Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Wo kein Stein auf dem anderen bleibt
Landkreis Südkreis Wo kein Stein auf dem anderen bleibt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:24 19.12.2012
Veränderte Zuschnitte bei den Feldern, neue Wege und Gräben, frisch gepflanzte Bäume: Rund um Wittelsberg wird sich durch die Flurbereinigung einiges ändern. Quelle: Thorsten Richter
Dreihausen

„Da bleibt quasi kein Stein auf dem anderen“ - so formuliert es Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Die bevorstehende Flurbereinigung für Wittelsberg und Rauischholzhausen im Ebsdorfer Grund sowie für Roßdorf als Stadtteil von Amöneburg sei „ein ganz großer Wurf“.

Begründet liegt das Vorhaben im Bau der Ortsumgehung Wittelsberg-Rauischholzhausen-Roßdorf. 2006 wurde die Straße fertiggestellt - und ihr Bau brachte weitreichende Eingriffe in die landwirtschaftlichen Flächen, wie sie sich im Laufe der Jahrzehnte zusammengefügt hatten. Wege wurden zerschnitten, Gräben gekappt.

Das Land als Straßenbaulastträger ist verpflichtet, die Nachteile, die der Landwirtschaft aus dem Bau der Straße entstanden sind, wieder auszugleichen. Seit 2006 liefen in einem dafür eingerichteten Gremium mit den Landwirten, Landeigentümern und dem Amt für Bodenma-nagement die Beratungen darüber, wie die Flächen in der Gemarkung sinnvoll neugestaltet werden könnten, wo größere zusammenhängende Flächen geschaffen und neue Wege angelegt werden könnten. Die Beratungen sind abgeschlossen, nunmehr haben die Gemeindevertretung Ebsdorfergrund sowie die Stadtverordnetenversammlung Amöneburg grünes Licht vor das Vorhaben gegeben.

Allein im Gemeindegebiet Ebsdorfergrund, das mit dem Schwerpunkt Wittelsberg am stärksten betroffen ist, werden durch die Flurbereinigung 160 Bäume neu gepflanzt, 70950 Quadratmeter Acker werden in Extensiv-Grünland umgewandelt, 45 Gräben und Wege werden neu angelegt, 53 Gräben und Wege zugleich beseitigt. Zudem entstehen neue Asphaltwege, andere verschwinden und zwei Brücken werden erneuert.

2,25 Millionen Euro: Das Land trägt den Löwenteil

Kostenpunkt insgesamt: 3,4 Millionen Euro. Sie teilen sich wie folgt auf: Das Land trägt mit 2,25 Millionen Euro den Löwenteil, die Gemeinde Ebsdorfergrund übernimmt 392000 Euro, 200000 Euro trägt eine Gruppe von Landwirten, die damit einige Vorhaben von eigenem Interesse finanziert, 79000 Euro übernehmen die Landwirte nach einem Umlage-Verfahren von 125 Euro je Hektar und 134000 Euro beträgt der Eigenanteil der Stadt Amöneburg.

„Alles, was die Landwirtschaft wünscht, kann in diesem Fall in der Flurbereinigung berücksichtigt werden“, freut sich Bürgermeister Schulz - „und weil es allen etwas bringt, beteiligen sich auch alle finanziell“, erklärt er. Das alte Wittelsberger Wegenetz sei vor 50 Jahren geschaffen worden, es sei längst erneuerungsbedürftig gewesen. Und auch an vielen anderen Stellen gilt: Durch die Neugestaltung der Flächen soll die Effizienz in der Landwirtschaft künftig erhöht werden.

Auch insgesamt profitiert die Gemeinde von der Flurbereinigung. „Wir haben uns mit unseren Interessen drangehängt“, erläutert Schulz und verweist auf zwei Vorhaben. Unter dem Friedhof Rauischholzhausen gibt‘s einen Holzabfuhrweg - der sollte schon lange als Straße mit Gehweg ausgebaut werden. Das passiert nun im Zuge der Flurbereinigung. Kostenpunkt: 135000 Euro. Das zweite Vorhaben ist der Lückenschluss für den Lange-Hessen-Radweg zwischen Heskem und Wittelsberg. Das Land Hessen finanziert das Teilstück von Rauischholzhausen bis in die Ortslage Wittelsberg, weil es an einer Landesstraße liegt, die Gemeinde den Rest. Damit ist der Lange-Hessen-Radweg von Fronhausen bis Rauischholzhausen durchgehend gebaut - und die Flurbereinigung stellt sich als ein Gesamtvorhaben dar, von dem viele profitieren.

Ein Verfahren, viele Nutznießer

Auch in Amöneburg bringt die Flurbereinigung nicht nur Veränderungen in der Landwirtschaft. So wird dort die Fußgängerbrücke hinter der Mehrzweckhalle saniert, der Lückenschluss für den Radweg zwischen Roßdorf und Kleinseelheim geschaffen (wenn die naturschutzrechtliche Genehmigung kommt) und eine wichtige Wegeverbindung unterhalb der Mehrzweckhalle auf den Fahrradweg nach Mardorf. „Damit müssen Fußgänger und Radfahrer nicht mehr bis zum Ortsrand an der Straße entlang laufen, um dort hin zu kommen“, erklärt Amöneburgs Bürgermeister Richter-Plettenberg.

Kritiker der Flurbereinigung gibt‘s trotzdem. Das Problem liegt dabei manchmal im Detail. So schilderte Andreas Rink, Vorsitzender der ÜBE/FWG-Fraktion im Gemeindeparlament während der jüngsten Sitzung seine Unzufriedenheit hinsichtlich der Kostenaufteilung unter den Landwirten. Er war der Meinung, dass die Wittelsberger Landwirte an der Finanzierung stärker hätten beteiligt sein sollen als die Rauischholzhäuser - denn in der Gemarkung von Wittelsberg werde sich auch viel mehr verändern als in der von Rauischholzhausen.

Von den Landwirten jedoch wurde das Vorhaben so beschlossen. Sie beteiligen sich im Umlageverfahren mit den besagten 125 Euro pro Hektar, was in Ebsdorfergrund für den Landeigentümer mit den größten Flächen einen Betrag von 7500 Euro bedeutet.

von Carina Becker

Es ist seine vierte Amtszeit. Seit 20 Jahren ist Andreas Schulz Bürgermeister von Ebsdorfergrund - und das feiert die Gemeinde heute. Die OP befragte den 51-Jährigen zu seinen Erfolgen und seinem Führungsstil.

18.12.2012

Am Rosenmontag startete die unter- und überirdische Erneuerung des Balderscheidweges. Am Samstag freuten sich die Anwohner über die Fertigstellung der 320 Meter Straße.

17.12.2012

Die Fronhäuser CDU setzte sich in der letzten Gemeindevertretersitzung des Jahres noch einmal vehement für die Belange der örtlichen Feuerwehren ein. Erfolg hatte sie damit nicht.

16.12.2012