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Zwei Dörfer klären gemeinsam

Jubiläum Zwei Dörfer klären gemeinsam

Unabhängig von zwei Gemeindegremien bestimmen die Ortsbeiräte von Rauischholzhausen und Roßdorf die Belange ihrer Kläranlage. Im nächsten Jahr feiert diese ihr 50-jähriges Bestehen.

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Der kleinen, unabhängigen Kläranlage Rauischholzhausen verpflichtet: Geschäftsführer Uli Ley und Bürgermeister Andreas Schulz als Verbandsvorsteher.

Quelle: Martina Becker

Dreihausen. Trinkwasser kommt aus dem Wasserhahn und Schmutzwasser fließt in den Kanal – die Geschichten und Technik, die hinter diesen Errungenschaften stehen, bleiben für viele Menschen im Verborgenen. Ein bisschen so sei es auch mit dem Abwasserverband Rauischholzhausen Roßdorf, meinte Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz, der zurzeit dem Verband vorsteht. „Die Anlage funktioniert wie selbstverständlich und ist dennoch eine Besonderheit“, sagte der Bürgermeister.

Sie klärt nämlich das Wasser von zwei Ortsteilen, die nicht der gleichen Kommune angehören. Rauischholzhausen gehört zu Ebsdorfergrund und Roßdorf zur Stadt Amöneburg. Hinzu komme, dass selbstverwaltete Kläranlagen in den Kommunen heute schon fast eine Seltenheit seien, betonte Schulz. Auch wenn im Zuge der Gebietsreform die Verwaltung dieser Dörfer längst eine andere wurde, wird über die Kläranlage wie zu Gründungszeiten – das war genau am 22.11.1963 – von den Ortsbeiräten beider Dörfer bestimmt.

Jedes Gremium benennt fünf Mitglieder für die Verbandsversammlung. Verbandsvorsteher ist im fünfjährigen Wechsel immer einer der Bürgermeister der beiden Kommunen. Die mit diesen Ämtern verbundenen Aufgaben werden alle ehrenamtlich geleistet.

In Ebsdorfergrund ist die Anlage eine von vier selbst geführten Kläranlagen. Die Betriebsführung wird daher vom Abwasserteam der Gemeinde Ebsdorfergrund mitübernommen. Die dafür anfallenden Kosten werden dem Verband in Rechnung gestellt.

Die Finanzierung der Anlage selbst ist entsprechend der Anlagennutzung zwischen den beiden Kommunen geregelt. Ebsdorfergrund trägt 46 und Amöneburg 54 Prozent der Kosten. Dass dieses Konzept rentabel ist, belegen die aktuellen Haushaltszahlen, die der Geschäftsführer Uli Ley, Fachdienstleiter Finanzen der Gemeinde Ebsdorfergrund jüngst vorlegte. Die Anlage selbst stellt ein Vermögen von 1,6 Millionen dar. Dem gegenüber stehen Schulden in Höhe von 607330 Euro. „Seit 2006 haben wir beachtliche 400000 Euro abgebaut“, betonte Schulz.

Diesen „genehmigungsfeien“ Haushalt beschloss die Verbandsversammlung einstimmig. Damit die Bilanz bald noch besser aussieht, wird aktuell schon wieder geplant. „Kläranlagen sind generell Hauptstromfresser“, erklärte Schulz. Damit die Anlage, die am Ortsrand von Roßdorf steht, in Zukunft noch rentabler läuft, soll sie energetisch ertüchtigt werden.

Verbesserungsvorschläge erhofft man sich von einem Gutachten. Dieses wird zu 75 Prozent bezuschusst und kostet 15000 Euro. Auch die damit verbundenen Investitionen muss der Verband nicht selbst tragen. Wenn die Anlage dauerhaft Strom einspart, verzichtet das Land maximal drei Jahre auf die Abwasserabgabe. Das sind im Falle des Abwasserverbandes Rauischholzhausen-Roßdorf dann135000 Euro. Dieses Vorhaben sei ein weiterer wichtiger Schritt, um die Energieziele der Gemeinde Ebsdorfergrund zu erreichen, sagte Schulz. Sie soll ab 2020 energieautark sein.

„Unnötige Energie erst gar nicht zu verbrauchen, ist dabei eines unserer wichtigsten Ziele“, so der Verbandsvorsteher.

von Martina Becker

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