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Zeiteninsel: Ein Puzzleteil ist fertig

Argenstein Zeiteninsel: Ein Puzzleteil ist fertig

Das Wasser floss in die falsche Richtung. Das war aber auch der einzige „Schönheitsfehler“ bei der Präsentation des ersten Meilensteins für die „Zeiteninsel“.

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Oben: Am Rand des Geländes der Par Allna mit der künftigen „Zeiteninsel“ liegt der mittelalterliche Brunnen, den Fördervereinsvorsitzender Dr. Andreas Thiedmann bei der Einweihung mit einem Eimer Wasser „füllte“. Links ein Bild von den Grabungen und den d

Argenstein. Mithilfe vieler ehrenamtlicher Hände entstand aus dem archäologischen Grabungsfund am Rand der Insel an der „Par Allna“ bei Argenstein wieder ein mächtiger Brunnen, der gut dreieinhalb Meter tief und in der Gesamtanlage eine Breite von etwa vier Metern hat. Der Brunnenschacht misst etwa 1,2 Meter im Durchmesser.

Allein das Wasser fehlt ihm. Das liegt daran, erklärte Bezirksarchäologe und Fördervereinsvorsitzender Dr. Andreas Thiedmann, dass der Grundwasserspiegel heute, unter anderem wegen des benachbarten Kiesabbaus, tiefer liegt als der Brunnenboden.

Das war im Mittelalter noch anders, denn da diente der Brunnen wohl der Trinkwasserversorgung der damaligen Siedlung, die ein Vorläufer Argensteins gewesen sein könnte. Wohl im 14. Jahrhundert ist es aufgegeben worden. auch wenn er damit für das Museum eigentlich zu jung ist, wollte man ihn, als Teil der mittelalterlichen Besiedelungsspuren, erhalten. Bei der Einweihung sorgte Thiedmann behelfsweise mit einem Eimer Wasser, den er in den Brunnen goss, für die „Befeuchtung“ des Brunnens.

Die gut 60 Neugierigen, die zur Einweihung des Brunnens gekommen waren, erhielten von Thiedmann sowie von Dr. Christa Meiborg vom Landesamt für Denkmalpflege Informationen über die Funde und den Stand der Arbeiten an der Zeiteninsel.

Für die Gemeinde versicherte Bürgermeister Peter Eidam die Unterstützung für das Zeiteninselprojekt und seinen Glauben daran, dass es verwirklicht wird - dafür brauche es aber ein sensibles und gemeinsames Vorgehen.

Die Rekonstruktion des Brunnens hatte der Förderverein „Zeiteninsel“ übernommen - „nicht ahnend, was das bedeutet“, erinnerte sich Thiedmann. Nach getaner Arbeit konnte er nun leichten Herzens sagen: „Aber ich würde es wieder machen.“ Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf und der Stadt Marburg. Auch das Unternehmen Cemex und die Gemeinde Weimar hatte sich mit Sachleistungen oder Dienstleistungen des Bauhofs beteiligt. Die Hauptarbeit indes hatten die Freiwilligen des Vereins und der Gartenbautechniker Lutz Visosky übernommen, die in akribischer Arbeit mit Sandsteinen den Brunnenkranz auf den originalen Resten wieder aufsetzten. Diese Arbeit habe ihnen zugleich gezeigt, welche Leistung die Erbauer damals vollbracht hatten, so Thiedmann. Als nächstes soll im August ein Modell des Museumsgeländes vorgestellt werden.

von Michael Agricola

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