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Wer auf dem Schulweg parkt, der zahlt

Wer auf dem Schulweg parkt, der zahlt

Wenn höfliche Bitten nicht fruchten, werden Knöllchen verteilt, darin sind sich beispielsweise die Gemeinden Ebsdorfergrund und Weimar einig. Selbst ganz fair, kündigen sie dieses Vorgehen auch vorher deutlich an.

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Dieses Foto ist gestellt, soll aber verdeutlichen, dass es trotz der Kampagnen zum Schulstart immer wieder Autofahrer gibt, die gedankenlos parken und damit Verkehrsanfänger vor schwierige Aufgaben stellen, die mitunter tragische Folgen haben können.

Quelle: Tobias Hirsch

Ebsdorf. Wer Anfang nächster Woche in Weimar und Ebsdorfergrund Knöllchen für falsches Parken erhält, darf sialles, nur nicht sich darüber beschweren. Denn die Bürgermeister Peter Eidam in Weimar und Andreas Schulz in Ebsdorfergrund haben die Kontrollen des ruhenden Verkehrs nicht im stillen Kämmerlein angeordnet, sondern mittels der amtlichen Mitteilungsblätter der Kommunen öffentlich angekündigt. „Ein sicherer Schulweg ist ein wichtiges Thema nicht nur für die Erziehungsberechtigten, sondern auch für die Gemeinde“, teilt Eidam mit. Deshalb werde seine Gemeinde zum Schulbeginn vermehrt Kontrollen durch das Ordnungsamt ausführen. Und Verkehrsteilnehmer, die ihre Fahrzeuge widerrechtlich abgestellt haben, werden dann mit einem Ordnungswidrigkeitengeld belegt. „Bei dieser Aktion geht es nicht um eine Gewinnerzielungsabsicht, sonst würden wir sicher nicht die Kontrollen vorher ankündigen“, so Eidam. Völlig deckungsgleich sieht das sein Amtskollege in Ebsdorfergrund. Auch dort wird nach entsprechender Ankündigung kontrolliert und verwarnt.

„Die Bemühungen im Elternhaus werden dann zunichte gemacht, wenn beispielsweise Autofahrer unüberlegt ihre Fahrzeuge auf Gehwegen parken. Im Einzelfall kann es dabei zu erheblichen Folgen für unsere Kinder kommen“ sagt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz.

Anzahl der Falschparker nimmt mit den Jahren ab

Die verstärkte Kontrolle zum Schulbeginn hat in Ebsdorfergrund bereits Früchte getragen. „Die Bürger sind sensibilisiert. Die Zahl derer, die wir aufschreiben müssen wird immer kleiner. Generell kann man auch sagen, dass die Einsicht sehr groß ist“, sagt Schulz gegenüber der OP.

Nicht nur die Kommunen fordern dazu auf, besondere Rücksicht zu nehmen. Die Kreisverkehrswacht Marburg-Biedenkopf versteht sich als ständiger Ansprechpartner bei der Verbesserung der Verkehrssicherheit auf hiesigen Straßen. Und die Kreisverkehrswacht weiß: Die Straßenverkehrswelt ist eine Erwachsenenwelt, in der Kinder mit ihrer Spontanität, ihrer entwicklungsbedingt eingeschränkten Wahrnehmung und ihrem Verhalten oft falsch eingeschätzt zu werden.

Die Deutsche Verkehrswacht ist auch für zahlreiche Schilder verantwortlich, die derzeit im Straßenverkehr auf den Schulstart und die Verkehrsanfänger aufmerksam machen. Für gewöhnlich stellen die Schulen die Schilder in ihrer Umgebung selbst auf. Nicht nur falsch geparkte Autos stressen Abc-Schützen. Aufgrund ihrer Größe werden die jungen Verkehrsanfänger von Autofahrern leicht auch mal übersehen. An Bushaltestellen, Fußgängerüberwegen und Schulen sollte besonders aufmerksam und langsam gefahren werden, auch wenn einmal das pünktliche Erscheinen am Arbeitsplatz gefährdet sein könnte. Lieber etwas früher losfahren, als aus Angst zu spät zu kommen leichtsinnig zu werden.

Jürgen Schnittger vom Verkehrserziehungsdienst der nordhessischen Polizei sagt: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Auf Grund ihres physiologischen Entwicklungsstandes sind ihr Körper und das Gehirn noch nicht in der Lage, bestimmte Prozesse wie beim Erwachsenen durchzuführen. Während beispielsweise das Blickfeld eines ausgewachsenen Menschen etwa 180 Grad umfasst, ist dieses beim Kind auf Grund eines noch engen Augenstandes stark eingeschränkt.“ Der Raum Straße könne somit nur selektiv wahrgenommen werden.

von Götz Schaub

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