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Kirchhain Handel gibt Kirchhain das Fundament
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15:24 09.09.2009

Kirchhain. Kirchhain, die „Stadt an Ohm und Wohra“, ist jünger als viele ihrer Stadtteile. Großseelheims Ursprünge zum Beispiel liegen im Jahr 920, die der Stadt Kirchhain „gerade einmal“ im Jahr 1352.

Für Kirchhain war die Gebietsreform 1974 ein Einschnitt. Das Mittelzentrum wuchs, teilweise gegen den Widerstand einzelner Orte wie Emsdorf, die zwangseingemeindet werden mussten. Die Stadt schaffte es in den vergangenen gut drei Jahrzehnten aber, ihre „neuen“ Stadtteile zu integrieren, ohne ihnen ihre Identität zu nehmen.

Von je her war Kirchhain als Handelsstadt bekannt. Das ist sie auch geblieben. Wer in der Ohmstadt wohnt, freut sich über einen gewachsenen Einzelhandel in der Kernstadt. Doch gerade die steht vor einem großen Umbruch mit offenem Ausgang: Am Stadtrand wächst ein Einkaufszentrum in die Höhe. Auch für das Gelände rund um den historischen Bahnhof, der endlich der Stadt gehört, gibt es Visionen, zum Beispiel für einen Lebensmittelmarkt. Doch allen Visionen setzt die finanzielle Realität enge Grenzen: Kirchhain ist hoch verschuldet. Im Jahr 2009 klafft im Haushalt ein Vier-Millionen-Euro-Loch. Nach Jahren finanzieller Erholung ist das Defizit wieder gewachsen.

Um doch noch etwas bewegen zu können, ist Eigeninitiative der Bürger besonders gefragt. Darum wird das Hallenbad von einer privaten Betreibergesellschaft am Leben erhalten. Die Burgholzer bewirtschaften ihr Bürgerhaus in Eigenregie und ein Förderverein macht es möglich, dass Kulturdenkmäler wie der Hexenturm erhalten bleiben.

Kirchhain ist sich seiner Stärken als familienfreundliche Wohnstadt bewusst, schafft Bauplätze und Betreuungsangebote. Zudem entsteht ein Jugendzentrum, wenn auch die Entscheidung dafür – wie viele weitere Beschlüsse in Kirchhain – politisch heiß diskutiert wurde.

Das Mittelzentrum hat sich über den Ostkreis hinaus als „Stadt der Märkte“ etabliert. Legendär ist das Würfeln um Torten „zwischen den Jahren“, das mit dem Neujahrmarkt seinen Abschluss findet. Das gibt es nur in Kirchhain. Darauf sind die Ohmstädter stolz.

von Michael Rinde




Nächste Woche geht es weiter mit Bad Endbach.

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