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Von der Geburt Weimars mit allen Komplikationen

Lesenswerte Ausstellung Von der Geburt Weimars mit allen Komplikationen

Im Foyer des Rathauses hängen Schautafeln mit viel Lesestoff. Wer sich dort einliest, wird schnell ergriffen von der Dynamik der Texte, die ungeschminkt die wahre Geschichte des Zusammenwachsens der Gemeinde darstellen.

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Rita Rohrbach ist ein „Urgestein“ des Verwaltungsteams. Sie wusste viel aus der Anfangszeit zu berichten. Die Textdokumente weisen auf eine spannende Entstehungszeit hin.

Quelle: Privatfoto

Niederweimar. „Glatte Lüge“ steht mit rotem Stift über einen Text auf einem Blatt geschrieben. Zusammen ergibt dieses Exponat ein Zeitdokument, das die Wahrheit und nichts als die Wahrheit transportiert und einfach nur darstellt, wie es damals war1971 bis 1974, als sich zwölf Dörfer unterschiedlicher Größe und mit zum Teil sehr unterschiedlichen Erwartungen im Zuge der Gebietsreform zur Gemeinde Weimar geformt wurden. Zur Ausstellungseröffnung kamen zahlreiche Zeitzeugen, um sich gemeinsam zu erinnern und die eine oder andere Begebenheit aus den genannten Jahren zum Besten zu geben. Wer die Eröffnung mit den schönen Geschichten verpasst hat, kann aber jederzeit zu den Öffnungszeiten des Rathauses ins Foyer kommen und sich die Schautafeln zu Gemüte führen, auf denen auch noch allerhand kernige Sprüche und Aussagen zu finden sind, die heute in jeder Gemeindevertretersitzung für einen Skandal sorgen würden. Damals dachten die eigenständigen Dörfer sehr oft nur daran, was sie für Vorteile haben, wenn sie ein Bündnis mit einem anderen Dorf eingingen.

Und das eine oder andere Dorf konnte sich gar nicht vorstellen, mit den Nachbarn auf Augenhöhe diskutieren zu müssen, hielt man sich doch für das bessere Dorf. Die vom Geschichtsverein Weimar initiierte Ausstellung wurde professionell von dem Historiker Dr. Johannes Koenig zusammengestellt.

„Wir haben uns bewusst für einen Profi von außerhalb entschieden, der ohne Vorbehalte an die Sache rangehen konnte“, sagt Otto Weimar vom Vereinsvorstand.

Als Projekt getragen wird die Ausstellung von der Gemeinde und gefördert durch die Region Marburger Land aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds. „Wir haben hier eine wertvolle Ausstellung“, sagt Weimars dritter Bürgermeister Peter Eidam und weist auch auf den Flyer hin, der extra zur Ausstellung gedruckt wurde. „Die Ergebnisse sollen in einem Buch münden, dass dann zum 40-jährigen Bestehen der Gemeinde 2014 erscheinen soll“, sagt Weimar.

Wer also wissen will, wie es damals war, dass neben Weimar und Fronhausen gar noch eine dritte Südwestgemeinde entstanden wäre, der sollte mal „aufs Rathaus gehen“, um herauszufinden, wo diese Gemeinde, die nie war, ihren Verwaltungssitz gehabt hätte. Ja, es hätte auch vieles anders kommen können.

Eine Ausstellung, die nicht hätte spannender sein können - für jeden Weimarer ein echtes Muss!

von Götz Schaub

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