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Südkreis Straßen in fünf Kategorien eingeteilt
Landkreis Südkreis Straßen in fünf Kategorien eingeteilt
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11:00 05.02.2019
Das Fronhäuser Parlament fasste Beschlüsse zu mehreren Bauvorhaben, unter anderem zum künftigen neuen Feuerwehrstützpunkt Ost, der in Bellnhausen entstehen soll. Quelle: Manfred Schubert
Fronhausen

„Unsere Straßen sind in einem verhältnismäßig guten Zustand, besser als in anderen Gemeinden“, fasste Bürgermeisterin Claudia Schnabel das Ergebnis aus der Erstellung des neuen Straßenkatasters der Gemeinde Fronhausen zusammen. Dessen Präsentation stand im Mittelpunkt der Sitzung der Gemeindevertretung im Bürgerhaus am Donnerstagabend. Dennoch stehen einige Investitionen an.

Für das Straßenkataster, das in Interkommunaler Zusammenarbeit mit Cölbe und Amöneburg (die OP berichtete) erstellt wurde, hatte Ende 2017 ein Spezialfahrzeug mit sechs Kameras alle fünf Meter eine 360-Grad-Aufnahme von den Straßen der Gemeinde gemacht. Dabei wurden 33,5 Kilometer in allen Ortsteilen befahren, lediglich zwei Kilometer, beispielsweise Treppen oder enge Gassen, konnten nicht befahren werden.

„Jede Aufnahme ist georeferenziert, so dass man weiß, wo sie entstand. Wir haben nun ­eine sehr umfangreiche Dokumentation der Gemeindestraßen, man kann sich quasi jeden Gullideckel anschauen“, sagte­ Schnabel. Fast noch wichtiger sei, was aus den Bildern gemacht wurde, die auf die ­Katasterkarten referenziert wurden. Fachleute hätten sich angeschaut, wo es Schäden gibt und welche sowie die Straßen oder Teile davon in fünf Zustandsklassen eingeordnet.

Etwa drei Millionen Euro für grundhafte Sanierung

Wobei Klasse eins für „alles in Ordnung“ und Klasse fünf für „alles kaputt“ steht. Ergebnis: 9,5 Kilometer kamen in Klasse­ eins, 13,5 Kilometer in Klasse­ zwei, 8,4 Kilometer in Klasse drei, 2,2 Kilometer in Klasse vier und 141,9 Meter in Klasse fünf.

Die Abschnitte der schlechtesten Kategorie mit unmittelbarem Handlungsbedarf befinden sich in Bellnhausen und Fronhausen. Von den Abschnitten der Kategorie vier, die man sich in den nächsten zwei bis drei Jahren vornehmen müsse,­ befänden sich 700 Meter in ­Erbenhausen (geschätzte Kosten für grundhaftes Sanieren liegt bei einer Million Euro), 600 Meter in Hassenhausen (etwa 780 000 Euro), 509 Meter in Oberwalgern (480 000 Euro). Insgesamt seien, bei nicht mehr ganz aktuellen zugrunde gelegten Marktpreisen, etwa drei Millionen Euro für die Kategorien vier und fünf bei grundhafter Sanierung aufzuwenden.

„Uns fehlt jetzt ein Bauprogramm zur Entscheidungsfindung. Wir müssen uns überlegen, wie wir damit umgehen wollen“, sagte Schnabel. Aus dem Parlament wurde angeregt, möglichst frühzeitig die betroffenen Anwohner zu informieren, damit sie schon Geld zurücklegen könnten. Auf Nachfragen erläuterte Schnabel, dass das Kataster ein „lebendes System“ sei. Wenn der Bauhof neue Schäden entdecke, würden diese eingepflegt. Frühestens alle fünf Jahre soll eine Neubefahrung erfolgen.

Weiter sagte sie, der Zweckverband Mittelhessische Abwasserwerke (ZMA) wolle für das Kataster Daten zur Lage der Kanäle liefern, allerdings nicht zum Zustand. Der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (ZMW) lehne dagegen die Lieferung von Daten ab, ­darüber wolle man nochmals verhandeln.

von Manfred Schubert