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Stadt, Land, Fluss: Alles drin in der Tour

Wanderserie, Teil 9 Stadt, Land, Fluss: Alles drin in der Tour

Die Amanaburch-Tour ist noch keine zertifizierte Route - die OP-Leser lernen sie trotzdem kennen. Wandersmann Gerd Daubert war für unsere Serie auf der Strecke rund um die Amöneburg unterwegs.

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Rund um die „Amanaburch“: Unterwegs auf der Route bietet sich ein Besuch des Industriedenkmals Brücker Mühle an.

Quelle: Nadine Weigel

Amöneburg. „Amanaburch“, der keltische Name für Amöneburg, der Stadt auf dem Berg, gab der Wandertour den Namen. Der Weg führt in das Tal der Ohm (Amana) hinein, rund um die Bergkuppe und in die Altstadt von Amöneburg.

Der Parkplatz bei der Bushaltestelle „Amöneburger Rastplatz“ ist Ausgangspunkt der Wanderung. Die Stadt Amöneburg bietet einen Flyer mit Karte und Wegebeschreibung an, der auch im Internet zu finden ist. Zudem ist der Weg auch gut beschildert.

Die Streckenkarte zum Download:

Weg_9_Amöneburg 55,60 kB

Vom Parkplatz geht man wenige Meter an der Kreisstraße bergan, überquert diese und wandert auf einem Weg am Hang der Amöneburg entlang. Schon nach wenigen Metern gelangt man an das Gatter eines Beweidungsprojektes, geht hinein und trifft auf eine Ziegenherde die auf den sehr hängigen Flächen den Heckenwuchs verbeißen und so die ökologisch sehr wertvollen Lebensgemeinschaften des Halbtrockenrasens mit Heidenelken, Quendel und Natternkopf aber auch Goldammer, Goldlaufkäfer und Schwalbenschwanz erhalten soll. Das Beweidungsprojekt findet man auf einer Teilfläche des Naturschutzgebietes Amöneburg, das die Bergkuppe umschließt.

Der Weg führt aus dem Naturschutzgebiet heraus, am Gehöft Laushöbel vorbei in die Talaue des Rulfbaches, danach am Bach und an der „Alten Ohm“ entlang. Die Bachläufe mit ihrer Ufervegetation sind wichtige Vernetzungselemente des Naturschutzes, man kann dieses auch an der Vielfalt der Vogelstimmen, unter anderem von Rohr- und Goldammern, Wasseramseln und Feldlerchen, ermessen.

Man geht kurz an der Ohmtalbahnlinie und an der Kreisstraße entlang und kommt zum Brücker Wirtshaus mit dem Friedensstein und dahinter zur Brücker Mühle und der historischen Ohmbrücke. Der barocke Obelisk erinnert daran, dass 1762 an der Ohmbrücke ein Gefecht zu Ende des Siebenjährigen Krieges stattgefunden hat. Das Kultur- und Industriedenkmal Brücker Mühle, in dem seit 1248 Getreide gemahlen wird, kann man besichtigen. Auch ein Einkauf oder eine ausgiebige Rast mit Bewirtung ist dort möglich.

Zurück geht‘s über die Bahnlinie, kurz durch das Neubaugebiet führt der Weg am Osthang der Amöne-burg auf Wiesenwegen bergauf bis zum Waldgürtel, dann ein Stück am Waldrand entlang zu einem Bildstock mit alter Linde, einer Bank und Felsformationen dahinter. Den mit Linden bestandenen „Schlangenpfad“ wandelt man aufwärts bis zu einer Bank am Rande der Altstadt. Geschafft - bis hierhin sind etwa 160 Höhenmeter überwunden. Die Bank lädt zum Verschnaufen ein, mit einem Blick auf den Kellerwald und die Main-Weser-Wasserscheide.

Auf dem Panoramaweg kommt man am Hainer Tor und der evangelischen Kapelle vorbei zum Brücker Tor. Etwas Überwindung kostet es schon, aber ich gehe dennoch etwa 200 Meter an der Straße bergab, um die beeindruckenden Basaltsäulenformationen zu sehen und anhand der Informationstafel die Entstehungsgeschichte des Bergmassives zu verstehen - und es lohnt sich. Zurück zum Brücker Tor über den „Wickenburg“ führt der Weg zum Marktplatz mit Rathaus, Museum und Naturschutzinformationszentrum (NIZA). Ich nehme mir vor, Museum und NIZA an einem anderen Tag zu besuchen und gehe durch die Mittelgasse und das „Lindauer Tor“ auf die „große Mauer“, das ist der zweite Teil des Panoramaweges mit vielen Bänken und Fernsichten zum Ederbergland, Lahn-Dill-Bergland, Dünsberg und ohmtalaufwärts zum Vogelsberg. Auch die eingehende Besichtigung der Schlossruine und der neugotischen Stiftskirche nehme ich mir für meinen nächsten Besuch in Amöneburg vor, vielleicht in Verbindung mit dem Kunsthandwerkermarkt und Familientag an diesem Sonntag, dem 17. Juni.

Am Marktbrunnen mit dem Schutzpatron St. Martin vorbei führt der Weg bald zurück in die Natur.

Durch einen Eichenhain, vorbei an einem schön gelegenen Spielplatz, geht der Rundweg um die Wenigenburg mit Resten alter Wallanalagen und dem Blick auf die Magerrasenflächen des Naturschutzgebietes bergab zum Ausgangspunkt der Amanaburch-Tour.

von Gerd Daubert

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