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Selbstbewusst und mit offenem Visier

Direktkandidat Julian Schmidt (AfD) Selbstbewusst und mit offenem Visier

Landflucht junger Familien? Nicht mit Julian Schmidt. Er lebt mit seiner Familie ganz bewusst auf dem Land, und zwar in der Region, in der er groß geworden ist. Er weiß besonders die intakten Dorfgemeinschaften zu schätzen.

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Julian Schmidt wohnt mit seiner Familie glücklich in Lixfeld. Er fühlt sich aber auch in und rund um Niederhörlen, wo er aufwuchs und heute noch viel zu tun hat, sehr wohl.

Quelle: Tobias Hirsch

Lixfeld. Aktuell lebt Julian Schmidt mit seiner Frau und dem gemeinsamen Kind in Lixfeld in der Gemeinde Angelburg, also im tiefen Westen des Landkreises. Warum Lixfeld? „Meine Frau stammt von dort, dort lebt auch ihre Familie“, sagt der 27-jährige Familienvater.

Er selbst ist in Niederhörlen aufgewachsen, einem 400-Seelen-Dorf in der Nachbargemeinde Steffenberg. In Niederhörlen steht nicht nur das Elternhaus, für Schmidt ist das ganze Dorf sein Zuhause.  „Hier kennt jeder jeden, hier hilft man sich immer gegenseitig“, sagt er.

Und deshalb weiß auch jeder in Niederhörlen und Umgebung, was Julian Schmidt für ein Mensch ist. Auf jeden Fall ist Schmidt keiner, der sich in den hinteren Reihen versteckt, der lieber andere mal machen lässt. Nein, Julian Schmidt vertritt seine Meinungen offensiv, und steht entschieden für sie ein.

Er gehört zu den AfD-Sympathisanten der ersten Stunde, fand die Partei schon gut, als sie ihr Gründer Bernd Lucke gerade deutschlandweit bekannt machte. „Politisch orientierte ich mich erst an der FDP, habe diese Partei auch bei der ersten Bundestagswahl als Wähler 2009 gewählt, was ich aber im Nachgang bereut habe.“

Er blieb aber politisch interessiert, suchte nach ansprechenden Parteiprogrammen. „So beschäftigte ich mich mit den Zielen der AfD und konnte mich da schließlich wiederfinden.“ Daran habe sich bis heute nichts geändert. „Ich weiß nur von mir, dass ich nicht so bin, wie AfDler in den Medien oft dargestellt werden.“ In jeder Partei gebe es Kämpfe um Richtungen und Meinungen. Er will für seriöse und verlässliche Politik einstehen, mit Rassismus und Rechtsradikalismus habe er nichts am Hut. Und deshalb sagt er ganz entschieden: „Ich glaube zunächst an das Gute im Menschen und an die Demokratie. Ich für mich, kann jeden Morgen mit gutem Gewissen in den Spiegel schauen.“ Wenn die AfD in den Bundestag einziehen sollte, was sich Julian Schmidt natürlich wünscht, dann hat er die Hoffnung, dass diese Fraktion medial die gleiche Plattform wie die anderen im Bundestag vertretenen Parteien eingeräumt bekommt, damit sie auch zeigen kann „wer sie wirklich ist, für was sie steht“.

Vier Mal im Einsatz in Afghanistan

Für Julian Schmidt wäre es perfekt, wenn er dieser Fraktion angehören könnte, denn er kandidiert nicht aus Jux und Dollerei. Er wäre auch bereit für den Schritt in die große Politik der Bundeshauptstadt und hat vorab schon mal gerechnet. Wenn die AfD in Hessen um die 15 Prozent holt, könnte es für ihn sogar über die Landesliste nach Berlin gehen. Aber jetzt konzentriert er sich erst einmal auf den Wahlkampf der Direktkandidaten des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Was hat Julian Schmidt an politischer Erfahrung zu bieten? Nun, er war mehrfach betroffen von einer politischen Entscheidung, nämlich jener, deutsche Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Vier Mal war er in seiner achtjährigen Zeit bei der Bundeswehr in diesem Land eingesetzt. Er weiß also ganz genau, was so ein Einsatz wirklich bedeutet und letztendlich für jene, die dort sind, alles so mit sich bringt. Er war als Hubschraubermechaniker dabei. „Das sind sicher Erfahrungen, die einen prägen“, sagt er. Auch wenn er nicht zu jenen Soldaten gehörte, die auf Patrouille gingen, gab es immer wieder Situationen, die eine Gefahrenlage darstellten. Etwa dann, wenn ein Hubschrauber aufgrund eines Schadens nicht mehr zur Basis zurückkam und irgendwo außerhalb repariert werden musste.

Nach den Kommunalwahlen im März 2016 war er Mitglied der AfD-Fraktion im hiesigen Kreistag. Im Herbst 2016 gab er dieses Mandat zurück, weil er als AfD-Mann in den Verwaltungsrat der Sparkasse Marburg-Biedenkopf einzog. „Ich halte aber weiterhin engen Kontakt zur Fraktion und bin auch bei den Kreistagssitzungen als Besucher mit dabei“, sagt Schmidt.

Schmidt züchtet im Nebenerwerb Angus-Rinder

Er traut sich also viele Aufgaben zu. Auch privat: So züchtet er zum Beispiel Angus-Rinder. „Auf ökologische ­Haltungsweise im ­Nebenerwerb“, wie er betont. Ja, Landwirtschaft macht ihm schon Spaß, aber beruflich sucht er eine andere Herausforderung. Derzeit absolviert er ein Bachelorstudium Wirtschaftsingenieurswesen, Fachrichtung Energietechnik. Der Abschluss ist für diesen Herbst geplant, der weitere berufliche Werdegang ist in Vorbereitung.

Während des Studiums ist er auch der Hausmann, hat auch ein Jahr Erziehungszeit genommen, während seine Frau arbeiten ging. „So viel zum Familienbild der AfD, was so in der Öffentlichkeit kursiert“, sagt er.   Der bekennende Fan von Borussia Dortmund spielt auch selbst Fußball, im Trikot des SSV Hörlen. Und wenn dann tatsächlich irgendwann mal ein bisschen Zeit übrig ist, nimmt Julian Schmidt auch gerne mal ein Buch zur Hand. Nicht unbedingt die leichte Lektüre – Schmidt ist einfach wissbegierig, möchte nicht einfach blind Geschehnisse bewerten, sondern auch die Hintergründe dazu kennen. Ein Autor, den er da sehr hoch hält, ist leider schon verstorben, aber  deshalb nicht minder aktuell; Peter Scholl-Latour.

von Götz Schaub

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In unseren Video-Beiträgen (oben) erklären die heimischen Direktkandidaten, warum sie nach Berlin in den Bundestag wollen. Wenn heute Wahl wäre, wen würden Sie wählen?