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Teamspieler, Libero und "Zu-Haus-Urlauber"

Bürgermeister Volker Muth Teamspieler, Libero und "Zu-Haus-Urlauber"

Vor der Bürgermeister-Direktwahl in Weimar nimmt Amtsinhaber Volker Muth im OP-Merkbuch der Bekenntnisse Stellung zu 29 persönlichen Fragen.

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OP : Stellen Sie sich vor, Sie müssten entweder ein Dorfgemeinschaftshaus oder einen Kindergarten schließen, um ihre Finanzen gerade noch geordnet zu bekommen. Wozu würden Sie sich entscheiden?

Volker Muth : Schwierig – aber in aller Theorie und bei einer rein grundsätzlichen Beantwortung: ein Bürgerhaus eher als einen Kindergarten – wenn es denn sein muss und es keine andere Möglichkeit gibt.

OP : Gibt es in Ihrer Gemeinde eine Straße, auf die Sie auch gut verzichten könnten?

Muth : Nein. Wenn überhaupt, dann nur auf bestimmte Teile davon: nämlich die Löcher.

OP : Welches Fleckchen Natur gefällt Ihnen in Ihrer Gemeinde besonders gut?

Muth : Wir sind nicht umsonst die „Perle des Lahntales“. Es gibt so viele wunderschöne Fleckchen in Weimar, dass jede Aufzählung, die dann auch schnell eine Wertung wäre, ungerecht ist. Ich bin sehr gerne hier zu Hause!

OP : Welches Fleckchen Erde in Ihrer Gemeinde würden Sie am liebsten sofort umgestalten?

Muth : Ehrlich gesagt: das Gelände des zukünftigen Museumsdorfes! Dieses Projekt steigert den Bekanntheitsgrad der Gemeinde und zeichnet sich durch seinen Modellcharakter auf Landes-, ja sogar auf Bundesebene aus. Das Museumsdorf wird zu einer Begegnungsstätte werden, bei der sich Historie, Wissenschaft und Moderne für jeden erfahrbar und erlebbar machen.

OP : Welches Buch hat Sie bisher am meisten bewegt?

Muth : Mitch Albom, Dienstags bei Morrie (Die Lehre eines Lebens). Dieses Buch kann ich nur empfehlen – es bewegt, rührt an und zeigt, wie wichtig die Kleinigkeiten des Alltags sind.

OP : Welchen Film sollte Ihrer Meinung nach jeder einmal gesehen haben?

Muth : Da ich lieber lese, bin ich nicht oft im Kino, aber den Film „Die Päpstin“ fand ich sehr gut. Generell mag ich Filme mit historischem Hintergrund.

OP : Welchen persönlichen Traum möchten sich sich noch erfüllen?

Muth : Das ist eine Frage, die ich an dieser Stelle nicht beantworten möchte.

OP : Wem zollen Sie in Ihrer Gemeinde größten Respekt?

Muth : Den ehrenamtlich Tätigen! Sie sind die Säulen unserer Gesellschaft und lassen unsere Orte lebenswert sein. Dieses Engagement finden wir in ganz vielen unterschiedlichen Aufgabenfeldern wie beispielsweise Feuerwehren, Vereinen, Pflege von Angehörigen, und in vielen anderen, hier nicht aufgezählten Bereichen.

OP : Bei welcher Musik entspannen Sie?

Muth : Die Bandbreite ist recht groß: von Metallica (deren beeindruckendes Konzert in Frankfurt ich mit meiner Frau besucht habe) über Peter Fox bis zu dem, was im Moment so im Radio läuft .

OP : Wenn ein Tourist Sie fragt, wo man in Ihrer Gemeinde gut essen kann, was antworten Sie ihm?

Muth : ... dass er sich ohne jegliche Bedenken bei allen unseren gastronomischen Angeboten verwöhnen lassen kann. Die sind alle sehr gut und lecker und von daher absolut empfehlenswert. Welches Angebot er dann schlussendlich auswählt, hängt an seinem persönlichen Geschmack.

OP : Halten Sie die Hundesteuer eigentlich für gerechtfertigt?

Muth : Wir haben selbst einen Hund – einen schwarzen Labrador. Also: ja.

OP : Sie haben die Wahl zwischen griechischer, italienischer oder chinesischer Küche. Wo würden Sie am liebsten essen?

Muth : Da die deutsche Küche nicht zur Auswahl steht: klare Entscheidung für die italienische Küche, die in unserer Gemeinde sehr gut vertreten ist.

OP : Sie sehen drei gelangweilte Jugendliche in der Nähe eines Sportplatzes herumsitzen, auf dem gerade C-Jugendliche trainieren.. Die drei Jugendlichen trinken offensichtlich etwas Alkoholisches und zerschlagen die Flasche anschließend auf dem Boden. Wie reagieren Sie?

Muth : Ich gehe hin und spreche mit den Jugendlichen, um den Grund für ihr Verhalten zu erfahren, denn nur wer miteinander redet, kommt weiter. Dennoch sollten einem widrigen Verhalten auch entsprechende Konsequenzen folgen.

OP : Es ist Nacht. Sie fahren durch ihre Gemeinde gerade nach Hause. In einem der Dörfer sehen Sie auf der gegenüberliegenden Seite eine Jugendliche, die offensichtlich alleine trampen will. Wie reagieren Sie?

Muth : Ist doch völlig klar: ich halte an und frage, ob ich die junge Dame nach Hause fahren soll. Ich denke ich würde sie aber auch noch über das Risiko aufklären, das Trampen in sich birgt.

OP : Wer genießt Ihr ganzes Vertrauen?

Muth : Meine Frau!

OP : Welche Eigenschaft schätzen Sie am meisten an Menschen?

Muth : Ehrlichkeit, Offenheit, Verlässlichkeit, Freundschaft.

OP : Welchem Politiker möchten Sie am liebsten mal Ihre Meinung sagen?

Muth : Der jeweiligen Bundesregierung einschließlich des nachgeordneten Beamtenapparats. Das wäre die Gelegenheit, um einmal ganz deutlich klar zu machen, was die Basis auszuhalten hat, wenn in Berlin wieder einmal Gesetze und Verordnungen „einfach so“ beschlossen werden.

OP : Ist die Doppik ein Segen für die Haushaltsklarheit oder ein Fluch für die Gestaltungsfreiheit?

Muth : Sie ist eher ein Fluch. Den Kommunen übergestülpt passt sie überhaupt nicht auf den öffentlichen Dienst, der eben nicht mit einem Wirtschaftsunternehmen betriebswirtschaftlich vergleichbar ist.

OP : Wo sehen Sie in Ihrer Gemeinde Einsparpotenziale zugunsten eines ausgeglichenen Haushalts?

Muth : In aller Kürze: bei den freiwilligen Leistungen. Hier muss in jedem Einzelfall sehr genau geschaut werden, was trotz Freiwilligkeit veränderbar ist und was nicht. Trotz intensivster Anstrengungen wird ein kommunaler Haushalt bei den meisten Kommunen und so auch in Weimar in Zeiten dieser weltweiten Krise dennoch nicht ausgeglichen sein können.

OP : Ist für Sie die interkommunale Zusammenarbeit ein notwendiges Übel, eine Errungenschaft oder eher der erste Schritt zu einer neuen Gebietsreform?

Muth : Interkommunale Zusammenarbeit wird schon seit Jahren „im Stillen“ praktiziert. Allerdings ist dieses Thema in Zeiten knapper Kassen interessanter als in den „fetten Jahren“. Ja, meiner Meinung nach ist sie Teil einer von der Landesregierung gewollten „Gebietsreform durch die Hintertür“, bei der die kleineren Kommunen (bis 5 000 Einwohner) wohl die Verlierer sein werden.

OP : Ein Mitarbeiter von Ihnen kippt plötzlich um. Können Sie Erste Hilfe leisten?

Muth : Selbstverständlich. Ich kann es nicht nur, sondern tue es mit Sicherheit auch – immerhin bin ich gelernter Krankenpfleger und habe auch z.B. im OP manchen Notfall erlebt.

OP : Wer oder was macht Ihnen persönlich Angst?

Muth : Neid, Habgier, Hass und Missgunst.

OP : Welcher Tag im Jahr ist für Sie der schönste?

Muth : In diesem Jahr: der Tag meiner Wiederwahl ;-) und mein Hochzeitstag. Ansonsten bleibt es der Tag der kirchlichen Hochzeit.

OP : Sind Sie eher ein Winter- oder Sommerurlauber?

Muth : Weder noch. Ich bin nicht festgelegt. Jede Jahreszeit hat ihren Reiz und es ist mir wichtiger, diese Tage mit den Menschen zu verbringen, mit denen ich sie verbringen möchte, als unbedingt in einer bestimmten Jahreszeit oder einem bestimmten Land. Ich bin ein Zu-Haus-Urlauber.

OP : Können Sie gut verzeihen oder sind Sie nachtragend?

Muth : Ich bin nicht nachtragend. Wenn Dinge geklärt sind, ist es gut. Meine Großmutter beliebte nach einem Streit zu sagen: „Hienner´m Plug unn geäckert“ – das habe ich mir in diesen Dingen zum Motto gemacht.

OP : Sind Sie eher Team-Arbeiter oder Leitwolf?

Muth : Beides. Um es fußballerisch auszudrücken: ich finde, dass mich neben den Eigenschaften eines Teamplayers auch eine gewisse Libero- und Kapitänsmentalität auszeichnen – das Team gewinnt.

OP : Schreiben Sie lieber E-Mails oder telefonieren Sie lieber?

Muth : Auch hier ist meine Antwort: beides. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Beides kann sehr gut ergebnisorientiert sein, deshalb nutze ich beide Kommunikationswege, ziehe aber immer ein persönliches Gespräch vor.

OP : Worauf können Sie an keinem Tag im Jahr verzichten?

Muth : Auf meine Frau.

OP : Welche Berühmtheit würden Sie gerne mal in Ihrer Verwaltung empfangen?

Muth : Nelson Mandela und Birgit Prinz.

Michael Agricola

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