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Landkreis „Wichtig war, die Leute zu informieren“
Landkreis „Wichtig war, die Leute zu informieren“
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18:20 28.04.2011
Dr. Claudia Kuhnhen in ihrem Garten in Wetter. Als Leiterin des Kreisgesundheitsamts saß sie wenige Tage nach der Reaktorkatastrophe bei einer OP-Aktion am Telefon und beantwortete die Fragen verunsicherter Bürger. Quelle: Stefan Weisbrod

Marburg. Nachdem das Unglück im Atomkraftwerk nahe der damals sowjetischen Stadt Tschernobyl bekannt wurde, waren auch die Menschen in und um Marburg verunsichert: Was bedeutet das für uns? Was müssen wir tun? Was dürfen wir nicht mehr machen? Hunderte Menschen riefen beim Gesundheitsamt in Marburg an und wollten es wissen. Dr. Claudia Kuhnhen war damals Leiterin des Amtes – und in dieser Funktion dafür verantwortlich, dass die damals rund 240.000 Bewohner des Landkreises Marburg-Biedenkopf möglichst genau über die Gefahren und vor allem den angemessenen Umgang mit ihnen Bescheid wussten.

Im Herbst 1983 hatte Kuhnhen die Leitung des Kreisgesundheitsamts übernommen. Zweieinhalb Jahre später sah sie sich mit der größten Herausforderung ihrer beruflichen Laufbahn konfrontiert. „Es war der größte Akt; der, der mich am meisten bewegt hat“, sagt sie heute – nach einem Vierteljahrhundert Amtsleitung. Seit zwei Jahren genießt die Wetteranerin nun ihren Ruhestand. An die Ereignisse im Frühling 1986 kann sich Kuhnhen noch gut erinnern. Mit dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima Mitte März sei das Geschehen wieder in die Erinnerung gerufen worden, ebenso durch die Berichterstattung über den Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl.

von Stefan Weisbrod

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