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Sanierte Brücken halten Schwerlast aus

Fronhausen Sanierte Brücken halten Schwerlast aus

Anlieger, Sportler und Landwirte in der Gemarkung Hassenhausen mussten während der Sanierung zweier Brücken eine Umleitung von fünf Kilometern Länge fahren.

Hassenhausen. Von Mitte Juli bis Mitte Oktober wurden zwei Wirtschaftswegbrücken in der Gemarkung Hassenhausen instandgesetzt: Sowohl die Rackebachbrücke als auch die Köbergsbrücke entsprechen nun dem aktuellen Stand der Technik und können auch mit schwerem landwirtschaftlichen Gerät befahren werden.

60 Jahre sind die Brücken alt, und die Vergangenheit hat an ihnen genagt - so sehr, dass die Substanz nicht mehr für zweistellige Tonnenbelastungen ausreichend war. Und das, obwohl die beiden Brücken das gesamte Feld- und Waldgebiet nördlich der Zwester-Ohm erschließen Die Rackebachbrücke dient neben der reinen landwirtschaftlichen Nutzung auch der Forstverwaltung als Teil des Holzabfuhrwegs. Über die Köbergsbrücke führt zudem die Hauptzufahrtsstraße zum Sportplatz der Spielgemeinschaft Hassenhausen-Bellnhausen und zu den Wohnhäusern, die an der Straße „Zum Köberg“ stehen.

Wie Kurt Moog vom Amt für Bodenmanagement erklärte, zeigten die Herdmauern aus gemauerten Sandsteinen, die mit Mörtel verfugt waren, Fehlstellen und Risse. Teilweise hatten sich die Mauern auch deutlich nach außen gedrückt und verschoben. Eine statische Verbindung der Herdmauern mit dem Gewölbebogen fehlte. Somit waren die Brücken auf eine Verkehrsbelastung von sechs Tonnen beschränkt.

Nach der Sanierung gehören diese Mängel der Vergangenheit an: Die vorhandenen Betongewölbe und die Herdmauern aus Sandstein wurden mit insgesamt 133 Kubikmetern Beton verstärkt und statisch stabilisiert. Die neuen Fahrbahnplatten erhielten eine Breite von 4,25 Metern, die lichte Weite zwischen den Brückengeländern beträgt gar 5,75 Meter. Hinzu kamen eine fachgerechte Abdichtung und ein neuer Fahrbahnbelag aus Asphalt, der gleichzeitig ein ausreichendes Längsgefälle für die Entwässerung sicherstellt.

Auf beiden Seiten der Brücken wurde ein neuer Schrammbord aus Beton hergestellt. Außerdem ziert ein schmuckes Stahlgeländer mit Handlauf die Seiten. „Die Brücken wurden in der Statik so bemessen, dass keine Belastungsgrenzen mehr bestehen“, erläuterte Alfred Heldmann vom Amt für Bodenmanagement. Daher würden die Brücken den gestiegenen Anforderungen des Landwirtschaftsverkehrs wieder gerecht.

Kostenvorschlag wird um zehn Prozent unterschritten

Die Sanierung erfolgte im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens Fronhausen-Bellnhausen für 195000 Euro. „Damit liegen die Kosten zehn Prozent unter den geschätzten Baukosten“, sagte Bürgermeister Reinhold Weber bei der symbolischen Freigabe am Dienstagnachmittag. 80 Prozent der Summe stammen aus EU-Mitteln, aus der sogenannten Zuckermarktordnung. Die restlichen 20 Prozent musste die Gemeinde Fronhausen beisteuern. „Das ist gut angelegtes Geld, billiger hätten wir die Brücken nicht sanieren können“, betonte Weber. Gerhard Lips, Leiter des Amtes für Bodenmanagement, verdeutlichte, dass die Sanierung sehr kurzfristig in das Programm aufgenommen werden musste. „Das hat zwar den Zeitplan ziemlich durcheinandergeworfen“, sagte er. Aber schlussendlich habe alles bestens geklappt.

Alle Beteiligten bedankten sich bei den Anliegern, der Spielgemeinschaft und den Landwirten für die Geduld während der Vollsperrung. Immerhin hat die Umleitungsstrecke „zusätzlich fünf Kilometer“ betragen, wie Anwohner Hans Weimer erläuterte. „Aber wir sind sehr zufrieden, dass die neue Brücke da ist.“ Und Konrad Fischer, ehemaliger Vorsitzender der Spielvereinigung, sagte lachend: „Wir haben während des Baus kein einziges Mal verloren.“

von Andreas Schmidt

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