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Sechs Linden für achtundvierzig Gräber

Roßberg Sechs Linden für achtundvierzig Gräber

Der Roßberger Friedhof verfügt über große Freiflächen. Die Idee, diese für eine besondere Form der Bestattung zu nutzen, kam aus dem Ortsbeirat.

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Auf dem Roßberger Friedhof gibt es eine Freifläche, die zukünftig für Baumbestattungen genutzt werden soll.Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Roßberg. „Urnenbestattungen nehmen immer mehr zu“, sagt Bürgermeister Andreas Schulz. Was ebenfalls zunimmt, sind Gräber, deren Pflege von den Angehörigen aus verschiedenen Gründen nicht übernommen werden kann, etwa, weil sie nicht vor Ort wohnen. Die Lösung für eine solche Situation kann ein Friedwald sein.

In Ebsdorfergrund gibt es noch keine solche Bestattungsmöglichkeit. „Man muss dafür weite Fahrten auf sich nehmen“, sagt Ortsvorsteher Werner Böckler. Er und Ortsbeiratsmitglied Manfred Schneider hatten die Idee, einen Mini-Friedwald in Roßberg zu implementieren. Dort gibt es genügend Freifläche für ein solches Vorhaben.

Die Umsetzung hatten die beiden nach dem Vorbild des Friedhofs in Cappel bereits genau geplant. Sechs Lindenbäume sollen gepflanzt werden. Das Geld dafür steht im neuen Haushalt schon bereit.

Unter jedem Baum sollen acht Urnen im Abstand von zwei Metern zum Stamm Platz finden. Eine separat aufgestellt Tafel wird die Namen der Toten führen. Dort soll auch der zentrale Platz zum Ablegen von Blumenschmuck sein. Da es ein gemeindlicher Friedhof ist, müssen der Bürgermeister und das Gemeindeparlament ihre Zustimmung geben - dies ist in der Jahresabschlusssitzung am Montagabend geschehen. Die Fraktionen haben eine Neufassung der Friedhofsordnung beschlossen, um diese Bestattungsform zu ermöglichen.

Das Angebot steht Menschen aus der gesamten Gemeinde zur Verfügung. Zwei Bäume möchten die Roßberger allerdings für sich alleine reserviert wissen, betont Böckler. „Mit diesem Vorhaben wird die Friedwaldidee aufgegriffen und auf die Struktur der Gemeinde umgelegt“, meint Schulz und ist sich sicher, dass dieses zusätzliche Angebot auf Interesse stößt. „Wenn es gut ankommt, gibt es die Möglichkeit, das Angebot auf den alten Friedhof in Hachborn auszuweiten“, schlägt der Bürgermeister für die Zukunft vor.

Die Kosten sind bereits kalkuliert. 1800 Euro für dreißig Jahre, sprich fünf Euro im Monat, wird ein solches Grab kosten. Aussehen soll es immer ordentlich, denn um die Pflege wird sich die Gemeinde kümmern.

von Martina Becker

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