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Baggersee tritt über die Ufer

Seepark Niederweimar Baggersee tritt über die Ufer

Mit etwas Verzögerung ist das Hochwasser nun auch im Baggersee in Niederweimar angekommen. Betreiber und Helfer haben gerade alle Hände voll zu tun, um den Schaden in Grenzen zu halten.

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Die Feuerwehrleute der Gemeinde Weimar verbauen Sandsäcke am Seepark Niederweimar.

Quelle: Markus Tarkowski

Niederweimar. Das Wasser im Niederweimarer Baggersee ist in den vergangenen Wochen extrem angestiegen, berichtet Markus Herrmann, Gemeindebrandinspektor der Gemeinde Weimar. Eine Folge des anhaltenden Regens, des dadurch gestiegenen Grundwasserspiegels und des Lahnhochwassers. „So hoch stand das Wasser im See in den vergangenen 20 Jahren nicht“, sagt Herrmann.

Zudem konnte das Wasser nicht über den dafür vorgesehenen Kanal abfließen, weil dieser durch das Hochwasser der Lahn bereits vollgelaufen war, berichtet Günter Gerkau, Betreiber des Seeparks. Er schätzt den Wasserstand auf 60 Zentimeter über dem üblichen Höchststand. „Das habe ich so noch nicht erlebt“, sagt Gerkau.

Die Familie wurde am Samstag nach der Rückkehr aus dem Urlaub überrascht. Das Wasser hatte sich ins untere Stockwerk gedrückt und drohte in den Technik-Räumen des Restaurantbetriebs und der Wakeboard-Anlage großen Schaden anzurichten. „Wir haben Sandsäcke verbaut und die Räume dann leergepumpt“, berichtet  Gemeindebrandinspektor Herrmann.

Im Heizungsraum und den Toiletten sei dies gelungen. Zwei weitere Versorgungsräume konnten die Feuerwehrleute nicht abdichten, weil das Wasser durch Leerrohre durch die Wand nach innen eindringt. „In diesen Räumen befinden sich die Schaltschränke für die Wakeboard-Anlage“, erklärt Gerkau. Besonders bedrohlich sind in Kombination mit dem vielen Wasser im Gebäude die sinkenden Temperaturen.

„Sollte es frieren, kann sehr viel kaputt gehen“, befürchtet der Inhaber. „Den Hauptschaden haben wir erst mal abgewendet“, resümiert Herrmann. Die freiwilligen Feuerwehren von Niederweimar, Wenkbach, Argenstein, Roth und Wolfshausen waren mit insgesamt 35 Feuerwehrleuten von 15 bis 19.30 Uhr im Einsatz.

„Die Feuerwehrleute, der Gemeindebrandinspektor und Bürgermeister Peter Eidam haben sich sehr ins Zeug gelegt“, berichtet Gerkau. Die Geräte der Feuerwehr laufen seitdem durchgängig weiter, um das Wasser aus dem Gebäude zu pumpen. So schnell wie möglich sollen weitere Pumpen eingesetzt werden – direkt im See.

Eine sogenannte Havariepumpe stellt das Technische Hilfswerk zur Verfügung, eine weitere die Firma Holcim, der Betreiber des benachbarten Kieswerks. „Wir hoffen, dass wir damit den Wasserstand im See in 19 Stunden um 20 Zentimeter senken können“, sagt Gerkau.

Im Seepark Niederweimar kämpfen Einsatzkräfte gegen die Wassemassen. Derweil erreichen die Redaktion weitere Bildeinsendungen von Bürgern aus dem Landkreis.  

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von Philipp Lauer

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