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Marburg Universität Berühmte Professoren mehren den Ruf
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15:21 09.09.2009

Marburg. Marburg hat keine Universität, Marburg ist eine Universität. Dieser geflügelte Spruch zeigt auf, dass die Philipps-Universität in Marburg eine überragende Bedeutung hat.

Galt die Hochschule in den vergangenen Jahrhunderten seit der Gründung im Jahr 1527 oft als eigene „Stadt“ in der Stadt, als ein universitärer Elfenbeinturm, so hat inzwischen eine Art Öffnung zum städtischen Alltag hin begonnen. Der neue Campus Firmanei am Alten Botanischen Garten ist das wichtigste Zukunftsvorhaben von Stadt und Universität. Mit ihm rücken Stadt und Hochschule auch räumlich näher zusammen.

Der Universalgelehrte Johann Heinrich Jung-Stilling, der Physiker Karl-Ferdinand Braun (Erfinder der Braunschen Röhre) oder der Philosoph Martin Heidegger: Sie alle waren berühmte Marburger Professoren. Die lange Gelehrtentradition der „Alma Mater Philippina“ (Philipps-Universität) begann vor mehr als 475 Jahren mit elf Professoren. Landgraf Philipp der Großmütige gründte die Hochschule im Alter von 23 Jahren. Zu den ersten Professoren zählte der Theologie-Professor Adam Krafft, im „Nebenberuf“ gleichzeitig Reformator des Landes Hessen. Von der Universitätsgründung im Jahr 1527 bis 1533 lehrte Euricius Cordus, Autor des ersten Botanik-Lehrbuches, an der Medizinischen Fakultät. Eine seiner ersten Marburger Veröffentlichungen beschäftigte sich im Jahr 1529 mit der rätselhaften, sehr ansteckenden Infektionskrankheit „Englischer Schweiß“, derentwegen das Marburger Religionsgespräch auf dem Landgrafenschloss mit den Reformatoren Martin Luther und Ulrich Zwingli vorzeitig abgebrochen werden musste.

Knapp 200 Jahre nach der Gründung der Hochschule begann an der Philipps-Universität eine Blütezeit, die stark mit dem Aufklärungs-Philosophen Christian Wolff verknüpft war.

Auch der 1901 mit dem ersten Medizin-Nobelpreis ausgezeichnete Emil von Behring lehrte an der Marburger Hochschule. Mit den Behringwerken gelang ihm eine der ersten Ausgründungen aus der Universität – mit nachhaltigem Erfolg.

Derzeit sind an 16 Fachbereichen 20.000 Studierende eingeschrieben, mehr als die Hälfte sind Frauen.

von Manfred Hitzeroth

Nächste Woche geht es weiter mit Dautphetal.

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