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Waren es wütende Heinzelmännchen?

Mysteriöse Begebenheiten Waren es wütende Heinzelmännchen?

Niemand hat gesehen, wie die Fenster eines Rolltores zu Bruch gingen. Somit kann auch niemand sagen, wer es war. Die Staatsanwaltschaft klagte dennoch drei Verdächtige an, die den Vorwurf als haltlos zurückwiesen.

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Das ehemalige Feuerwehrgerätehaus in Dreihausen befindet sich in Gemeindebesitz. Dort ist der Jugendclub untergebracht. Als im November 2010 die Fenster eines der Rolltore zerstört wurden, stellte die Gemeinde Ebsdorfergrund Strafanzeige gegen unbekannt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Dreihausen kann sich wieder auf die Suche machen, wer wohl in der Nacht zwischen dem 27. und 28. November vergangenen Jahres drei Scheiben eines Rolltores unmittelbar neben dem Jugendclub zerstörte und überdies Billard-Kugeln aus dem Jugendclub in Nachbargärten verteilte und dem mannshohen Michelinmännchen, das sein Dasein im Raucherraum des Jugendclubs fristete, wenigstens eine Nacht zum Durchatmen unter freiem Himmel bescherte.

Die drei jungen Erwachsenen, die gestern zur Hauptverhandlung im Marburger Amtsgericht erschienen, zwei von ihnen mit 35-minütiger Verspätung, gaben an, dafür nicht verantwortlich zu sein. Neben diesen Dreien wurde noch ein vierter Mann angeklagt, doch wurde dessen Verfahren von dem gestrigen abgetrennt, weil er sich nicht so gut mit mehreren Leuten in einem Raum aufhalten könne.

Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken hoffte, über zwei geladene Zeugen Licht ins Dunkle zu bringen, doch hatten diese eigentlich gar nichts gesehen, was für den Tatvorwurf relevant gewesen wäre. So stellt sich nun die Frage, wie die drei jungen Erwachsenen eigentlich dazu kamen, angeklagt zu werden?

Vielleicht nur, weil sie zufällig in der Nacht zum 28. November sehr spät den Jugendclub aufgesucht hatten? Oder weil sie dort von den beiden noch anwesenden Jugendclubmitgliedern nichts zu Trinken bekamen und deswegen ärgerlich gewesen sein sollen? Oder weil sie dort eigentlich Hausverbot haben, weil sie sich in der Silvesternacht auf das Jahr 2010 bei einer Feier im Jugendclub daneben benommen hatten?

Fakt ist, die Scheiben im Rolltor müssen im genannten Zeitfenster zerstört worden sein, wie auch die Gegenstände aus dem Jugendclub in dieser Nacht bewegt worden sein müssen. Aber wer will das den drei jungen Männern in die Schuhe schieben, wenn diese zunächst unbeaufsichtigt im Jugendclub zurückbleiben durften, dann irgendwann gegangen sind, während der Raum selbst unverschlossen und somit für jeden x-beliebigen Nachtschwärmer zugänglich blieb.

von Götz Schaub

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