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Schmetterlinge, auf nach Walgern!

Wildblumen Schmetterlinge, auf nach Walgern!

Es müssen nicht immer die Millionen-Projekte sein, um den Landrat vor Ort zu bekommen. Er kann sich auch für eine Wildblumenfläche begeistern, auch wenn es erst wenige Blüten zu sehen gab

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Die Pflanzen vor dem Bürgerhaus wurden am 20. April gesetzt. Seither werden sie gut von Lothar Herbel gegossen. Schon bald soll es dort ein kleines Blütenmeer geben.

Quelle: Götz Schaub

Niederwalgern. Wo, wenn nicht in Niederwalgern, ist man schon fast geneigt zu sagen. Was in diesem Dorf in den vergangenen Wochen alles entwickelt, saniert, gebaut, installiert und angelegt wurde, ist wirklich aller Ehren wert (die OP berichtete mehrfach). Nun war auch Landrat Robert Fischbach zugegen, um eine Wildblumenfläche in Augenschein zu nehmen. Zugegeben, von den Pflanzen war noch nicht allzu viel zu sehen, aber vielleicht war das auch ganz gut so.

So bekam der Landrat einen Eindruck von der Menge der Vorarbeiten, die geleistet wurden, ehe überhaupt die ersten Blüten damit beginnen können, farbenprächtige Schmetterlinge anzuziehen. Denn der Vorplatz am Bürgerhaus Niederwalgern wurde komplett neu angelegt, will heißen, selbst die Erde wurde ausgetauscht. „Das ist Vulkangestein aus der Eifel“, bekam Fischbach zu hören.

Die Pflanzen hingegen stammen alle aus der Region, darunter auch mehrjährige Stauden. „Die typischen Bauerngärten von früher haben mittlerweile Seltensheitswert auf den Dörfern“, sagte Fischbach. Deshalb freut er sich über die Initiative der Heinzelmännchen aus Niederwalgern, die in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises, das Projekt „Wildblumenfläche“ umgesetzt haben.

Fehlende Bauerngärten habe auch immense Folgen auf die Insektenwelt, sagte Petra Schöck von der UNB. Und ergänzte: „Für unsere heimischen Bestäuber, wie zum Beispiel Hummel, Bienen und Schmetterlinge steht einfach immer weniger adäquater Lebensraum zur Verfügung.“

Die Heinzelmännchen, eine Gruppe von rund 15 gestandenen Männern aus Niederwalgern, entwickelten die Idee im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“, in dessen Prozess eine ökologische Gestaltung und Entwicklung von öffentlichen Grünflächen durch die Bewertungskommission vorgeschlagen wurde.

„Mit der Idee entstand ein zartes Pflänzchen, dessen Wuchs nicht mehr aufzuhalten war“, sagte Niederwalgerns Ortsvorsteher Heinz Heuser. Weimars Bürgermeister Peter Eidam steht voll hinter diesem Projekt, Dr. Heike Rupp, Umweltberaterin der Gemeinde stand ebenfalls dafür zur Verfügung.

In der kalten Jahreszeit mag die Fläche vielleicht ein bisschen trist aussehen, doch dafür wird es in den nächsten Jahren im Sommer eine arten- und strukturreiche Blumenwiese zu bewundern geben, sind sich die Niederwalgerner sicher. Gerne möchten sie noch an anderen Standorten im Dorf ähnliche Flächen anlegen.

Durch die Erhöhung der Strukturvielfalt und der besonderen ökologischen Wertigkeit der Fläche als Lebensraum vieler Insekten war es möglich als Anschub einen finanziellen Beitrag der Gemeinde als auch der Naturschutzbehörde zu erlangen. Das Projekt in Niederwalgern soll nach Möglichkeit landkreisweit Nachahmer finden.

von Götz Schaub

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