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Wichtiger „Zeuge“ Marburger Wissenschaft

Frauenberg Wichtiger „Zeuge“ Marburger Wissenschaft

In der Zeit zwischen 1817 und 1864 lehrte Professor Christian Ludwig Gerling an der Philipps-Universität. Für seine Arbeiten in der Landvermessung und der Astronomie nutzte er auch einen Steinquader auf dem Frauenberg.

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Physiker Dr. Andreas Schrimpf zeigt, wie im 19. Jahrhundert Professor Christian Ludwig Gerling mit dem Repetitionstheodolit Winkelmessungen zur Landvermessung durchgeführt hat.

Quelle: Martina Becker

Frauenberg. Diesen Beobachtungspfeiler hatte der Mathematik, Physik und Astronomie lehrende Gerling dort aufgestellt. Der 60 mal 60 Zentimeter breite und 190 Zentimeter hohe Stein war Anhaltspunkt für die Vermessung des Kurhessischen Staatsgebietes sowie für sehr bedeutsame astronomische Beobachtungen. „Ich hatte mich mit der Astronomiegeschichte und der Gerling-Sternwarte der Philipps-Universität befasst und bin so auf diesen Pfeiler gestoßen“, erzählte Physiker Dr. Andreas Schrimpf bei der Vorstellung des wissenschaftlichen Erbes an der Burgruine Frauenberg. Der in die Erde eingelassene Quader ist einer von 31 ähnlichen Steinen, die Gerling im Auftrag von Kurfürst Wilhelm II. zwischen 1822 und 1837 für die Vermessung von Kurhessen aufstellen ließ.

Schrimpf führte aus, dass Gerling diese Messungen über die Methode der so genannten Triangulierung (Dreiecksmessung) vorgenommen hatte. Das heißt, dass in dem zu messenden Gebiet mittels der Steine 31 Dreieckspunkte festgelegt wurden. Mit Winkelmessgeräten wurden die Winkel der Dreiecke bestimmt. Dies ermöglichte das Berechnen von Entfernungen – und topografische Karten und Grundstückskataster konnten angelegt werden.

von Martina Becker

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