenn andere Kinder gemobbt wurden, schritt sie ein, suchte immer nach gerechten Lösungen. Zuhause wurde sie deshalb auch gerne mal liebevoll Robin Hood genannt.

Gerechtigkeit in der Gesellschaft ist auch heute noch ihr Anliegen. Nach dem Versuch ­eines Studiums der Volkswirtschaftslehre in Gießen, orientierte sie sich neu, kam nach Marburg und begann, Politikwissenschaften zu studieren. Gleichzeitig engagiert sie sich auch aktiv politisch. Bei der Linken findet sie ihr Zuhause. Für die Linke sitzt sie im Marburger Stadtparlament, für die Linke will sie nach Berlin. Für letzteres Vorhaben muss jetzt alles andere dem Wahlkampf untergeordnet werden. Denn sie will keineswegs nur als eine Kandidatin unter ferner liefen wahrgenommen werden. Ihr Bauchgefühl sagt ihr, dass sie das versuchen und dann im Erfolgsfall natürlich auch machen soll. Sie kann sich auf ihr Bauchgefühl immer verlassen, verrät sie.

Kula ist und bleibt ein Familienmensch

Es führte sie auch nach Marburg. „Beim VWL-Studium in Gießen hatte ich einfach das Gefühl, dass das nicht zu mir passt. Hier ist das ganz anders“, sagt sie. Sie ist die Erste aus der Familie, die einen akademischen Weg geht. Das allein ist schon sehr spannend. Dabei hat sie aber auch die Unterstützung zu Hause. „Grünberg ist ja nicht so weit weg, da kann ich an den Wochenenden auch mal hinfahren“, sagt sie. Sie ist und bleibt auch ein Familienmensch. Sie ist ein Einzelkind. Trotzdem wuchs sie in so einer Art Großfamilie auf. Da waren noch die Großeltern mit im Haus und tagsüber waren immer zwei Cousins mit dabei. „Wir waren wohl enger als manche Geschwister“, sagt sie.

Und Grünberg ist auch aus ­einem anderen Grund immer wieder Anlaufpunkt. Denn dort kann sie sich auch mit ihreren Band-Freunden treffen und üben. Elisabeth Kula spielt nämlich E-Gitarre und das keineswegs zu Songs von Andrea Berg. Nein musikalisch darf es ganz hart sein: Heavy Metal ist angesagt. „Metallica, es darf aber auch gerne Slayer sein“, lacht sie. Trashmetal eben. Sie fährt auch gerne als Besucherin auf kleiner Musikfestivals, sie spielt aber auch auf solchen mit der Band. Die heißt übrigens „Profet“ und bedient nach eigener Aussage den „hessischen Untergrund“.

Kommunalpolitik ist Ergänzung zum Studium

Bis zu 20 Auftritte haben sie, auch im Ausland. Und wenn Elisabeth Kula es mal ganz ruhig haben will, geht sie einem anderen Hobby nach: Astronomie fasziniert sie. „Ich habe eine Teleskop geschenkt bekommen, aber die Zeit dafür ist einfach viel zu kurz“, bedauert sie.

Ein großer Teil wird dann doch von ihrem politischen Engagement bestimmt. „Die Stadtverordnetenversammlungen werden immer gut vorbereitet“, sagt sie. Denn wenn sie schon als Linke gerne mal den anderen verbal auf die Finger klopfen will, dann muss sie natürlich auch das notwendige Hintergrundwissen zu der jeweiligen Sache haben. „Ich war sehr gespannt auf Kommunalpolitik und ich muss sagen, dass sie alles andere als langweilig ist“, stellt sie heraus. Für sie genau die richtige Ergänzung zum Studium. Praxis ist doch weit prägender als Theorie.

„Wir treffen uns einmal in der Woche mit der Fraktion und handeln alles nach einer festen Tagesordnung strukturiert ab.“ Als Kandidatin der Linke ist sie für eine Profilschärfung der Partei: „Eine zweite SPD brauchen wir in Deutschland nun nicht“, meint sie. Sie freut sich sehr, dass sie das Vertrauen ­ihrer Partei in Marburg hat, die Linke als Direktkandidatin gut zu vertreten. Elisabeth Kula­ wird sich als Kandidatin keineswegs auf Marburg beschränken. Sie will auch Bustouren in den Landkreis unternehmen und dort mit Menschen ins ­Gespräch kommen. „Die Menschen auf dem Land haben einfach andere Probleme als die in der Stadt. Auch da müssen wir Präsenz zeigen und Lösungen anbieten.“

"14 Prozent für uns und die AfD scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde."

Kula nimmt auch nicht ­alles einfach mal so hin. Sie hinterfragt Dinge. So auch letztens. Da sah sie einen Beitrag in der ZDF-Nachrichtensendung und wunderte sich ein wenig über die Aussagen eines befragten Experten zum Thema Renten. „Ich habe mich dann mal über diesen Experten im Internet schlau gemacht und ihn dort als Lobbyist für Versicherungen gefunden.“ Das hat sie dann nicht für sich behalten, sondern hat den Sender angeschrieben und ihr Recherche-Ergebnis mitgeteilt. Eine ­Antwort hat sie indessen nicht erhalten.  

Gefragt, wie für sie ein perfekter freier Tag aussieht, antwortet sie sofort: „Erst einmal ausschlafen, dann ein gemütliches Frühstück oder Brunch mit den WG-Bewohnern.“ Das klingt jetzt nach typisch Student – aber Elisabeth Kula macht dafür keineswegs um 18 Uhr Feierabend. „Ich kann sehr gut abends arbeiten. Und was macht sie, wenn sie tatsächlich in Berlin landen sollte? „Dann gehe ich hin“, sagt sie ganz locker. Aber sie hat es sich auch wirklich überlegt. Das wäre wirklich schon sehr schön. Und dann hat sie auch noch zwei Wünsche: „14 Prozent für uns und die AfD scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde.“

von Götz Schaub

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