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Psychische Störung – dieses Thema bewegt die Menschen

OP-Telefonaktion Psychische Störung – dieses Thema bewegt die Menschen

Die Sorgen und Nöte im Landkreis um das Thema psychische Störungen sind groß. Bei der OP-Telefonaktion hat das Telefon nicht eine Sekunde stillgestanden.

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Haben sich den Fragen der OP-Leser gestellt: Professor Tilo Kircher, PD Dr. Carsten Konrad und Dr. Gerhard Korger.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Von einer erfolgreichen Aktion zu sprechen, wäre unpassend. Vielmehr ist die Nachfrage ein Beweis dafür, wie groß der Redebedarf und wie tiefsitzend die Verunsicherung ist. Das zeigen die vielen Fragen von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser der OP. Psychische Störungen sind ein extrem emotionales und nach wie vor mit zahllosen Vorurteilen behaftetes Thema. Und so begegneten den Experten sehr persönliche Einblicke, extrem berührende, aber auch erschreckende Momente. Eine Großmutter sorgte sich zum Beispiel um ihren Enkel, der momentan keine Ausbildung findet, nun aber Zwänge entwickelt.

Die meisten Fragen drehten sich um die Medikation von Antidepressiva oder Psychopharmaka, wechselseitige Wirkungen der Medikamente oder Alternativen zu den bisherigen Präparaten. Ohne entsprechende Untersuchung war Professor Tilo Kircher, Klinikdirektor der Marburger Psychiatrie, und Oberarzt PD Dr. Carsten Konrad eine Bewertung der einzelnen Fälle nicht möglich.

Termine für Gespräche und weitere Anlaufstellen für die Betroffenen hatten die Experten aber stets griffbereit. „Viele wollten einfach nur reden und bedankten sich, dass wir ihnen zugehört haben“, sagt Dr. Gerhard Korger, selbst an einer Depression erkrankt.

Extrem ergreifend wurde es bei einem Anruf einer Frau, die seit vielen Jahren an schweren Depressionen leidet und tagtäglich mit Suizidgedanken kämpft. Völlig aufgelöst meldete sich die Betroffene am OP-Telefon. Damit hatte auch Facharzt Carsten Konrad im Vorfeld nicht gerechnet. Mit seiner ganzen Routine wirkte der Marburger aber auf die Anruferin ein und konnte sie dazu bewegen, sich direkt in der Klinik am Ortenberg behandeln zu lassen.

„Jeder Patient hat seine eigene Geschichte“, erklärt Carsten Konrad. „Verallgemeinern lässt sich das nicht.“ Und der Gesprächsbedarf der Patienten ist groß. Auch nach der OP-Telefonaktion. Sollten Sie am Montag nicht bis zu den Fachkräften durchgekommen sein, kein Problem! Das Marburger Bündnis gegen Depressionen ist für alle Fälle rund um das Thema psychische Störungen – von Demenz bis Zwangsstörungen, von Schizophrenie bis zu Depressionen – Ihr Ansprechpartner. Unter der Telefonnummer 06421 / 5865200 erreichen Sie die Ärzte in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und fragen dort einfach nach dem Bündnis.

von Carsten Bergmann

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