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Südkreis Wie soll Fronhausen Baugrund vergeben?
Landkreis Südkreis Wie soll Fronhausen Baugrund vergeben?
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00:17 07.10.2018
Die Grünflächen im Vordergrund rund um die Straße „Am Sportfeld“ in Fronhausen sollen über ein Umlegungsverfahren zu bebaubaren Grundstücken im Bebauungsplan „Stollberg / Keilsberg“ weiterentwickelt werden.
Fronhausen

Eigentlich sollten am Donnerstagabend von den Fronhäuser Gemeindevertretern die Richtlinien zur Vergabe gemeindlicher Bauplätze beschlossen werden. Die Mitglieder des Ausschusses für Bauen, Planung und Umwelt, die im Vorfeld der Sitzung dieses Thema behandelten, kamen jedoch nicht zu einer Beschlussempfehlung. Das lag daran, das ihnen einige Formulierungen in den Richtlinien nicht konkret genug erschienen. Deshalb baten sie das Parlament darum, das Thema noch einmal in den Ausschuss zurückzuverweisen, um die Detailfragen zu klären und gegebenenfalls Textstücke verändern beziehungsweise anpassen zu können.

Diesem Wunsch wurde im Parlament einstimmig entsprochen. Derweil wurde auch daran gearbeitet, Baugrundstücke in Fronhausen zur Verfügung stellen zu können. So soll der Bebauungsplan „Stollberg / Keilsberg modifiziert werden. Das heißt die Grundstücke, die derzeit so geschnitten sind, dass eine geordnete Bebauung nicht möglich ist, sollen über ein Umlegungsverfahren zu Baugrundstücken werden. Die CDU-Fraktion hätte es gerne gesehen, dass sich die Gemeinde in den Besitz dieser Flächen bringt und stellte einen entsprechenden Antrag dazu. Sie fand aber nur einen SPD-Abgeordneten außerhalb ihrer Fraktion als Fürsprecher. CDU-Mann Martin Schnabel machte deutlich, dass seine Fraktion die Vorstellungen der Planer unterstützt, aber er doch gerne erst einmal gewusst hätte, welche Grundstücke in Gemeindehand kommen können und welche nicht. Bürgermeisterin Claudia Schnabel sagte: „Wir haben uns das Gebiet mit einem Planungsbüro näher angeschaut und haben natürlich auch mit den Eigentümern der Grundstücke gesprochen.“ Dabei stellte sich heraus, dass zwei Eigentümer gar keine Veränderung wünschen – und das bei insgesamt 15 Eigentümern. Ein paar brachten auch vor, Grundstücke für die eigenen Kinder nutzen zu wollen.

Elf Eigentümer sehen eine Entwicklung zu Bauland als positiv an. Martin Wenz von der Initiative Fronhausen sagte: „Natürlich wäre es einfacher, wenn die Flächen in der Hand der Gemeinde wären, aber geben wir den Besitzern durch neue Zuschnitte erst einmal die Möglichkeit, dass gebaut und auch verkauft werden kann.“ Da die CDU mit ihrem Änderungsantrag scheiterte, beantragte sie eine getrennte Abstimmung über den Aufstellungsbeschluss zum Baugebiet „Stollberg / Keilsberg“ und über die Veränderungssperre, die die Planung absichern soll.

Beim Aufstellungsbeschluss enthielten sich die Christdemokraten und ein Sozialdemokrat, die Veränderungssperre lehnten sie in derselben Konstellation ab. Die anschließende Abstimmung zur Anordnung eines Umlegungsverfahrens im besagten Baugebiet wurde nur von der CDU abgelehnt bei einer Enthaltung. Bürgermeisterin Schnabel stellte zur Sicherheit heraus, dass die Eigentümer im Wesentlichen ihre Grundstücke behalten, diese aber andere Zuschnitte bekommen, damit ein Baugebiet entstehen kann. Niemand müsse fürchten, plötzlich an ganz anderer Stelle ein Grundstück zugewiesen zu bekommen.

von Götz Schaub