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Landkreis Wehrdaer nahm an Marne-Schlacht teil
Landkreis Wehrdaer nahm an Marne-Schlacht teil
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17:14 22.09.2014
Marianne Amelung betrachtet das Fotoalbum ihrer Großtante (Foto links: Hitzeroth). Darin findet sich auch ein Foto ihres Großvaters als Soldat auf einem Pferd im Ersten Weltkrieg (Privatfoto).
Marburg

Als junges Mädchen hat Marianne Amelung ihren Großvater Philipp Grebe noch kennengelernt. Doch zu seinen Erlebnissen im Ersten Weltkrieg hat sie ihn nie befragt. Im Jahr 1969 starb der Wehrdaer Landwirt dann im Alter von 79 Jahren.

Es war erst ein altes Fotoalbum der jüngeren Schwester ihres Großvaters, das sie jetzt anlässlich der 100-jährigen Wiederkehr des Kriegsbeginns in diesem Jahr dazu brachte, sich ausführlicher mit dem Thema Erster Weltkrieg zu beschäftigen.

Dem Album liegt ein Militärpass mit einem Foto ihres Großvaters bei, in dem auch seine Einsatzorte in Frankreich aufgezeichnet sind. Aus Erzählungen weiß Marianne Amelung auch, dass Philipp Grebe an der Westfront als Pferdepfleger eingesetzt wurde. Eine Aufgabe, die für ihn etwas Besonderes war. Denn er bewirtschaftete zwar in Wehrda einen kleinen Hof, aber er hatte dort nie selber Pferde, berichtet Marianne Amelung.

Ein Foto in dem Album zeigt ihren Großvater in Uniform hoch zu Ross.

Philipp Grebe war beim Beginn des Ersten Weltkriegs 22 Jahre alt. Am Kriegsende - ab Anfang Mai 1917 - wurde er laut den Eintragungen in seinem Wehrpass beim Krieg in Frankreich eingesetzt. Dort nahm er unter anderem an der zweiten Schlacht an der Marne teil, die vom 15. Juli 1918 bis zum 6. August 1918 stattfand.

Es war eine der entscheidenden Schlachten zwischen den Deutschen und den alliierten Kriegsgegnern, die endgültig zur Niederlage der deutschen Armee beitrugen.

Und es war eine Schlacht, in der viele Soldaten starben. Die deutschen Verluste während der Schlacht betrugen geschätzte 168000 Mann, davon wurden 29000 Soldaten gefangen genommen. Die Verluste der Alliierten beliefen sich auf 95000 Franzosen, 16500 Briten, 12000 Amerikaner und 10700 Italiener.

Während Grebe in Frankreich war, müssen sich die Eltern und die Schwester Maria um den heimatlichen Bauernhof in Wehrda mitgekümmert haben.

In ihrem Album hat die 1899 geborene Maria Fotos eingeklebt, die ihren sieben Jahre älteren Bruder in der Soldatenuniform zeigen.

Aber es sind auch bebilderte Feldpostkarten zu sehen, die er ihr nach Hause nach Wehrda geschickt hat und die teilweise idyllische Ansichten aus dem Ausland zeigen. In kitschigen Postkartenbildern sind zudem wehmütige Abschiedsszenen von Soldaten dokumentiert.

„Wenn man diese idyllischen Szenen mit dem Geschehen in den Weltkriegsschlachten vergleicht, dann bekommt man eine Gänsehaut“, meint Marianne Amelung. Millionen Europäer starben auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Ihr Großvater und auch dessen jüngerer Bruder Konrad kamen zurück und das auch noch ohne Verletzungen.

Dennoch denkt Marianne Amelung auch über die Schrecken des Ersten Weltkriegs und des wenige Jahrzehnte folgenden Zweiten Weltkriegs nach, wenn sie das Familienalbum jetzt 100 Jahre nach dem Ausbruch des „Großen Krieges“ betrachtet.

Abschiedsszene auf einer Feldpostkarte aus dem Fotoalbum von Marianne Amelung.

von Manfred Hitzeroth

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