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Landkreis Zwischen Quellen und Sumpfdotterblumen
Landkreis Zwischen Quellen und Sumpfdotterblumen
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22:31 09.07.2012
Bad Endbach

In Bad Endbach am Bürgerhaus steht ein Wanderportal für die Extratour Viertälerweg. Dieser Weg ist als Qualitätswanderweg durch das Deutsche Wanderinstitut zertifiziert. Nochmals ein kurzer Blick auf das Wanderportal - und dann gehe ich mit einer guten Übersichtskarte auf die Tour in Richtung Endbacher Platte.

Zur besseren Orientierung ist es sehr empfehlenswert eine aktuelle Wanderkarte mit auf den Weg zu nehmen, trotz guter Ausschilderung. Nachdem man die Ortslage Bad Endbach verlassen hat geht man auf einem Fahrweg ein Stückchen bergan und taucht dann sofort in das Wildbachtal hinein.

Die Karte der Wanderroute finden Sie hier zum Download:

Weg_4_Vietälerweg_2012 (42,8 kB)

Schnell erkennt man, dass hier kein gemütlicher Tälerspaziergang ansteht, denn es geht kontinuierlich auf einem weichen Waldweg bergan.

Auf dem Weg durch den schönen Buchenwald lädt ein Wassertretbecken zu einer ersten Kneipptherapie ein, doch ich gehe - noch relativ frisch - daran vorbei und gelange alsbald zu einer Informationstafel über Waldquellen im Lahn-Dill-Bergland.

Der Weg führt über eine kurze Strecke über Holzbohlen durch den hauptsächlich aus Schwarzerlen und Eschen bestehenden Auwald. Immer weiter geht es bergan, insgesamt 150 Höhenmeter müssen bewältigt werden. Dann erreicht man die Endbacher Platte, ein ehemaliges Gasthaus. Jammerschade, dass dieses Ausflugsziel nicht mehr existiert.

Der Weg verläuft nun eine kurze Strecke auf dem Plateau, dann taucht man in das Meerbachtal ab. Je weiter man bergab geht, umso attraktiver wird der Weg. Eine Informationstafel zu den Meerbachquellen, anbei Bänke und Tisch unter einer alten Buche, ein Gesteinsaufschluss mit Schiefer und unterhalb ein Quellaustritt, eine verwunschene Stelle am Wegesrand.

Klicken Sie auf die Buttons an den Wanderrouten, um zur jeweiligen Detailbeschreibung zu gelangen.

Talabwärts gelangt man zu einer großen Waldwiese, taucht wieder in den Wald ein und erreicht den tiefsten Punkt im Meerbachtal. Auf der Wegebeschilderung ist - rechtwinklig abknickend - zu lesen: 1.9 Kilometer Mellberg. Dieser Berg ist 472 Meter hoch, also steht wieder eine Steigungsstrecke an.

An dem Seitenarm des Meerbaches entlang gewinnt man, oft durch frühlingsgrüne Buchenwaldungen, kontinuierlich an Höhe, bis man ein Stückchen unterhalb des Mellberges den Scheitelpunkt der Etappe erreicht. Nach einem kurzen Wegestück bergab tritt man aus dem Wald heraus und hat am Rastplatz Mellberg eine schöne Aussicht auf das Lahn-Dill-Bergland und die Bergkette mit dem hessisch-westfälischen Grenzweg, dem Rothaarsteig. Vom Rastplatz führt der Viertälerweg in das Tal des Frommröder Beckens hinab. Der Weg führt durch ein reizvolles Wiesental, danach geht‘s auf gleichbleibendem Niveau durch den Wald bis zur Landstraße Günterod-Bischoffen. Der Wegbeschilderung ist zu entnehmen, dass es jetzt noch 3,1 Kilometer bis zum Schönscheid sind. Die nächste Bergetappe beginnt.

Auf Holztafeln sind am Wegesrand die Gewannnamen „Im tiefen Hofe“ und „ In den Wallen“ zu lesen. Dort ist auch die Wüstung des Dorfes Frommrode gelegen, welches 1356 als Solmsisches Dorf und 1420 als Wüstung beschrieben ist.

Auf halbem Weg geht der Blick talaufwärts zum Pfaffenberg, an dem man später vorbei geht. Im oberen Teil der Etappe wird die Steigung geringer, gut ist, dass ab und an eine Ruhebank steht auf der man bei Bedarf verschnaufen kann. Vorbei an hängigen Wiesenflächen führt der Weg in das Waldgebiet des Schönscheides. Beim Austritt aus dem Wald kommt man an einen herrlichen Aussichtspunkt - eine Infotafel verrät, dass man unter anderem bis zum Dünsberg und nach Hohensolms blicken kann und Bänke und ein Tisch laden zur Rast auf466 Höhenmetern ein.

Der weitere Weg führt talabwärts um Günterod herum. Es geht nun vorbei an schönen Waldungen, einer Wiese übersät mit Schlüsselblumen und einem Wassertretbecken in das Endebachtal. Die letzten zwei Kilometer führt der Weg stetig bergab, vorbei an einer Wiese mit Sumpfdotterblumen bis zum Bürgerhaus Bad Endbach. Geschafft!

Viertälerweg in Kürze:

Region: Lahn-Dill-Bergland; Strecke: 16,2 Kilometer; Höhenlage: 310 bis 498 Höhenmeter; Dauer: 3,5 Stunden (geübte Wanderer), 5 Stunden (Genusswanderer); Wanderkarte: Lahn-Dill-Berglandpfad, Wanderschuhe und Rucksackverpflegung sehr zu empfehlen; An- und Abreise: mit Buslinie bis Bad Endbach Bürgerhaus, mit Pkw bis Bad Endbach Bürgerhaus oder Friedhof; Besonderheiten: Hoher Anteil an unbefestigten Waldwegen, Landschaftsgenuss am Wanderweg und bei den Aussichtspunkten.

von Gerd Daubert

Zur Person: Gerd Daubert schnürt die Wanderschuhe. Der 65-jährige Marburger leitete bis ins vergangene Jahr das Amt für den ländlichen Raum und war in die Gründung der Regionalvereine Lahn-Dill-Bergland und Burgwald involviert. Daubert ist ein absoluter Kenner der Region und hat an der Entwicklung des Wanderwegenetzes entscheidend mitgewirkt. Zudem ist er ein passionierter Wandersmann.