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Positiv denken und Wir-Gefühl stärken

Leidenhofen Positiv denken und Wir-Gefühl stärken

Es tut sich was im Kalender der EVG-Wanderer. Leidenhofen setzt terminmäßig erneut weiter auf den Spätsommer, in Haddamshausen/Cyriaxweimar ist jetzt wie zuvor schon in Roth definitiv Schluss.

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Dieses Foto rastender Wanderer entstand bei den EVG-Wandertagen 2011 in Leidenhofen. Auch in diesem Jahr soll Leidenhofen Wanderer aus der Region anziehen.

Quelle: Archivfoto: Martina Becker

Leidenhofen. 2007 begrüßten die Wanderfreunde Leidenhofen zu ihren EVG Wandertagen am 10. und 11. März noch 1264 Teilnehmer. Für den Verein ein Bombenerfolg. Teilnehmerzahlen über tausend wurden in Leidenhofen eigentlich immer erwartet und erreicht. 2013 fanden die EVG-Wandertage im September statt, bei zugegeben sehr nassem Wetter mit 424 Teilnehmern.

2011 gingen 588 Wanderer an den Start, 2010 waren es noch 613. 2012 waren es immerhin rund 700. Es ist aber nicht wegzudiskutieren: Die Zahl der Teilnehmer sinkt. Rapide. Alles eine Frage des Wetters? Des Angebots? Oder des Alters? Ersteres kennen echte Wanderer nicht, nur falsche Kleidung.Doch natürlich steht und fällt eine solche Veranstaltung auch mit dem vorherrschendem Wetter. Die Wanderstrecken kann man natürlich nicht jedesmal neu erfinden, aber sie bleiben eigentlich stetig attraktiv. Also müssen die Teilnehmerzahlen auch etwas mit dem Alter der Teilnehmer und der Ausrichter zu tun haben. 2011 gab es Bestrebungen, die eine Kooperation zwischen dem Wanderverein und der Gesamtschule Ebsdorfergrund zum Ziel hatten. Schüler sollten statt eines Wandertages an einer richtigen Wanderveranstaltung teilnehmen und damit zum einen Lust auf mehr bekommen und zum anderen natürlich die Teilnehmerzahl wieder erhöhen. Doch von dieser Art der Nachwuchsförderung war 2012 schon nicht mehr viel zu hören und 2013 nichts mehr zu sehen.

Altersdurchschnitt im Verein zu hoch geworden

Es fehlt an neuen Teilnehmern, insbesondere jüngeren Alters und es fehlt oftmals an neuen Vereinsmitgliedern, die Verantwortung und die Lust an der Organisation aus den Händen der „Altgedienten“ übernehmen. Die Wanderabteilung der Spielvereinigung Grün-Weiß Haddamshausen ist ein Beispiel dafür. Das Organisationsteam um Günther Gehrmann ist ein eingespieltes Team, das aber nun auch in die Jahre gekommen ist. Der jüngste, der in diesem Jahr mithalf, die Streckenbeschilderung zu stellen, ist 68 Jahre alt. Neue Motivation, in diesem Jahr wieder einen EVG-Wandertag auszurichten, ließ sich aus der Teilnehmerzahl wirklich nicht mehr tanken.

„Wir haben den EVG-Wandertag für 2014 bereits abgesagt“, sagt Günther Gehrmann. Gründe: Personalmangel und stetig sinkende Teilnehmerzahlen. Gehrmann hatte in den Jahren zuvor mehrfach versucht, Kinder und Jugendliche fürs Wandern zu begeistern, lockte mit Gratis-Getränk und Gratis-Pommes. „Aber das zog gar nicht“, resümiert er.

Die Wanderer aus Haddamshausen und Cyriaxweimar folgten somit dem Wanderverein Roth, der 2012 den Beschluss fasste, den EVG-Wandertag nicht mehr auszutragen.

„Wir mussten einfach zur Kenntnis nehmen, dass das Durchschnittsalter zu hoch geworden ist“, sagt Kai-Uwe Koch, Vorsitzender des Vereins. Dazu kam eine sinkende Zahl der Mitglieder und auch ein über die Jahre zuvor festgestellter Besucherrückgang. „Irgendwann stehen dann Aufwand und Ergebnis nicht mehr in einem gesunden Verhältnis zueinander“, so Koch. Die Wanderfreunde Leidenhofen lassen sich noch nicht entmutigen. Ihr Termin für die nächsten EVG-Wandertage steht fest. Am 27. und 28. September hoffen sie auf gutes Wanderwetter.

An Aufgabe wird in Leidenhofen noch nicht im Ansatz gedacht. Tanja Viel ist seit drei Jahren Vorsitzende der Wanderfreunde Leidenhofen. Für sie ist es grundsätzlich wichtig, eine positive Stimmung im Verein zu erzeugen und das Wir-Gefühl zu stärken. Das festige den Zusammenhalt und strahle nach außen ab.In der Vorweihnachtszeit zeigt sich der Verein sehr rührig, organisierte eine Fackelwanderung durchs Dorf mit anschließendem gemütlichen Beisammensein an der Kirche und richtete darüber hinaus eine schöne Nikolausfeier aus.

Mit neuen Vereinsjacken geht es sodann an die nächsten Aufgaben. Ihr Mann Helmut (Jahrgang 1965) und sie (Jahrgang 1968) sind mit Abstand die jüngsten im Vorstand - nein sind sie nicht: seit 2011 engagiert sich Thomas Olemotz als zweiter Wanderwart im Vereinsvorstand und er ist Jahrgang 1982 und hat aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Burschenschaft auch guten Kontakt zu jüngeren Menschen.

Der Verein selbst zählt knapp 40 Mitglieder. Da wird jede helfende Hand bei den EVG-Tagen gebraucht. „Die Verpflegung am Start- und Zielort machen wir nicht mehr selbst , sondern vergeben sie“, sagt Tanja Viel, die mit ihren sieben Männern im Vorstand gut zusammenarbeitet. Und so lange die Arbeit Spaß macht und Ideen und helfende Mitglieder jeden Alters vorhanden sind, will sie an den EVG-Wandertagen festhalten. Schließlich genießen die Vereinsmitglieder auch die Besuche bei anderen Vereinen.

von Götz Schaub

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