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„Weiberart“ entführt ins Betonwerk

Gelungenes Konzert „Weiberart“ entführt ins Betonwerk

Ein besonderes Kunsterlebnis des Mittelhessischen Kultursommers bot sich am späten Sonntagnachmittag in Fronhausen. Eine feinsinnige Symbiose aus Konzert und Lyrik riss rund 200 Gäste mit.

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Jacqueline Herrmann dirigierte mit ganzer Leidenschaft die 47 Sängerinnen.

Fronhausen. „Alltägliches - von himmelblau bis grau(sam)“ hatten sich die 47 Sängerinnen, 2 Chorleiterinnen und eine Autorin zum Inhalt ihrer Unterhaltung gemacht. Alltäglich waren vielleicht die Themen. Aber was die Chöre, der Frauensingkreis Fronhausen sowie Kantorka Schröck den Konzertbesucherinnen und -besuchern boten, war weit entfernt von Alltäglichkeit. Bereits zur Pause wollte das Publikum nicht aufhören zu applaudieren. Nach etwa zwei Stunden nahmen sie ein Konzert mit nachhause, das ganz sicher noch geraume Zeit nachklang.

Wie schon gesagt: „Alltägliches“ stand auf dem Programm. Liebe, Trennung, Männer, Schönheit, Freiheit oder Kaffee wurden mit den Liedern thematisiert. Lieder, die lustig, traurig, nachdenklich, freudig oder melancholisch stimmten. Thematisch bauten sie aufeinander auf und erzählten im Grunde die Geschichte eines normalen, alltäglichen Lebens. Ohrwürmer aus Schlager, Volkslied, Popsong oder Filmmusik wechselten, machten das Konzert abwechslungsreich und in jeder Minute unterhaltsam

Gestartet wurde klassisch mit „Entertainer“ von Scott Joplin, „Top of the world“, „Liebeskummer“ oder „Ich will keine Schokolade“ sind einige beschwingende Beispiele, der knapp zwanzig Beiträge. Aber auch das Ruhige hatte seinen Platz: Zum Augen feucht werden, war „Gabriellas Song“, die Filmmusik aus „Wie im Himmel“ oder „Heut hier, morgen dort“ von Hannes Wader. Es war nicht nur die Liedauswahl, die das Konzert so feinsinnig machten. Zu dem Gesang gesellten sich passende Prosa und Lyrik, sie verschmolzen regelrecht damit.

Zuschauer begeistert:Beifall will nicht abreißen

Die Marburger Literatin Brigitte Probst gab zu den genannten Überschriften pointierte, witzige und unterhaltsame Texte zum Besten. „Ach mein Alltägliches, du bist so unerträglich penetrant. Als Randerscheinung des Lebens, spielst du die Hauptrolle in meinem Stück.“ Kurzweilig schaffte sie stets eine gekonnte Überleitung zu den Liedbeiträgen. „Ich habe vom Reisen geträumt, wovon der Chor träumt, hören sie jetzt“ - „I have a dream.“ Nicht zuletzt war es der „alltägliche“ Veranstaltungsort, die Betonhalle der Firma Finger, die dem Ganzen die extravagante Note gab und nebenbei noch mit einer hervorragenden Akustik aufwartete. Die Idee für diese „luftig, blauen Lieder und himmelgrauen Worte“ stammte von den Dirigentinnen - Jacqueline Herrmann vom Frauensingkreis Fronhausen und Heike Möckel von Kantorka Schröck. Als Gemeinschaftswerk hatten sie beide Chöre zum Projektchor „Auf WeiberArt“ zusammengeführt. Unterstützt wurde diese Arbeit unter anderem vom Kultursommer Mittelhessen und vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

„Wir haben seit Januar unabhängig voneinander geprobt und uns dann an vier Samstagen sowie zu einem Chorwochenende getroffen“, erzählte Brigitte Schnabel, die Vorsitzende des Frauensingkreises. Dieses Engagement wurde reichlich belohnt, denn am Ende wollte der Beifallssturm der über 200 Besucherinnen und Besucher nicht abreißen. Zwei Zugaben setzten dann den Schlussakzent.

Aufgeführt wird dieses Kulturangebot noch zweimal: In der Waldorfschule Marburg am 16. September und in der Spilburg Wetzlar am 23.September.

von Martina Becker

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