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Südkreis „Willi“ und „Crissy“ sind Vize-Weltmeister
Landkreis Südkreis „Willi“ und „Crissy“ sind Vize-Weltmeister
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18:03 13.01.2013
Wilfried Peil trainiert mit seiner Hündin „Crissy“ auf dem idyllisch gelegenen Vereinsgelände in Heskem-Mölln. Quelle: Martina Becker
Heskem-Mölln

Agility hat seinen Ursprung in England und heißt übersetzt Flinkheit. Seit 1980 breitet sich diese Hundesportart in Deutschland aus. Ihr Kernstück ist die fehlerfreie Bewältigung einer Hindernisstrecke in einer vorgegebenen Zeit.

Wilfried Peil ist begeistert von dem rasanten Wechselspiel zwischen Hund und Herrchen. Dreimal in der Woche trainiert er mit seiner Hündin „Crissy von der Sägmühle“ auf dem Vereinsgelände des Polizei- und Schutzhundesportvereins Marburg (PSSV) in Heskem-Mölln. Dorthin hat es den seit 1923 bestehenden Marburger Traditionsverein vom ehemaligen Vereinsgelände am Bismarckturm bereits vor Jahren verschlagen.

75 Mitglieder aus dem heimischen Landkreis und dem Gießener Raum gehören dem Verein an - etwa ein Drittel betreibt aktiven Hundesport, schätzt der Vorsitzende Peil. Obwohl dieser auch die Ausbildung in der klassischen Vielseitigkeit - Fährte, Unterordnung und Schutzdienst - anbietet, sind fast alle dem „Virus“ Agility erlegen. „Ein Sport, bei dem es um mehr geht, als den Hund über Hindernisse springen zu lassen“, erklärt Peil. Geeignet ist dieser Sport für fast alle Rassen, vom Pudel bis zum Schäferhund - ausgenommen sehr schwere Tiere.

Genauso wird es auch im Ebsdorfergrund gehalten. Eine bunte Vielfalt trifft sich hier mehrmals in der Woche zum Training. Vergleichbar dem Springreiten im Pferdesport muss der Hund einen Parcours bewältigen.

Der Hundeführer bleibt dabei neben den Geräten und steuert seinen Partner wie an einer unsichtbaren Leine lediglich über Körpersprache und Hörzeichen durch die immer wieder neu konzipierten Hindernisse.

Temporeich sind Hürden, Stege, Slalomstangen, Tunnel oder Reifen zu meistern. Dabei gibt es drei Schwierigkeitsstufen. Außer Puste ist danach nicht nur der Hund, sondern auch sein Herrchen oder Frauchen. „In wohl keiner anderen Hundesportart kommt es so sehr auf das Zusammenspiel von Mensch und Hund an, wie beim Agility“, sagt Peil. Von Kindheit an sind Hunde seine Leidenschaft, insbesondere die Rasse der Schäferhunde findet er wie für sich gemacht. „Die kommen einfach meinem Naturell am nächsten. Sie sind ruhig, zuverlässig und ausgeglichen“, so Peil.

Hundesport gehört seit rund 25 Jahren zur Freizeitgestaltung des Biologielaboranten. Zum Agility kam er im Jahr 2005 allerdings eher zufällig. Tochter Lisa begeisterte ihren Vater für diese moderne Variante, die sich mittlerweile weltweit etabliert hat. Peils feierten seither bereits zahlreiche Erfolge auf Kreis- und Landesebene sowie ein Klassenaufstieg. Über die Grenzen von Marburg hinaus ist das gesamte Agility-Team des PSSV, das sich „Bonsai“ nennt, bekannt. 2010 war es das beste von 21 hessischen Mannschaften. 2011 erreichte es den dritten Platz.

Den persönlich größten Erfolg seiner bisherige Agility-Karriere feierte Wilfried Peil im vergangenen Jahr. Als einer von drei Teams der Landesgruppe Hessen Nord nahm er mit der dreieinhalb Jahre alten „Crissy“ an der ersten Weltmeisterschaft in Agility für ausschließlich Deutsche Schäferhunde teil. 95 Teams aus sieben Nationen traten im November im Hunsrück gegeneinander an. Nach den drei Ausscheidungstagen belegte Peil in den geforderten Disziplinen „A-Lauf“ sowie „Jumping“ jeweils den zweiten Platz der Gesamtwertung.

In diesem Jahr soll an die Erfolge angeschlossen werden. Als Starter in der Regionalliga, der Profiliga in Agility, wollen „Willi“ und „Crissy“ bei Turnieren in Einbeck, Erfurt oder Kassel zeigen, was sie draufhaben.

Der PSSV richtet auch ein Turnier aus. Am 8. und 9. Juni werden rund 200 Starter erwartet.

von Martina Becker

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