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Naturerlebnis im tiefen Hinterland

OP-Wanderserie Naturerlebnis im tiefen Hinterland

Naturschönheiten, seltene Lebensräume, Tiere und fantastische Aussichten vom Hochplateau - der Hörle-Panoramaweg ist besonders abwechslungsreich.

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Durch abwechslungsreiche Landschaft geht‘s auf den Hörle-Panoramaweg Richtung Wacholderheide.

Quelle: Lahn-Dill-Bergland

Oberhörlen. Dem Namen des Weges folgend entscheide ich mich für den Start am Wanderportal am Sportplatz von Oberhörlen. Der Hörle-Panoramaweg ist durch das Deutsche Wanderinstitut als Premiumwanderweg mit hervorragender Bewertung zertifiziert, also bin ich auch besonders neugierig.

Vor dem Wanderportal stehend sehe ich links oben den Galgenberg und entschließe mich spontan, die Route in dieser Richtung, im Uhrzeigersinn, zu begehen. Es ist auch für diesen Weg sehr empfehlenswert - trotz ausgezeichneter Beschilderung -, zur Orientierung eine gute Wanderkarte mit auf den Weg zu nehmen.

Die Karte der Wanderroute finden Sie hier zum Download:

Bergan führt der Weg gerade auf den Galgenberg zu. In einer kleinen Schleife befindet sich ein aufgelassener Diabassteinbruch mit einem Tümpel an der Sohle. Wie man auf der Infotafel erfährt, ist dies ein besonderer Lebensraum für Vögel, Amphibien und Schmetterlinge.

Etwas weiter oben am Galgenberg weidet auf einer kargen Kuppe eine große Herde Schafe, wichtige Landschaftspfleger in dieser Region. Man geht auf etwa gleichem Höhenniveau weiter und gelangt zur Schutzhütte und einem Informationspunkt am Galgenberg - früher eine Hinrichtungsstätte, heute ein Platz, an dem sicher einige Feiern stattfinden. Von hier führt der Weg in einem Bogen, oft auf Wiesenwegen, über eine Kuppe hinüber in das Dietetal. Immer wieder sieht man Pferde und Rinder und manchmal die zotteligen Hochlandrinder auf den Weiden.

Oberhalb des Sportplatzes Oberdieten, dort steht ein zweites Wanderportal, geht es langsam bergauf wiederum über den Höhenzug zurück ins Hörletal. Viele Bänke stehen am Wegesrand und laden immer wieder zu einem Päuschen mit Blick in die Tallandschaft ein. Grün in allen Schattierungen präsentiert sich das Landschaftsbild, vom dunklen der Fichte bis zum zarten der Buchen und Wiesen.

Das nächste Ziel ist die Hörlefurt unterhalb von Niederhörlen. Ein Steg führt über den Bach und danach läuft man eine kurze Strecke im Wald direkt an der Hörle entlang. Anschließend führt der Weg bergauf, über die Landstraße Niedereisenhausen-Niederhörlen hoch, nahe am Steffenberg vorbei, dem Berg, der der umliegenden Gemeinde den Namen gab. Auf diesem Weg kommt man an einer Wacholderheide vorbei, einem Lebensraum für viele Schmetterlinge, Vögel, Eidechsen, aber auch Enzian, Orchideen und Arnika.

Bis zur Höhe mit Namen Ecke führt der Weg bergan, darauf leicht bergab und über längere Zeit auf gleichem Niveau. Dabei bieten sich jetzt Blicke auf Gönnern und ins Gansbachtal. An der Schutzhütte „Unter der Bracht“ geht es wieder bergauf, am Sportplatz Gönnern, einem „Schnullerbaum“, an dem schon einige Kinder ihren Schnuller abgegeben haben, und am Kinderwald Gönnern vorbei. Auf dem Weg ist jetzt auch der Fernmeldeturm der Angelburg zu sehen. Sobald man auf der Höhe des „Madche“ bei 557 Höhenmetern aus dem Wald tritt, gelangt man auf ein unbewaldetes Hochplateau, ein Wiesenareal, fast einen Kilometer lang und bis zu 500 Meter breit - die Selbachshute. Man kann fast den Eindruck gewinnen, auf einer Hochalm in den Bergen zu sein, und sucht nach einer bewirtschafteten Hütte. Auch der weite Blick zum Rothaargebirge, Westerwald und Vogelsberg bestätigen nochmals diese Eindrücke.

Eine vielfältige Vogelwelt mit Raufußkauz, Schwarzspecht, Wachtel und Heidelerche ist hier zu finden, zudem in den Monaten Oktober und November Zugvögel, die hier rasten. Am südwestlichen Rand senkt sich das Plateau ab und man kommt zu einem kleinen Teich, der sehr schön in der Landschaft eingebettet ist, dem Quellteich der Hörle. Dem Bach entlang, bergab geht es weiter, vorbei an einem kleinen Pavillon, der von dem Dorfverein „Mer Uwernhöller“ gerade neu erbaut wird. Dieser Verein betreut vorzüglich den Wanderweg und hat sich die Bewahrung und Entwicklung des Ortes und seiner Landschaft zum Ziel gesetzt.

Immer weiter führt der Weg an der Hörle entlang bergab, bis nahe an Oberhörlen heran. Man wähnt sich schon fast am Endpunkt des Weges, muss dann aber noch ein Stück bergan bis zum Sportplatz Oberhörlen gehen. Am Ziel!

Hörle-Panoramaweg in Kürze: Strecke: 15,6 Kilometer Höhenlage: 375 bis 557 Höhenmeter Dauer der Wanderung: vier Stunden (geübte Wanderer), fünf Stunden (Genusswanderer) Wanderkarte: Lahn-Dill-Berglandpfad und Flyer „Historie am Hörlepanoramaweg“ des Vereins „Mer Uwernhöller“ Tipps:Wanderschuhe und Rucksackverpflegung sind sehr zu empfehlen An- und Abreise: Mit Buslinie ab Bahnhof Biedenkopf. Mit dem Auto bis Oberhörlen, Sportplatz, oder Oberdieten, Sportplatz Besondere Eindrücke:Abwechslungsreiche Wanderstrecke mit vielen Ausblicken, etwa vom Hochplateau Selbachshute, einer Almwiese; Hörlequelle und Hörletal.

Klicken Sie auf die Buttons an den Wanderrouten, um zur jeweiligen Detailbeschreibung zu gelangen.

von Gerd Daubert

Zur Person:

Gerd Daubert schnürt die Wanderschuhe. Der 65-jährige Marburger leitete bis ins vergangene Jahr das Amt für den ländlichen Raum und war in die Gründung der Regionalvereine Lahn-Dill-Bergland und Burgwald involviert. Daubert ist ein absoluter Kenner der Region und hat an der Entwicklung des Wanderwegenetzes entscheidend mitgewirkt. Zudem ist er ein passionierter Wandersmann.

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