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Südkreis Urteil gegen Landwirt aus Oberweimar gilt
Landkreis Südkreis Urteil gegen Landwirt aus Oberweimar gilt
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06:16 18.07.2012
Quelle: Archivbild/Hoffsteter
Oberweimar

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Revision des Angeklagten verworfen. Dies teilte Wolf Winter, Vizepräsident des Landgerichts, gestern mit.

Am 27. September 2011 hat das Landgericht Marburg den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 6 Monaten veruteilt (Archivfoto). Der Landwirt, früherer Besitzer des Paleshof in Oberweimar, hatte am 2. März 2011 sein ganzes Heimatdorf für Stunden in Angst und Schrecken versetzt. Er bohrte die Gasleitung in seinem kurz zuvor zwangsversteigertem Elternhaus an, in der Hoffnung, eine Explosion auszulösen, damit kein anderer den Paleshof bekäme.

Mit Beschluss vom 30. Mai verwarf der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Revision des Angeklagten als unbegründet, wie das Landgericht Marburg gestern bekanntgab.

Schon in Marburg war das Schwurgericht unter dem Vorsitz von Richter Dr. Carsten Paul zu der „vollen Überzeugung“ gelangt, dass der ehemalige Besitzer des Paleshofs das Gebäude sprengen wollte. Auch wenn ihm die Anwesenheit am 2. März 2011 in Oberweimar nicht nachgewiesen werden konnte, soll der damals 64-jährige Angeklagte verantwortlich für das Manipulieren einer Gasleitung im Keller seines an diesem Tag zwangsversteigerten Wohnsitzes sein. Einmal in eine finanzielle Schieflage geraten, musste er mit ansehen, wie seine Besitztümer nach und nach zwangsversteigert wurden, bis auch sein Wohnhaus an der Reihe war.

Das hohe Strafmaß von fünf Jahren und sechs Monaten Gefängnisstrafe resultierte aus der Anklage, die auf versuchten Mord lautete. Eine jederzeit mögliche Explosion durch austretendes Gas hätte Menschen töten können. Diese Möglichkeit habe der Angeklagte bewusst in Kauf genommen, führte Richter Paul in seiner Urteilsbegründung aus. Der Versuch des Angeklagten, sich für die Tatzeit ein Alibi im Allgäu zu verschaffen, war fehlgeschlagen. Gleich mehrere Zeugen sagten während des Prozesses aus, dass sich der Angeklagte am Mittwoch, 2. März, im hiesigen Landkreis aufhielt und mittels eines geliehenen Autos auch mobil war.

Die Verteidigung des Landwirts plädierte damals erfolglos auf Freispruch und legte schließlich Revision ein.

von Carina Becker