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Landkreis Zum Saisonstart in den Burgwald
Landkreis Zum Saisonstart in den Burgwald
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22:25 09.07.2012
Die Routen im Überblick: Zehn Wanderstrecken in zehn Wochen - die OP-Serie führt in alle Teile des Landkreises. Quelle: Alexander Pavlenko
Schönstadt

Am Sonntag, 22. April, beginnt mit einer Sternwanderung zur Grillhütte Bracht die Wandersaison im Burgwald. Um 10.30 Uhr startet die Wandergruppe aus Cölbe-Schönstadt vom Wanderparkplatz, dem Wanderportal am alten Wasserhochbehälter auf dem Premiumwanderweg „Extratour Junkernpfad“.

An dem Wanderportal kann man den Streckenverlauf studieren und sich einen Überblick über die interessanten Infor-mationspunkte verschaffen - nicht nur bei der Saisoneröffnung am Sonntag, sondern auch, wenn man eigenständig zu einer Tour auf dem Junkernpfad aufbricht.

Ein Tipp: Wanderer sollten der Nummerierung der Info-Tafeln folgen. Dann geht es los, und zunächst bergan auf einem Schotterweg, den Junkernwald mit einem feudalen Jagdschloss vor Augen. Direkt am Waldrand führt ein Pfad zum Junkerngrab. Begründet wurde dieser kleine Friedhof als Erbbegräbnisstätte durch die Familie von Milchling im Jahre 1798. Die Familie von Milchling war seit dem 13. Jahrhundert in Schönstadt ansässig, hatte großen Grundbesitz und beeinflusste die Lebensverhältnisse im südlichen Burgwald über die vielen Jahrhunderte stark.

Noch ein kurzes Stück geht es bergauf - dann kann man im weiteren Verlauf an vielen Stellen das schöne Landschaftsbild des südlichen Burgwalds, die Fernsicht auf die Amöneburg, im Hintergrund den Vogelsberg mit dem Hoherodskopf und weiter südlich die Lahnberge und den Dünsberg bei Gießen erblicken. Wenig später fällt der Blick auf die Hugenottendörfer Schwabendorf und Wolfskaute, und weiter nördlich erscheint der Kellerwald mit dem Wüstengarten mit Aussichtsturm und dem Hohen Lohr mit Sendeturm. Immer wieder lädt auch eine Bank zur Rast und einem etwas längeren Genuss des Landschaftsbildes ein.

Am Friedhof des kleinen Ortes Schwarzenborn knickt der Wanderweg rechtwinklig Richtung Norden ab und läuft auf einem Rasenweg direkt auf dem für den Burgwald typisch bewaldeten Großen Hirschberg (381 Meter über Normalnull) zu, biegt aber vor der Kuppe ab. Dort kann man kann sich bei zwei uralten Eichen über die im Mittelalter übliche Nutzung des Waldes als Hutewald für das Vieh der Bauern aus den umliegenden Dörfern informieren. Nicht mehr weit ist es zum Grillplatz Bracht, wo an diesem Sonntag ab 12 Uhr die Wandersaison in der Region Burgwald-Ederbergland eröffnet wird. Dort befindet sich eine Informationstafel über die naheliegende Siedlung Bracht und die dort vor Jahren bei Grabungen vorgefundenen Utensilien einer steinzeitlichen Siedlung.

Der Junkernpfad biegt nun immer mehr in östliche Richtung ab und taucht in den Junkernwald beim Jagdhaus Bracht ein. Das Jadhaus wurde 1721 errichtet und diente dem hessischen Langrafen als Unterkunft bei den Jagden im Burgwald, aber auch als geheimer Konferenzort. Nach einer kurzen Strecke durch das Brachter Feld beginnt bei einem Bienenstand mit Teichen der Weg durch den Junkernwald, meist auf schmalen Pfaden.

Später folgt man dem Tal des Roten Wassers. Die Talaue ist geprägt durch ein Mosaik aus bewirtschafteten und unbewirtschafteten Arealen mit vielen Feuchtgebieten. Auf der gegenüberliegenden Talseite ist die 1525 erbaute Waldmühle zu sehen und am Ende des Waldpfades stößt man auf die Neue Mühle. Bitte aufpassen: Wo der Waldpfad auf den Waldweg vor der Neuen Mühle trifft, ist man versucht, geradeaus weiterzugehen. Der Junkernpfad biegt aber scharf nach links ab und geht nach wenigen Metern wieder nach rechts aufwärts um das Pumpwerk der Gemeinde Cölbe herum, danach den Waldrand entlang und auf dem Schotterweg nun abwärts zum Waldportal zurück. Wer noch Lust und Laune hat, sollte sich in dem von vielen Fachwerkhäusern geprägten Ortskern von Schönstadt umsehen.

Der Junkernpfad in Kürze:

Region: Burgwald-Ederbergland; Strecke: 10 Kilometer; Höhenlage: 210 bis 306 Meter über Normalnull; Dauer: zwei Stunden (geübte Wanderer), drei Stunden (Genusswanderer); Zufahrt: mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab Bahnhof Cölbe (Bus); mit Pkw über die B 3, Ortsmitte Schönstadt, ab dort ist der Weg zum Wanderportal beschildert; mit dem Fahrrad vom Ohmtalradweg nach Schönstadt abbiegen, Schildern folgen. Weitere Infos: Wegmarkierung J; Wanderschuhe empfohlen. Broschüre: Extratour Junkernpfad über www.burgwald-touristservice.de

Klicken Sie auf die Buttons an den Wanderrouten, um zur jeweiligen Detailbeschreibung zu gelangen.

von Gerd Daubert

Zur Person:

Zehn Touren, tausend Eindrücke

Fast drei Monate lang 
war Gerd Daubert 
allwöchentlich für die OP im Landkreis unterwegs. Die Wege, die er für die OP abgelaufen hat finden Sie per Klick auf die Karte. Seine Eindrücke schildert der Wanderprofi im Interview.

Der 65-jährige Marburger leitete bis ins vergangene Jahr das Amt für den ländlichen Raum und war in die Gründung der Regionalvereine Lahn-Dill-Bergland und Burgwald involviert. Daubert ist ein absoluter Kenner der Region und hat an der Entwicklung des Wanderwegenetztes entscheidend mitgewirkt. Zudem ist er ein passionierter Wandersmann.

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