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Südkreis „Schönheitskur“ für die Brunnenwand
Landkreis Südkreis „Schönheitskur“ für die Brunnenwand
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17:03 16.05.2012
Dreihausen

In den Hochbehälter in Rauischholzhausen und die Erneuerung der Anlagen in Wermertshausen ist schon ein Millionenbetrag geflossen, den vorläufigen Abschluss bildet in diesem Jahr die Regenerierung des Tiefbrunnens in Dreihausen, der seit 1965 aus mehr als 200 Metern Tiefe Trinkwasser für die Gemeinde fördert.

Regenerierung, das bedeutet nichts anderes als eine gründliche Reinigung der Brunnenröhre und der Filter, durch die das Wasser aus dem Erdreich in den Schacht fließt. Das Innere des Brunnens wird von den hartnäckigen mineralischen Ablagerungen der vergangenen Jahrzehnte befreit. Dies hilft nicht nur, den Brunnen in gutem Zustand zu erhalten, sondern auch, die Leistungsfähigkeit (wieder) zu erhöhen.

Brunnenleistung wiederauf 100 Prozent bringen

Denn wenn die Filterritzen mit Fremdstoffen mehr und mehr zugesetzt sind, kann nicht mehr so viel Wasser pro Sekunde gefördert werden wie im sanierten Zustand. Wassermeister Marco Oppermann und Dr. Jens Lüdecke vom beauftragten Ingenieurbüro agc schätzen, dass durch die sogenannte Verockerung von Steigleitung und Filterrohren der Brunnen derzeit nur noch 60 bis 70 Prozent seiner normalen Leistung bringt.

Die mechanisch-chemische Reinigung der Rohre ist technisch keine besondere Herausforderung, auch nicht der im Oktober ebenfalls geplante Austausch der Brunnenpumpe und der Einbau einer neuen Edelstahl-Steigleitung. Wohl aber die alternative Wasserversorgung der Bürger in Dreihausen, Ebsdorf und Leidenhofen, die ihr Wasser normalerweise von diesem Tiefbrunnen beziehen. Während der Arbeiten muss der Brunnen nämlich für etwa fünf bis sieben Tage komplett vom Wassernetz getrennt werden.

In dieser Zeit bringen die Fachleute das Wasser auf anderen Wegen an die Privathaushalte, aber auch an die großen Betriebe wie Dr. Schär im Gewerbegebiet. Die Konsumenten sollen davon möglichst nichts bemerken, versprechen Tiefbau-Fachdienstleiter Harald Bausch, Wassermeister Marco Oppermann und Bürgermeister Andreas Schulz.

Die Hochzone von Ebsdorf, also die höher gelegenen Gebiete, würden in dieser Zeit vom Zweckverband mittelhessischer Wasserwerke (ZMW) versorgt, der in der Gemeinde die Ortsteile Hachborn und Wittelsberg versorgt. Für die übrigen Gebiete kommt das Wasser statt aus dem Tiefbrunnen Dreihausen dann aus der anderen Richtung, nämlich vom Ebsdorfer Wassernetz bis zum Hochbehälter Dreihausen. Eine dazwischengeschaltete Pumpe soll dafür sorgen, dass das Wasser auch höher liegende Bereiche der drei Orte problemlos erreicht.

Möglicherweise weniger Druck in Leidenhofen

Mit großen Einschränkungen sei nicht zu rechnen. Möglich ist, dass in Teilen von Leidenhofen das Wasser mit etwas weniger Druck als gewohnt aus der Leitung kommt. Ohne Wasser bleibt der Berechnung nach aber in dieser Zeit niemand. Damit das auch wirklich so eintritt wie geplant, findet noch in diesem Monat ein Probelauf statt, der letzte Klarheit darüber schaffen soll, so Wassermeister Oppermann.

Der Zeitpunkt im Herbst, über den zu einem späteren Zeitpunkt genauer informiert werde, und auch der Probelauf im Mai seien absichtlich so gewählt, da in dieser Zeit insgesamt eher verbrauchsarme Wochen lägen, so Schulz. Damit diese Lösung überhaupt möglich wurde, berichtet der Bürgermeister weiter, sei in einem ersten Schritt dieser Investition für 200000 Euro die Leitung zwischen Leidenhofen und dem Hochbehälter Dreihausen erneuert worden. Die Tiefbrunnenregenerierung schlägt noch einmal mit gut 100000 Euro zu Buche. Dafür sei damit allerdings die Wasserförderung für viele Jahre wieder auf dem neuesten Stand.

Als Ansprechpartner für die Bürger stehen in der Zeit der Brunnenregenerierung der Fachdienstleiter Tiefbau, Harald Bausch, und Wassermeister Marco Oppermann zur Verfügung: Telefon 06424/30440

von Michael Agricola

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