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Realisten vermeiden kühne Versprechen

Weimar Realisten vermeiden kühne Versprechen

Den Weimarern geht es in gewisser Weise besser als den Menschen im Ebsdorfer Grund, meinte ein Besucher des OP-Wahltalks, schließlich hätten sie die Wahl zwischen zwei Bürgermeisterkandidaten.

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Foto: Thorsten Richter (thr).Podiumsdiskussion in Roth zur B

Quelle: Thorsten Richter

Roth. Vollkommen sachlich blieben die Protagonisten der Podiumsdiskussion anlässlich der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Weimar. Amtsinhaber Volker Muth (SPD) wie auch sein Herausforderer Peter Eidam (parteilos) verzichteten am Montagabend auf persönliche Angriffe gegen den jeweiligen Kontrahenten. „Dafür möchte ich beiden Kandidaten ein Lob aussprechen“, sagte der Moderator der mehr als zweistündigen Veranstaltung, OP-Redakteur Götz Schaub.

Etwas mehr Angriffslust auf inhaltlicher Ebene hätten sich einige Beobachter von Eidam gewünscht, sagten sie nach der Diskussion. Der Ortsvorsteher von Niederweimar präsentierte sich als Realist. In Anbetracht der Haushaltslage müssten alle sinnvollen Sparpotenziale ausgeschöpft werden, sagte der 47-Jährige. Er meinte , dass auch die Ferienspiele dabei nicht aus der Diskussion herausgehalten werden dürften. „Ich will nicht, dass sie eingestellt werden, keineswegs. Aber wir müssen darüber reden, wie auch über alle anderen freiwillige Leistungen.“

Eine Möglichkeit, Geld einzunehmen und auch zu sparen, sei die Abgabe der innerörtlichen Abwasserkanäle an einen Zweckverband, meinte Muth. So würde nicht nur ein Verkaufserlös erzielt, sondern es tauche auch bei den Abschreibungen ein erheblicher Posten nicht mehr auf. Sein Kontrahent sprach sich gegen ein solches Modell aus. Einig waren sich beide hingegen, dass das Projekt Museumsdorf realisiert werden solle, auch wenn die Gemeinde einen Teil des errechneten jährlichen Defizits von mehr als 200.000 Euro tragen müsste.

Nur einmal attackierte Eidam den Amtsinhaber. Er warf ihm vor, unnötig Geld ausgegeben zu haben, indem „verschiedene Aufgaben teuer an Beratungsfirmen vergeben wurden, die in der Verwaltung selbst hätten gemacht werden können“. Muth konterte, dass lediglich bei der Planung eines Dorferneuerungsprogramm auf ein solches Unternehmen zurückgegriffen worden sei. Dass die Erstellung des doppischen Haushaltes in Zukunft an Externe vergeben werden muss, sei den Parteien des „Bündnisses für Weimar“ aus CDU, Grünen und Freier Bürgerliste Weimar zu verdanken, das in der Gemeindevertretung die Schaffung von unbefristeten Stellen verhindert habe.

Am 4. Juli haben die Weimarer die Wahl.

von Stefan Weisbrod

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten OP.

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