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Alles vertraut, trotzdem ganz anders

Neustart zu Neujahr Alles vertraut, trotzdem ganz anders

Annette und Alexander Bartsch sind seit 16 Jahren das Pfarrerehepaar der Kirchengemeinde Niederweimar mit Gisselberg. Ab Montag übernimmt Annette Bartsch alleine, ihr Mann engagiert sich indessen nun „auswärts“.

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Alexander und Annette Bartsch haben sich beruflich neu sortiert. Ab 1. Januar ist Annette Bartsch ­alleinige Pfarrerin in Niederweimar, Alexander Bartsch arbeitet dann im Kirchenkreisamt. Foto: Götz Schaub

Quelle: Alexander und Annette Bartsch haben sich beruflich neu sortiert. Ab 1. Januar ist Annette Bartsch ­alleinige Pfarrerin in Niederweimar, Alexander Bartsch arbeitet dann im Kirchenkreisamt. Foto: Götz Schaub

Niederweimar. „Das wird ganz sicher seine Zeit brauchen, aber ich muss und werde konsequent sein“, sagt Pfarrer Alexander Bartsch. Ab Glockenschlag 1. Januar 2018 ist er nicht mehr als Pfarrer in der Kirchengemeinde Niederweimar tätig, obgleich er weiterhin im Pfarrhaus wohnen wird. Er wohnt dort weiterhin, weil seine Frau Annette die bisher geteilte Pfarrstelle nun komplett übernimmt.

Also, alles, wozu man einen Pfarrer, nein sagen wir es gleich korrekt: Alles, wozu man eine Pfarrerin braucht, ist dann bei Annette Bartsch anzufragen: kirchliche Trauungen, Taufen und auch Beerdigungen.

Alexander Bartsch ist als ihr Ehemann nur noch normales Gemeindemitglied. Er hat sich nämlich beruflich verändert. Er übernimmt mit einer halben Stelle den Vorsitz des Zweckverbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder im Kirchenkreis Kirchhain. Dort bildet er dann zusammen mit Betriebswirt Andreas Reißmann den geschäftsführenden Vorstand.

Studium passt sehr 
gut zur neuen Aufgabe

Nun, das mit der beruflichen Veränderung bei Alexander Bartsch ist jetzt nicht ganz überraschend. „Ich habe Betriebswirtschaftslehre schon immer spannend gefunden“, sagt er.

Deshalb nahm er während seiner Tätigkeit als Pfarrer noch das Studium „Nonprofit-Management“ auf. Das hat er mittlerweile abgeschlossen. Das Gelernte kann er jetzt bei seiner neuen Aufgabe mit einbringen. Zum Zweckverband Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder im Kirchenkreis Kirchhain gehören die zehn evangelischen Kitas in Betziesdorf, Cölbe, Großseelheim, Halsdorf, Langenstein-Niederwald, Niederasphe, Rauschenberg-Ernsthausen, Schweinsberg, Wetter und Wohratal-Wohra. Sein Dienstort wird das Kirchenkreisamt Kirchhain-Marburg in Marburg sein.

Er wird sich unter anderem um das Personalmanagement der Einrichtungen kümmern und Gespräche und Verhandlungen mit den kommunalen Gremien führen. Auch steht er bei der konzeptionellen und religionspädagogischen Ausrichtung der Kitas als Begleiter zur Verfügung. „Wir wollen die Pfarrer vor Ort in ihrer Kita-Arbeit entlasten, ihnen aber nicht etwas überstülpen“, macht Bartsch deutlich.

Nach 16 Jahren froh über die Veränderung

Was Pfarrer für Aufgaben bei den Kitas haben, weiß Bartsch nur zu genau. Schließlich war er als Pfarrer in Niederweimar für den evangelischen Kindergarten zuständig. Was heißt war? Im Gemeindebrief der Kirchengemeinde legt er dar, dass er sich mit einer Viertelstelle noch um die geschäftsführenden Aufgaben der Kita „Abenteuerland“ kümmern wird.

Das freut ihn sehr, wie es ihn auch freut, nun vor einer neuen Herausforderung zu stehen. Und das Ehepaar Bartsch freut sich auch, eine gute Lösung für die weitere Zukunft gefunden zu haben. „Wir sind jetzt seit 16 Jahren in Niederweimar“, sagt Annette Bartsch. Seither haben sie nicht nur zusammen gelebt, sondern auch zusammengearbeitet, sich eine Pfarrstelle geteilt. Nach einer so langen Zeit kamen schon Gedanken auf, sich zu verändern – auch räumlich. Das ist durchaus normal.

Ausstand erst am 28. Januar

Pfarrer bleiben in der Regel nicht vom Anfang bis zum Ende ihrer Berufszeit an einem Ort, wenn es dort auch noch so schön ist. Nun aber ist auch für Annette Bartsch der weitere berufliche Weg eine Herausforderung. Sie ist nun alleine für die Kirchengemeinde zuständig. Obwohl sie die Menschen kennt, ist es doch eine große Veränderung. „So leben wir weiterhin in Niederweimar und jeder geht nun seinen eigenen Beruf nach“, sagt die Pfarrerin.

Und damit das auch mal gesagt wurde: Wenn Pfarrerin Annette Bartsch Urlaub macht oder einmal krank sein sollte, ist damit nicht automatisch wieder ihr Mann Ansprechpartner. Dann wird ein Pfarrer aus einer benachbarten Kirchengemeinde einspringen.

So, natürlich gibt es noch eine – eine letzte – Ausnahme. Und zwar am Sonntag, 28. Januar. An diesem Tag wird Alexander Bartsch ab 10 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum in Niederweimar seinen offiziell letzten Gottesdienst mit seiner bisherigen Gemeinde feiern. Annette Bartsch wird im selbigen Gottesdienst ganz offiziell als alleinige Gemeindepfarrerin eingeführt. Im Anschluss lädt das Ehepaar zu einem Beisammensein ein.

von Götz Schaub

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