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Südkreis Wirbel um Ausgleichsflächen der „Par Allna“
Landkreis Südkreis Wirbel um Ausgleichsflächen der „Par Allna“
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20:20 26.07.2010
Hans Heinrich Schmidt (von links), Kurt Wenz, Jens Eidam und Hans Heinrich Heuser stehen an der Stelle, an der die Bauarbeiten begonnen haben und Felder abgetragen wurden. Quelle: Michael Agricola

Roth. „Hier wird Gottes Schöpfung mit Füßen getreten und mit Raupen kaputt gefahren“ schimpft der Argensteiner Landwirt Kurt Wenz. Er steht mit einigen Kollegen an der Stelle an der Straße zwischen Roth und Wenkbach, an der vor kurzem die Bauarbeiten für die Ausgleichsmaßnahme „Par Allna“ begonnen haben. Die Baumaschinen haben südlich der Straße eine gut 25 Meter breite Schneise in die Felder gefräst und die auf dieser Fläche stehenden Feldfrüchte, darunter fast druschreifen Raps, untergegraben.

„Hätte man damit nicht noch zwei Wochen warten können? Dann wären die Felder abgeerntet gewesen“, ärgern sich wie Wenz die Rother Biobauern Jens und Kurt Eidam, genauso Hans Heinrich Schmidt, Ortsvorsteher von Wenkbach und der ebenfalls betroffene Hans Heinrich Heuser, der zugleich Ortsvorsteher von Niederwalgern ist. „Das tut uns schon weh, wenn man dafür gearbeitet hat und dann wird das kurz vor der Reife weggemulcht“, sagt Jens Eidam, „und das alles vor dem Hintergrund einer zu erwartenden schlechten Ernte und der Welternährungssituation“.

Dabei ist die Sache eigentlich klar. Zumindest aus Sicht des zuständigen Amts für Straßen und Verkehrswesen in Marburg. Die Grundstücke, die für „Par Allna“ gebraucht werden, hat der Bund als Bauträger gekauft. Sie seien „pachtfrei“, also ohne bestehende Pachtverträge übergeben worden. Das Vorgehen sei dementsprechend mit den bisherigen Eigentümern auch so verhandelt worden. Baubeginn für das Naturschutzprojekt, dessen Nutzen die Bauern bezweifeln, sollte ursprünglich ohnehin bereits im Juni, also lange vor der Erntezeit, gewesen sein. Es sei deshalb von vornherein klar gewesen, dass die Felder zwar noch bestellt werden könnten, aber nur auf eigenes Risiko.

von Michael Agricola

Mehr zu diesem Thema finden Sie in der gedruckten OP vom 27.07.2010.

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