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Südkreis Wieder bedeutende Grabungsfunde
Landkreis Südkreis Wieder bedeutende Grabungsfunde
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20:54 11.11.2010
Grabungstechnikerin Nina Lutz vermisst eine Grabungsstelle in der Nähe von Argenstein. Quelle: Götz Schaub

Argenstein. Das Areal der Zeiteninsel, auf der ein archäologisches Freilichtmuseum entstehen soll, gibt selbst einige historische Schätze frei. „Größtenteils handelt es sich dabei um Siedlungsspuren des Hochmittelalters“, sagt Grabungsleiter Uwe Schneider.

Bisher wurden zwischen Kieswerk und Argenstein viele Funde gemacht, die vornehmlich prähistorischen Ursprungs waren. Die ältesten stammen aus der Zeit um 8500 vor Christus.
Am Donnerstag kamen auf dem Grabungsgelände Menschen zusammen, die das Projekt Zeiteninsel vorantreiben wollen: Dr. Andreas Thiedmann, Vorsitzender des Fördervereins Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land, Bezirksarchäologin Dr. Christa Meiborg und der hessische Landesarchäologe Professor Egon Schallmeyer.

Zugegen war auch der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Christean Wagner, der sich von der Idee und den bisherigen Ergebnissen sehr angetan zeigte. Er wolle sich sehr dafür einsetzen, dass dieses Projekt vom Land finanziell unterstützt wird, sagte er. Schließlich handele es sich hier um ein Vorhaben von überregionaler Bedeutung.

Die Argensteiner dürfen jedenfalls schon mal zur Kenntnis nehmen, dass ihr Dorf weit älter ist als es die erste urkundliche Erwähnung aus dem 14. Jahrhundert glauben lässt. So wurden auf dem Areal der Zeiteninsel zahlreiche Gruben und Pfostenlöcher gefunden, die sich zum Teil zu Hausgrundrissen rekonstruieren lassen und auf eine intensive Besiedelung um 1200 hinweisen. Ein Gebäude brachte es sogar auf mindestens 32 Pfosten. Es muss etwa zehn Meter lang und bis zu sieben Meter breit gewesen sein. Die materiellen Hinterlassenschaften von Keramikbruchstücken, Eisenfragmenten und Tierknochen geben einen facettenreichen und sicher nie dort erwarteten Einblick in das Leben in der Frühzeit des Dorfes Argenstein.

von Götz Schaub

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