Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Schnabel setzt aufs Ehrenamt
Landkreis Südkreis Schnabel setzt aufs Ehrenamt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:04 02.04.2017
Gerhard Kunze ist einer von elf ehrenamtlichen Fahrern des Biedenkopfer Bürgerbusses. Ein solches Angebot könnte auch in der Gemeinde Fronhausen entstehen – aber noch fehlt es an Ehrenamtlichen, die ein Bürgerbus-Konzept auf die Beine stellen könnten. Quelle: Abbe
Fronhausen

Die Union scheitere am Donnerstagabend im Gemeindeparlament an den 14 Gegenstimmen aus SPD und Initiative Fronhausen mit ihrem Beschlussvorschlag. Der lautete darauf, dass der Gemeindevorstand beauftragt wird, ein Konzept für den Betrieb eines Bürgerbusses für die Gemeinde Fronhausen zu erstellen und der Gemeindevertretung vorzulegen. „Mit dem Bus soll eine verbesserte Verkehrsanbindung zwischen den sieben Ortsteilen der Gemeinde, möglicherweise auch in unmittelbare Nachbargemeinden, erreicht werden“, hieß es in dem Antrag. Der Gemeindevorstand solle zugleich prüfen, inwiefern der Bus außerhalb der Fahrzeiten den örtlichen Vereinen überlassen werden könne.

„Alle wollen den Bürgerbus. Aber ein Antrag nach dem Motto ,Jetzt macht mal‘? Das funktioniert halt nicht, vor allem nicht mit der personellen Ausstattung, die wir in der Verwaltung haben - wir sind ja nicht der RNV“, sagte Bürgermeisterin Schnabel. Es müsse eine Gruppe von Ehrenamtlichen geben, „die die Sache in die Hand nimmt, so lief das auch in anderen Gemeinden, die jetzt einen Bürgerbus haben“, sagte Schnabel und verwies darauf, dass es sich oftmals um ehrenamtliche Mandatsträger und pensionierte Menschen handele. „Dann würde die Gemeinde in einem gewissen Rahmen auch eine finanzielle Unterstützung gewähren“, stellte sie in Aussicht. Der CDU gab sie den Rat: „Legt dieses Engagement, das es in anderen Gemeinden für einen Bürgerbus gibt, doch auch mal an den Tag.“

Majewski: Gemeinde kann höchstens unterstützen

Martin Wenz (IF) kritisierte am CDU-Antrag, dass dieser „viel zu weitgefasst“ sei. „Das klingt wie: Ich wünsch mir mal was.“ Und Heiko Fischer (SPD) räumte ein, dass er die Bemühungen um einen Bürgerbus auch „eher in ehrenamtlicher Hand“ sehe.

Ulrich Zick (CDU) sagte: „Unter dem Gesichtspunkt, dass die Ortsteile attraktiver werden müssen, sollten wir den Bus schnellstmöglich ins Leben rufen - die Gemeinde darf sich da nicht ganz aus der Verantwortung stehlen.“

Günter Majewski (SPD) merkte an, dass es aus seiner Sicht keine gute Idee sei, einen Bürgerbus unter den Vereinen „herumzureichen“. Bei der Planung und Konzeption eines Bürgerbusangebots könne die Gemeinde nur unterstützend tätig werden. „Wenn es da auch um eine bessere Anbindung der Ortsteile an die Geschäfte in Fronhausen geht, dann sollte da auch der Gewerbeverein mitwirken.“

Nachdem der Antrag im Parlament gescheitert ist, bleibt abzuwarten, was sich hinsichtlich eines Bürgerbusses in Fronhausen ergibt und ob sich Ehrenamtliche für dieses Projekt finden.

Ausbau der Bergstraße beginnt diesen Montag

Schnabel berichtete aus dem Rathaus, dass zunehmend schriftliche Eingaben von Anliegern der Bergstraße Fronhausen eingingen. „Nach der Aufforderung in der Anliegerversammlung, der Gemeinde die Arbeit möglichst schwerzumachen, gelingt dies jetzt auch“, bedauerte die Bürgermeisterin und verwies darauf, dass die Sanierung der Bergstraße an diesem Montag planmäßig beginnen werde. Die Anlieger protestieren gegen den Ausbau, weil sie teils hohe Straßenbeiträge leisten müssen. Durch die Eingaben, die sich bei der Gemeinde häuften, entstünden nun Kosten für die Allgemeinheit, sagte Schnabel. „Um alles zu beantworten und zu klären, müssen wir uns teils rechtlichen Beistand holen, und das geht zu Lasten aller Bürger.“

Die Bürgermeisterin kündigte an, dass in der Bergstraße während der Bauarbeiten in der Nähe der Schule ein Baucontainer aufgestellt werde, in dem jeden Dienstag ab 11 Uhr die Gemeinde für Fragen zu aktuellen Probleme bereitstehe.

von Carina Becker-Werner

Anzeige