Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Zehn Jahre Region Marburger Land
Landkreis Südkreis Zehn Jahre Region Marburger Land
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:01 19.05.2018
Peter Eidam (von links), Andreas Schulz und Alexandra Klusmann sehen einen großen Nutzen im Zusammenschluss von acht Kommen zur Region Marburger Land. Quelle: Götz Schaub
Anzeige
Weimar

Nun, es ist ja nicht so, dass sich die Protagonisten nicht gekannt hätten. Das erleichtert ja vieles. Aber die Idee war dann doch eine „fixe“, die aufgrund mangelnder Zeit sehr sportlich umgesetzt werden musste. Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz erinnert sich noch daran, wie die Unterredungen stattfanden. Erst noch beim damaligen Landrat Robert Fischbach, der ihm und den Bürgermeistern von Fronhausen und Weimar, damals hießen die Reinhold Weber und Volker Muth, mitteilte, dass es von der Europäischen Union Fördertöpfe für viele verschiedene kommunale Projekte gibt, wenn man, ja wenn man nur etwas mehr als eine Kommune ist, nämlich eine Region.

„Den Ansatz fanden wir gut, doch wurde schnell klar, dass wir drei Südkreis-Gemeinden zusammen zu klein sind, und auch mit der Stadt Amöneburg noch nicht die benötigte Einwohnerzahl für die Region erreicht wird“, sagt Schulz.
Da kam die Idee auf, noch dörfliche Stadtteile von Marburg hinzuzunehmen. Flugs stiegen die drei Bürgermeister ins Auto und fuhren direkt in die Garage des damaligen Oberbürgermeisters Egon Vaupel.

29 Projekte, 800.000 Euro Fördermittel

Vaupel war gerade in einem Gespräch, doch versprach er, die unangemeldeten Berufskollegen danach zu sprechen. Das Gespräch auf dem Marktplatz wurde ein gutes und ergiebiges. Vaupel fasste einen schnellen Entschluss und meinte nur, er sei auf ihrer Seite, so Schulz. Und eins, zwei, drei, hex, hex, gab es eine Region Marburger Land. Da soll noch einer mal sagen, es werde alles nur politisch zerredet. Na gut, hier ging es ja auch darum, neue Geldquellen zu erschließen für Projekte unterschiedlicher Art, die aber alle die Kommunen attraktiver machen. Wer sollte dazu auch schon nein sagen? 2006 lief die erfolgreiche Bewerbung für die Förderperiode 2007. 2008 wurde die Region als Verein gegründet. Deshalb ist sie jetzt auch zehn Jahre alt. „Es wurden 29 Projekte umgesetzt mit einem Fördermittelansatz in Höhe von 800.000 Euro aus dem Leader-Programm der EU“, sagt Alexandra Klusmann. Sie ist Geschäftsführerin beziehungsweise Regionalmanagerin der Region Marburger Land. Sie hat ihr Büro in der Stadtverwaltung von Stadtallendorf.

2014 musste Verstärkung her

Wie jetzt? Jetzt wird es unübersichtlich. Die Region besteht doch aus Weimar, Fronhausen, Ebsdorfergrund, Amöneburg und den Außenstadtteilen der Stadt Marburg, oder nicht? Ja, stimmt, aber wir waren noch gar nicht wirklich am Ende der Geschichte. Denn schon bald, im Vorfeld der Förderperiode ab 2014 wurde deutlich, dass die Region einwohnertechnisch wieder zu klein wurde, weil sich die Vorgaben aus Brüssel veränderten. Um weiterhin als Region anerkannt zu werden, musste Verstärkung her. Und die kam dann geballt. Die Gemeinde Lohra wechselte von der Region Lahn-Dill-Bergland und im Osten stießen Neustadt und das erwähnte Stadtallendorf, die früher die Region Herrenwald bildeten, dazu. Und mit den Einwohnern dieser Kommunen konnte es in die nächste Förderperiode gehen. Und so kam dann auch ein professionelles Management dazu. Alexandra Klusmann wird dabei von Nadine Siracusa unterstützt.

„Insgesamt stehen der Region 1,9 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung“, sagt Klusmann. Bisher wurden 21 bewilligt. Einige davon sind bereits fertiggestellt, andere befinden sich noch in der Umsetzungsphase. Knapp 800.000 Euro wurden so abgerufen. Und für was? Das wird im unten stehenden Kasten aufgelistet. Die aktuelle Förderperiode läuft noch bis 2020. Peter Eidam, Bürgermeister der Gemeinde Weimar und aktueller Vorsitzender des Vereins, blickt bereits nach vorne: „Wir arbeiten daran, dass wir uns auch wieder für die Förderperiode ab 2021 qualifizieren.“

von Götz Schaub

Anzeige