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Köhler-Orgel Zurück auf Anfang

Nach fast hundert Jahren trägt die aus dem Jahr 1747 stammende Köhler-Orgel in der Oberweimarer Kirche wieder ihre Originalfarbe - anthrazit mit weißen Ornamenten.

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Pfarrer Dirk Wilbert und die Organistin Steffi Holzhausen sind stolz auf die neugestaltete Köhler-Orgel in der Oberweimarer Kirche.Foto:

Quelle: Michael Agricola

Graue und grüne Farbtöne, dunkelgraue und rot abgesetzte Leisten und Gesimse - so waren die Oberweimarer ihre traditionsreiche Orgel seit den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewohnt. Noch in den 1920er Jahren aber hatte sie ihr Original-Gesicht, dazwischen, so fanden die Restauratoren bei der Untersuchung heraus, lag noch eine weitere Farbschicht mit grauen, graubeigen und graugrünen Farbtönen.

Nachdem die 1733 erbaute barocke Martinskirche in den Jahren 2007 bis 2009 grundlegend renoviert und farblich in den historischen Stand mit einem grünen Grundton zurückversetzt wurde, wurde die Orgel mit ihrem Anstrich aus den 50er-Jahren, das Pfarrer Dirk Wilbert als eine Art „blau-türkis und rot“ bezeichnete, letztlich zu einem farblichen Fremdkörper. Grund genug, auch diese Renovierung nicht mehr auf die lange Bank zu schieben.

Mit Finanzmitteln der Landeskirche, der Kulturstiftung der Sparkasse, der Kirchengemeinde und der Denkmalpflege wurde die Orgel nun im Frühjahr, innerhalb von zehn Tagen, restauriert. Das kostete rund 6000 Euro. Dabei wurden die ursprüngliche Farbgebung, eine schwarze Ölfarbe mit weißen, per Schablone aufgebrachten Ornamenten, versehen.

100 Jahre altes Foto gibt Aufschluss über Original

Die Ornamente in der Mitte der Füllungen und in den Kreuzungen der Bretter lockern den dunklen Grundton - ein dunkles anthrazit, fast schwarz - merklich auf. Auch die Leisten der Füllungen und Gesimse sind nun wieder weiß abgesetzt.

Diese Farbfassung, die durch ein undatiertes Foto (vermutlich um 1920 entstanden) aus den Beständen des Bildarchivs Marburg belegt ist, bildet laut des Restauratoren-Gutachtens einen gewünschten Kontrast mit dem grünen Grundton der Emporenflächen und passt somit ebenfalls zur schwarz gefassten Kanzel. Im oberen Teil der Orgel sorgen die blattvergoldeten Ornamente und die dezent vergoldeten weißen Engelfiguren für ein edle, aber nicht überladene Optik.

Mit dem neuen Anstrich ist die nach einer grundlegenden „inneren“ Restaurierung zum Erntedankfest im vergangenen Jahr eingeweihte Orgel nun für die nächsten Generationen wieder bestens gerüstet, freuten sich beim Ortstermin Pfarrer Dirk Wilbert und Organistin Steffi Holzhausen.

von Michael Agricola

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