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Südkreis Aus für Kaufpark in Dreihausen
Landkreis Südkreis Aus für Kaufpark in Dreihausen
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00:17 11.07.2018
Der geplante Kaufpark in Dreihausen ist Geschichte. Bürgermeister Andreas Schulz hofft jetzt auf einen neuen Edeka-Markt in Heskem. Quelle: Ina Tannert
Mölln

„Das Projekt Erweiterung Standort Dreihausen ist gescheitert“, teilte Bürgermeister Andreas Schulz leicht frustriert während der vergangenen Ortsbeiratssitzung von Heskem-Mölln vor rund 20 Zuhörern mit.

Seit Jahren war die Erweiterung von Dreihausen als Einkaufsstandort im Gespräch, seit vergangenem Jahr nahm die Planung zur Ansiedlung einer Rossmann-Drogerie und eines Penny-Marktes gegenüber des Rewe-Supermarkts weiter Fahrt auf. Der Bebauungsplan war so weit aufgestellt, die ersten Verträge mit Grundstückseigentümern auch bereits geschlossen, man wartete fast schon auf den ersten Spatenstich. Der wird nun nicht mehr folgen. Die Drogerie als Zugpferd des Projekts hat sich gegen eine Ansiedlung entschlossen.

Bürgermeister Schulz hofft auf Edeka-Markt in Heskem

Warum Rossmann einen Rückzieher macht und den potenziellen Standort aufgibt, könne er auch nicht sagen, meinte Schulz. Möglicherweise sänken angesichts starker Konkurrenz die Expansionspläne der Drogerie-Kette. Auf OP-Nachfrage wollte die Drogerie-Kette keine genauen Gründe für den Rückzieher angeben. Die geplante Ansiedlung sei nicht zustande gekommen, weil „in Dreihausen das Konzept nicht komplett überzeugen konnte“. „Die Kollegen der Expansion bewerten im Jahr zahlreiche Angebote“, sagte Pressereferentin Nina Kieslinger. Dreihausen sei begutachtet worden, aber habe die Anforderungen nicht vollends erfüllt.

Mit der Drogerie als erhoffter Kundenmagnet zog sich nach der Absage auch Penny aus dem Projekt zurück. Das nicht ­überraschend – der Discounter hatte seine Beteiligung von Anbeginn an den Rossmann-Standort gebunden, sagte Schulz. Ohne Rossmann kein Penny und keinen Kaufpark. Die Alternative, den Discounter doch noch und gemeinsam mit einem Schuhgeschäft anzusiedeln, scheiterte ebenfalls, die Idee lehnte das Regierungspräsidium ab.

Das Aus für den Kaufpark bedeute indes nicht das generelle Aus für weitere Märkte in Ebsdorfergrund. Schulz berichtete über neue Pläne zur potenziellen Ansiedlung eines neuen Supermarktes, dieses Mal in Heskem. Demnach bestünde die Möglichkeit, dass in Zukunft und im Rahmen des neuen Gewerbegebietes „Interkom“ samt Umgestaltung des Heskemer Ortskerns ein Edeka-Markt dorthin zieht.

Noch ist darüber keine Entscheidung gefallen, derzeit prüfe der Konzern den Standort. Wenn überhaupt sei laut Schulz Edeka die einzige Kette, die für die Gemeinde zu gewinnen wäre, und Heskem dabei auch der einzig mögliche Standort: Andere Ortsteile, wie etwa Dreihausen, beziehe Edeka nicht in seine Standortprüfung ein. „Heskem wäre eine Alternative, ich hoffe, dass sich Edeka für uns entscheidet“, sagte Schulz.

von Ina Tannert und Tobias Kunz