Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Schätze für den heimischen Garten
Landkreis Südkreis Schätze für den heimischen Garten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:35 24.04.2017
Nur die Gurken mussten bei den kalten Temperaturen zu Hause bleiben. Ansonsten stellten die Gärtner alles aus, was das Herz der Marktbesucher begehrte. Quelle: Patricia Grähling
Sichertshausen

Die kühle Luft setzte zwar manchen Pflanzen zu, die Besucher ließen sich aber nicht vom Wetter abhalten und stöberten beim Pflanzmarkt in Sichertshausen teilweise sogar im Sonnenschein zwischen Tomaten, Salaten, Kräutern und Blumenstöcken. „Die ersten Besucher kamen schon, bevor der Markt eröffnete“, sagte Hartmut Findt vom Kulturverein ­Alte Schule, der den Markt veranstaltet. Mit Körben und Kistchen ausgestattet sicherten die frühen Besucher sich die besten Setzlinge, die sie mit Kennerblick für den heimischen Garten auswählten.

Auch am Stand von Attila Lintner, Gartenplaner aus Rauschenberg, und seinen Mitarbeitern drängten sich den ganzen Tag über Käufer und Stöberer. Mehrere tausend Setzlinge hatte er an diesem Morgen nach ­Sichertshausen mitgebracht. Darunter viele alte, schmackhafte Tomatensorten, Chili, Paprikasorten oder Mangold, aber auch einjährige Sommerblumen, die reiche, bunte Blüten versprachen.

„Kürbisse haben wir diesmal nur eine kleine Auswahl mitgebracht und die Gurken mussten wir ganz daheim lassen“, bedauerte Lintner. Für diese Pflanzen sei die Luft noch zu kalt gewesen. „Das mögen die nicht so.“ Wäre es nur ein bis zwei Grad kühler, hätte Lintner auch die Tomaten nicht mitbringen können – und viele Kunden stöbern gerade in der Auswahl der vielen Tomatensorten.

Bei Anita und Günter Majewski gab es – wie jedes Jahr – wieder eine Besonderheit zu kaufen: Ein „Madagaskar Juwel“, Wolfsmilchgewächs aus dem fernen Madagaskar. „Das finden Sie hier in kaum einer Gärtnerei“, warb Anja Majewski, die von den vorbeiziehenden Besuchern immer wieder nach der ungewöhnlichen Pflanze gefragt wurde.

Pflanzen, Dekorationen und Leckereien

Das Paar aus Sichertshausen hatte einen Ableger der Grünpflanze aus München mitgebracht. Nun zieht Anita Majewski schon seit Jahren selbst Ableger und verkauft sie auf dem Pflanzmarkt. „In den letzten Wochen sah es zu Hause aus, wie in einer Gärtnerei“, verriet sie. Mehr als 50 kleine Pflanzen hat sie herangezogen – und schon am frühen Nachmittag kaum noch welche im Verkauf gehabt. Wer kein „Madagaskar Juwel“ mehr bekam, konnte sich dafür mit hausgemachtem Likör aus Holunder und Brombeeren trösten lassen. Den bereitet das Paar aus Sichertshäuser Obst zu. „Sonst kommt der viele Holunder, der in unserem Garten wächst, um“, sagte Günter Majewski.

An 24 Ständen gab es nicht nur Pflanzen, sondern auch Dekorationen für den Garten und kleine Leckereien. Neben den Kartoffelpuffern vom heimischen Biobauern schmeckte diesmal „Beef Brisket“ den hungrigen Gästen: Rund 37 Kilogramm Rindfleisch hatten die Sichertshäuser dafür in der Nacht zuvor langsam auf dem Smoker gegart. Aber auch frisches Raclette und die selbst gebackenen ­Kuchen der Anwohner fanden ihre Käufer.

Findt zeigte sich mit dem ­Besuch des Pflanzmarktes wieder zufrieden. Trotz der kühlen Temperaturen schätzte er, dass wieder rund 500 Besucher gekommen waren und nicht nur die Pflanzenvielfalt, sondern auch den atmosphärischen kleinen Markt zwischen den Fachwerkhäusern genossen. „Wir sind ein kleiner Markt, der viele Besucher lockt“, erzählte er. „Wir wollen aber bewusst nicht weiter wachsen, dafür aber immer besser werden.“

von Patricia Grähling