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Südkreis Unbeirrt, auch unter Karaoke-Einfluss
Landkreis Südkreis Unbeirrt, auch unter Karaoke-Einfluss
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20:21 10.12.2010
Fronhausen will sein Stromnetz gern erwerben und strebt eine Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Marburg an. Quelle: Agricola

Fronhausen. Während von einer privaten Feier aus dem benachbarten großen Saal zeitweise ohrenbetäubende – und meist weniger gelungene – Karaokedarbietungen durch die Trennwand drangen, standen im Ausschuss wichtige Zukunftsthemen zur Abstimmung. Neben der Zustimmung zum Nachtragshaushalt und dem neuen Zahlenwerk für das kommende Haushaltsjahr war dabei die Entscheidung über die Neuvergabe der Stromkonzession in der Gemeinde ab 2012 das vorherrschende Thema.

Und auch wenn die Gemeindevertreter ihre Aufgabe trotz des benachbarten „Störfeuers“ konzentriert und sachlich erledigten, bat Bürger-für-Fronhausen-(BfF)-Fraktionschef Richard Möller am Ende der Sitzung wohl im Sinne aller Anwesenden darum, dass künftig im Vorfeld abgeklärt werden sollte, welcher Art parallel stattfindende Veranstaltungen im Bürgerhaus sind – damit sich eine solche untragbare Situation nicht wiederholt.

Das war sicher auch im Sinne der CDU-Vertreter Heiner Pfeffer und Lothar Nau, die zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr anwesend waren. Sie hatten nach der Stromkonzessionsentscheidung und noch während der Diskussion des Nachtragshaushaltes genervt die Sitzung verlassen.

Zuvor hatten zwei CDU-Anträge auf Vertagung von Teilen der Sitzung keine Mehrheit gefunden, und es war auch nicht gelungen, einen Ausweichraum für eine ruhigere Gesprächsatmosphäre zu finden.
Und so wurden nach einigen durchaus kritischen Nachfragen zu Einzelpunkten des Haushalts 2011 und des Nachtrags für 2010 beide Vorlagen mit geringen Änderungen gebilligt:

Der Nachtragshaushalt in Abwesenheit der CDU einstimmig, der Haushalt 2011 und das zugehörige Haushaltssicherungskonzept, das Sparvorschläge für den Gemeindehaushalt enthält jeweils mit einer Enthaltung. Vorsorglich wurden in den Haushalt zusätzlich 13.000 Euro für die Erstellung eines Bebauungsplanes eingestellt, weil, wie Bürgermeister Reinhold Weber berichtete, alle Bauplätze in der Gemeinde vergeben seien.

Zu Beginn der Sitzung hatte der Ausschuss über die Empfehlung des Gemeindevorstands beraten, die Stromkonzession, die am 31.Dezember 2011 ausläuft, nicht mehr an den bisherigen Netzbetreiber Eon Mitte zu vergeben, sondern in das von den Stadtwerken Marburg angebotene Beteiligungsmodell in einer gemeinsamen Betreibergesellschaft einzusteigen ud wenn möglich, das Netz von Eon zurückzukaufen. Dies wurde bei fünf Jastimmen und zwei Enthaltungen der CDU beschlossen.

Im Gemeindevorstand war dieser Beschluss einstimmig gefasst worden, nachdem man mit Hilfe des Beraters Klaus Weber (Mühlheim), der neben Fronhausen auch Wohratal und Rauschenberg in dieser Sache berät, eine Gewichtung der eingegangenen Angebote von Eon und Stadtwerken vorgenommen hatte.

von Michael Agricola

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