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Wenn sie groß sind, wollen sie auch Biker werden

OP erfüllt Kindern Wünsche Wenn sie groß sind, wollen sie auch Biker werden

Acht Jungs und ein Mädchen haben den Rausch der Geschwindigkeit auf zwei Rädern erlebt. Die ersten Fahrstunden werden schon geplant.

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Der Helm muss richtig sitzen, damit die Gewinner der Aktion „OP erfüllt Kindern Wünsche“ gemeinsam mit den Motorradfreunden Fronhausen auf Tour gehen können.

Quelle: Sonja Achenbach

Fronhausen. „In den Kurven war das echt heftig“, berichtet der zwölfjährige Lennart atemlos. „Da bin ich immer gerutscht und hab mich nur noch festgeklammert.“ Gemeinsam mit den acht weiteren Gewinnern der Aktion „OP erfüllt Kindern Wünsche“ kommt er gerade von eine rasanten Tour mit den Motorradfreunden Fronhausen zurück. Gerötete Wangen und glänzende Augen tauchen nach und nach unter allen Helmen auf, als die Motorräder halten und die Kinder nach und nach ihre Helme absetzen. Die Tour scheint gelungen, das Wetter hat gehalten und viele machen schon jetzt Pläne, welches Motorrad ihr erstes werden soll und wie die Eltern überzeugt werden können, dass der Motorradführerschein doch ein Muss ist.

Nach Biedenkopf, am Perfstausee vorbei, Lixfeld, der Aartalsee und Rodenhau-sen - an die Landschaft kann sich am Ende der Tour keiner so recht erinnern.

Die einzige Gewinnerin, Anne Hoffmann aus Cölbe, steht nicht allein mit der Meinung, dass „die Geschwindigkeit das Beste“ war. Sie ist zwar das einzige Mädchen der Truppe, weiß jedoch ganz genau, was sie will. Die rote Honda vom Vorsitzenden der Motorradfreunde, Thomas Mandler, hat sie sich ganz schnell ausgesucht. Erfahrungen im Motorradfahren hat sie noch keine gesammelt, wollte es aber einfach mal ausprobieren. Ungewöhnlich ist ihre Experimentierfreudigkeit aber keineswegs. Bei der Frage warum sie sich gerade Motorradfahren ausgesucht hat, lächelt ihre Mutter und wirft ein: „Anne mag das Extreme.“

Lennart Kühn aus Weimar ist nach der Tour erst noch etwas zurückhaltend und versichert zunächst, dass er doch eigentlich ein Autofahrer sei. Als er sich dann aber noch einmal ganz allein auf ein Motorrad setzen darf, bricht es aus ihm heraus: „Einmal war ein Traktor vor uns. Da mussten wir uns erst etwas zurückfallen lassen. Dann aber haben wir ihn alle nacheinander überholt und richtig Gas gegeben“, berichtet er mit leuchtenden Augen. „Als wir uns dann auch noch in die Kurve gelegt haben, konnte ich mich fast nicht mehr festhalten.“ Auf der Windschutzscheibe entdeckt er einige kleine Insekten, die den Ausflug der Kinder nicht überlebt haben.

Schon über eine halbe Stunde vor Abfahrt steht der sechsjährige

Leon Jungheim aus Fronhausen bereit. Sein Opa hat ihn gemeinsam mit seinem Bruder Jan-Hendrik Schubert zum Brunnenplatz in ihrem Heimatort gebracht. Beide können es kaum erwarten, bis endlich alle da sind und sie sich ein Motorrad für die Fahrt aussuchen dürfen. Die Jacken im Partnerlook, die Handschuhe eigentlich viel zu groß und die Helme im Anschlag zählt nur noch die anstehende Fahrt. Mit großen Augen beobachten sie die eintreffenden Maschinen. Ein Favorit ist dann auch schnell gefunden, denn sie haben gemeinsam gewonnen und wollen jetzt am liebsten auch in einem Beiwagen mitfahren.

Was für diese beiden Neuland ist, kennt der zehnjährige Johannes Schulz aus Haddamshausen schon ganz genau. Auf dem Motorrad seines Vaters darf er zu Hause mitfahren. Das hat jedoch einen ganz entscheidenden Nachteil: „So schnell fährt das nicht. Mal gucken, wie schnell das hier geht“, berichtet er vor dem Start.

Jonathan Reinhart aus Gladenbach ist zwar schon mal mit Mofa und Quad unterwegs gewesen, Motorrad ist bisher aber noch Neuland für ihn. Unerfahrenheit ist kein Hindernis, um mit den Motorradfreunden auf Tour zu gehen, denn Thomas Mandler nutzt einen Augenblick vor der Abfahrt, um die Kinder auf einige wichtige Punkte aufmerksam zu machen: „In der Kurve müsst ihr euch immer mit dem Fahrzeug lehnen“, sagt er. „Am wichtigsten ist aber, dass ihr auf euren Fahrer hört und ihm Bescheid gebt, falls etwas nicht in Ordnung ist.“

Mehr als eine kurze Aufforderung von Mandler, sich dann jetzt ein Fahrzeug auszuwählen, braucht keines der neun Kinder. Sie haben ihren Favoriten schnell gefunden und kommen sich bei der großen Auswahl auch nicht in die Quere. Fehlt noch ein Helm, oder ein Handschuh, ist der von den Motorradfreunden schnell organisiert.

In einer silbernen Maschine findet Johannes Schulz seinen Favoriten und ist am Ende auch mit der Geschwindigkeit vollauf zufrieden. Gemeinsam mit seinem Vater holt er sich gleich Inspirationen, welches der Fahrzeugmodelle am ehesten geeignet ist, sein erstes Zweirad zu werden. Eine wie diese silberne Maschine hätte er gerne, weist Johannes seinen Vater auf „sein“ Motorrad des Tages hin.

Die neun Mitglieder der Motorradfreunde Fronhausen begeisterten an diesem Samstagnachmittag einige Nachwuchsfahrer von ihrem Hobby. Im Umgang mit OP-Gewinnern sind sie schon alte Hasen und beweisen in diesem Jahr auch in der Wahl der Strecke ein gutes Händchen. Nasse Straßen kreuzen sie nur hin und wieder. Der Regen hält sich an dem Tag von ihrer Strecke fern.

In Biedenkopf legt die Gruppe eine Verschnaufpause ein und lässt sich ein leckeres Eis schmecken. Einer der Höhepunkte für Leon und Jan-Hendrik. Müde, glücklich und zufrieden sind einige noch viel zu überwältigt, um alle Einzelheiten mit ihren Eltern zu teilen.

von Sonja Achenbach

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