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Südkreis "Rot" verspricht sehr gute Sonnenernte
Landkreis Südkreis "Rot" verspricht sehr gute Sonnenernte
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16:46 22.07.2012
Rot, orange und gelb: Im Südkreis lässt sich ablesen, welche Dächer sich am besten für Solaranlagen eignen und wieviel Ertrag sie versprechen (kleine Abbildung).Quelle: solardach.hessen.de Quelle: Quelle: solardach.hessen.de
Weimar

Bislang sind alle Häuserdächer in 32 Kommunen in Hessen grundstücksgenau abrufbar und in die Kategorien „sehr gut geeignet“ (rote Färbung), gut geeignet (orange) und bedingt geeignet (gelb) eingeteilt. Auch die Wirtschaftlichkeit einer Solarthermie-Anlage, also zum Beispiel zur Heizungsunterstützung, lässt sich dort prüfen.

Im Landkreis umfasst das Pilotgebiet derzeit nur die Südkreisgemeinden Fronhausen und Weimar. Bis weitere Kommunen folgen, dauert es noch. Das zuständige Umweltministerium plant die Ausweitung des Katasters. Eine Fertigstellung des hessenweiten Solardachkatasters wäre bis August 2013 möglich, so ein Sprecher des Ministeriums.

Die Gesamtfläche des Pilotprojekts beträgt rund 1000 Quadratkilometer und es umfasst etwa 580000 Gebäude. Umweltministerin Lucia Puttrich betonte bei der Freischaltung der Pilotkommunen: „Das Solardachkataster bietet Bürgern unabhängige und neutrale Informationen, ob ihr Dach für die solare Strom- oder Wärmeerzeugung geeignet ist und ob diese Investition wirtschaftlich ist“. Mit einem Adress-Suchfeld oder mit der Möglichkeit, direkt bis auf das Dach heranzuzoomen und es mit der Maus anzuklicken, lassen sich Empfehlungen zur maximalen Modulfläche, über zu erwartende Kilowatterträge pro Jahr, und sogar zum geeignetsten Modul-Typ (etwa Dünnschicht oder kristallin) abrufen. Auch die Co2-Ersparnis wird angezeigt.

Grundlage dieser exakten Analyse sind neben Stereoluftbildern, die zum Beispiel auch Schornsteine und Gauben erfassen, unter anderem Gebäudeumrisse aus den amtlichen Katastern und eine Simulation der Sonneneinstrahlung über den Tag und das Jahr hinweg.

Damit lasse sich der zu erwartende Stromertrag exakt berechnen, so die Information von Fachhochschule Frankfurt und der Firma Sun-Area, die für die Erstellung des Solarkatasters zuständig waren. Ausschlaggebende Faktoren sind Neigung und Ausrichtung des Daches sowie Verschattung durch Gelände, Vegetation oder benachbarte Gebäude.

Auf Basis dieser Werte wird für jede Stelle des Daches das Solarpotenzial in Kilowattstunden berechnet. Mit einem weiteren Klick lässt sich ein Wirtschaftlichkeitsrechner aufrufen, der ermittelt, wann sich die geplante Anlage amortisieren wird. Der Rechner funktioniert auf Basis der aktuellen Modulpreise und Kreditkonditionen sowie der geltenden Einspeisevergütung und rechnet die Einnahmen für die nächsten 20 Jahre hoch.

  • Tipp: Auch wer sich nicht in den bewerteten Gemeinden befindet oder sich nur für gute Luftbilder interessiert, sollte einen Blick auf die Internetseite werfen. Die interaktive Karte verfügt über relativ neue Luftbilder und lässt sich auch für die anderen Orte in Hessen ­heranzoomen. Wer die Kartenansicht dem Luftbild vorzieht, findet den gleichen Service in übersichtlicher Form, indem er in der Ansicht einfach umschaltet.

von Michael Agricola