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Siedlungszentrum schläft unter der Insel

„Zeiteninsel“ Argenstein Siedlungszentrum schläft unter der Insel

Funde rund um die modellierte Zeiteninsel und ParAllna führen in eine versunkene Welt direkt vor den Toren Marburgs. Das Interesse aus der Bevölkerung steigt und das Museumsprojekt erhält immer mehr Zuspruch.

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Der Traum aller Archäologen – die Erde gibt einen Kugeltopf frei, die im Mittelalter zum Kochen und Aufbewahren von Lebensmitteln genutzt wurden.

Quelle: Privatfoto

Argenstein.  Es war mächtig was los in den letzten 11.000 Jahren im Lahntal. Funde von Archäologen belegen, dass die Gegend zwischen dem Kiesabbau bei Niederweimar und Roth über alle wichtigen Epochen von Menschen bewohnt war. Mitten in diesem Gebiet liegt die im vergangenen Jahr modellierte „Zeiteninsel“ bei Argenstein, die genau diese längst vergangenen Zeiten als archäologisches Freilichtmuseum für die heutige Welt erfahrbar machen soll.

Die Schaffung der ParAllna als  Ausgleichsmaßnahme für den Bau des Lückenschlusses der Bundesstraße 3 entpuppte sich für Archäologen als Glücksfall. Im neu geschaffenen Bachbett zwischen Argenstein und Roth wurden einige sehr interessante und aufschlussreiche Funde gemacht. „Das Beste daran ist die Erkenntnis, dass genau da, wo jetzt die ParAllna fließt, schon einmal ein Bachbett gewesen sein muss“, sagt Dr. Andreas Thiedmann  bei der Präsentation der Grabungsfunde am Freitagabend vor 100 Besuchern im Dorfgemeinschaftshaus Argenstein.

Das Team fand nicht nur die kärglichen Reste sehr frühen Lebens im Lahntal, sondern auch ganz konkrete Gegenstände und Bautenreste. Eigentlich darauf eingestellt, in prähistorischen Welten zu graben, war dann die Überraschung sehr groß, als auf Höhe der jetzigen Zeiteninsel Funde aus dem Mittelalter gemacht wurden. „Die Anordnung der Funde rund um die Insel lässt sehr stark vermuten, dass unter der Insel selbst das Zentrum der mittelalterlichen Ansiedlung liegt“, sagt Thiedmann.

Als das 4,5 Kilometer lange Bett der ParAllna  freigeschoben  wurde, liefen die Archäologen zunächst direkt neben der Raupe her, und gewannen schon dabei die ersten Erkenntnisse über ergiebige Fundstellen, informiert Schneider. „Südlich der Straße Roth – Niederwalgern fanden sich einige Steinwerkzeuge aus dem Mesolithikum“, sagt Schneider. Die einzelnen Artefakte sind noch gar nicht hinreichend untersucht und ausgewertet, doch belegt ihr Vorhandensein, dass schon vor 11 000 Jahren Menschen im Lahntal lebten.

Große Freude herrschte, als im Erdreich ein auch recht gut erhaltener Kugeltopf entdeckt wurde, der in das 14. Jahrhundret datiert wurde. Der Kugeltopf befand sich in unmittelbarer Nähe zweier Brunnen. Einer war sogar aus Sandstein gemauert.

von Götz Schaub

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