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Südkreis Über die Schrecken des Alltags zum Kern der Weihnachtsgeschichte
Landkreis Südkreis Über die Schrecken des Alltags zum Kern der Weihnachtsgeschichte
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19:16 21.12.2011
Der Jäger bedroht das Ehepaar (links) und Maria und Josef, die vermeintlichen „Panzerknacker“, mit seinem Gewehr. Quelle: von Freya Altmüller

Oberweimar. Die Rahmengeschichte, die sich über das gesamte Stück zieht, bleibt gleich. Maria und Josef kommen in einen kleinen Ort, in dem Maria in einer Hütte ihr Kind zur Welt bringt. Drei Engel verkündigen die Botschaft, drei Weise sind dem Stern gefolgt und finden schließlich das Jesuskind.

Doch das war auch schon der bekannte Teil der Weihnachtsgeschichte.

Es ist Heiligabend, aber die Leute in Oberweimar sind nicht gut drauf. Ein Ehepaar beim Frühstück verständigt sich brüllend über die Butter, während beide kaum fassen können, wen sie da als ihren Ehepartner vor sich sitzen haben. Zwei Freundinnen, die eine von ihrem Mann verlassen, haben das Gefühl, dass Weihnachten nicht mehr wieder kommt. Die Jugendlichen sind mit „Männergeschichten“ und ihrem Aussehen beschäftigt.

Erzähler Henning Smolka, der das Stück auch geschrieben hat, sagt: „Weihnachten ist so nah und so fern, so nah wie die eigenen Erinnerungen daran und so fern wie das Geschehen, das sich da abgespielt hat.“ Deshalb, so heißt es im Programmheft, möchte das Stück genau dieses Geschehen, „das Weihnachtswunder“, erlebbar machen.

Erlebbar wird dabei vor allem das „Wundern“, denn nicht nur heute erzählt, sondern auch noch in unserer heutigen Zeit stattfindend, wirkt die Weihnachtsgeschichte nur umso befremdlicher. Wer glaubt heute schon noch daran, dass es möglich ist, dass leibhaftig ein Engel vor ihm steht?

Smolka erklärt, er habe ein ernsthaftes Thema mit unterhaltsamen Mitteln darstellen wollen. „Wir glauben, dass das Wechselbad der Geschichte es einem erleichtert, zum eigentlichen Kern der Geschichte vorzudringen“, erklärt Smolka.

Das Stück habe sie nachdenklich gemacht und ihr die Geschichte näher gebracht, sagt Zuschauerin Mary Eidam. Beeindruckend ist die schauspielerische Leistung des Laientheaters. Laut Smolka haben sie das  auch ihrem Regisseur, dem ausgebildeten Theaterschauspieler Peter Meyer, zu verdanken.

von Freya Altmüller

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